realistische Portraits zeichnen | Lerne Zeichnen

Wie Du ein Gesicht richtig zeichnest und beeindruckende Portraitzeichnungen auf Papier bringst
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About This Course

Published 5/2016 German

Course Description

In diesem Kurs wirst du lernen, wie du das Gesicht eines Menschen realistisch zeichnen kannst. Wenn du so viele Übungen wie möglich durchführst, wirst du danach die Proportionen aller einzelnen Teile, aus dem ein Portrait besteht, genau einschätzen können und somit ein wunderbar reelles Gesicht auf das Papier zaubern können.

What are the requirements?

  • Du brauchst Papier, Bleistifte ( am besten in vielen verschiedenen Stärken) und einen Knetradiergummi

What am I going to get from this course?

  • Ein Portrait realistisch zu zeichnen
  • Das Auge, die Lippen und die Nase im Detail realistisch zeichnen zu können

What is the target audience?

  • Dieser Kurs ist für jeden geeignet der das Portraitzeichnen lernen möchte

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Curriculum

Section 1: Starten Sie hier
Einleitung
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Section 2: Material
Materialen | Was brauchst Du wirklich zum Zeichnen?
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Section 3: Portrait von vorne | Wie Du ein Auge, Mund, Nase und Ohr von vorne zeichnest
02:14

Das Gesicht birgt das größte Wiedererkennungspotenzial am menschlichen Körper, da jegliches Individuum gänzlich eigene Kopf- bzw. Gesichtsausprägungen vorzuweisen hat.

Du beginnst zuallererst damit, die Leerform des Schädels zu skizzieren. Dabei ist zu beachten, dass der frontale Kopf eine ovale Grundform hat, welche einem umgekehrten Ei ähnlich sieht. Oder anders ausgedrückt: Würdest du ein Rechteck über jene Form legen, so hätte dies die Maße 2:3.

Nun beginnst du damit, diese ovale Form zu einem Gesicht auszudifferenzieren, indem du die Wangenknochen sowie das Kinn markanter erscheinen lässt. Das erreichst du, indem du sie einfach etwas eckiger zeichnest. Aber Achtung: Bei einem weiblichen Kopf sind die Knochen nicht annähernd so markant wie bei einem männlichen!

Wenn du nun die Leerform deines Gesichts gezeichnet hast, musst du dieses in unterschiedliche Bereiche gliedern, damit du weißt, wo welche Gesichtsausprägungen wie Ohr, Mund oder Nase sitzen. Bei diesem anfänglichen Schritt ist größte Sorgfalt von Nöten, sonst sehen die Proportionen schließlich nicht realistisch aus. Ein häufiger Fehler ist z.B. die Stirn zu klein zu zeichnen.


08:24

Für die grobe Einteilung des frontalen Gesichts sind drei Linien von zentraler Bedeutung:

-Eine Linie teilt das Gesicht waagerecht

-Eine weitere teilt den Kopf senkrecht

-Und die letzte halbiert anschließend nochmals die Waagerechte sowie das untere Ende des Kopfes

Somit hast du die elementare Gesichtseinteilung vollbracht. Überprüfe ruhig an deinem eigenen Gesicht die Proportionen und du wirst sehen, dass die Augen den Kopf halbieren.

Nun ziehst du eine weitere Linie in der Mitte zwischen der unteren waagerechten Linie und dem Kinn. Diese dient dir als Orientierung für den Mund.

Das Portraitzeichen erfordert vom Künstler sehr viel Aufmerksamkeit. So geben die kleinsten Variationen der Zeichnung dem Gesicht bereits sein individuelles Aussehen. Du lernst dabei eine radikale Schärfung deines Aufmerksamkeitsvermögens und bekommst nach und nach das Gefühl für Proportionen und Verhältnisse. In diesem Kurs wirst du, entsprechend der wunderbaren Komplexität unseres menschlichen Kopfes, ausführlich ins Zeichnen jeder der dazugehörenden Ausprägungen wie Ohren, Augen, Nase oder Mund eingeführt.

03:42

Zu Beginn schauen wir nun genauer auf die proportionale Verteilung der Gesichtsmerkmale und legen deren genaue Lage fest. Für eine wirklichkeitsgetreue zeichnerische Darstellung der Vorlage oder des Modells, ist es besonders wichtig auf die richtigen Proportionen zu achten. Hierfür ist die Verwendung der Hilfslinien von großer Bedeutsamkeit. So verhinderst du, dass dein Portrait asymmetrisch erscheint.

Beginne nun die Augen zart anzudeuten. Wie bereits angedeutet liegen diese über der mittleren Halbierenden. Der Abstand zwischen den Augen liegt bei etwa einer Augenbreite.

Der Mund liegt über der untersten Hilfslinie. Auf der darüber befindlichen Linie kannst du nun die Nasenspitze sowie Nasenflügel ansetzen. Achte dabei darauf, dass die Unterseite der Nase etwa so lang wie ein Auge ist. Überprüfe auch immer anhand der senkrecht gezogenen Linie ob rechts und links alles symmetrisch gezeichnet ist.

Du kannst nun auch den Mund auf der untersten Linie andeuten und siehe da: das anfängliche Ei nimmt nach und nach menschliche Züge an!

Auch die Ohren orientieren sich an der waagerechten Mittelachse des Kopfes. Du setzt den oberen Ansatz des Ohres dort an, wo die mittlere Waagerechte auf den Umriss des Kopfes trifft. Die Länge des Ohres erstreckt sich ungefähr bis zur Linie, auf welcher die Nase angesetzt ist.

01:42

Nun geht es darum deinem noch recht eindimensional wirkenden Gesicht Plastizität zu verleihen. Dafür zeigen wir dir, an welchen Stellen der Kopf in die Tiefe geht und wo die Schatten gesetzt werden.

Nachdem du mithilfe der vorangegangen Tipps die Einteilungslinien sowie Augen, Nase, Ohren und Mund angedeutet hast, markierst du mit runden Formen die Bereiche, welche ein wenig weiter hervorstehen und dementsprechend heller bleiben. Das sind u.a. die Stirn, Nasenrücken, die Wangenknochen und das Kinn.

Um jene runden Markierungen herum werden die Schatten gesetzt, da das Gesicht in diesen Bereichen nach hinten geht. Wie du diese Partien nun schattierst, zeigen wir dir in der nächsten Lektion.

15:06

Wenn wir ein Gesicht betrachten, so springen uns zunächst jene Partien ins Auge, welche erleuchtet und daher mit Leben erfüllt sind. Dennoch geben die Schatten gerade diesen Abschnitten ihre Wirkung und sind deshalb von großer Signifikanz für ein gelungenes Portrait. Plastizität wird nur durch sie erzeugt.

Die Stärke der Schattierungen variiert natürlich, wenn das Licht nicht frontal, sondern seitlich auf das zu zeichnende Gesicht fällt. Dementsprechend intensiver wirkt der Kontrast und Licht und Schatten heben sich umso stärker voneinander ab.

Für das adäquate Abbilden der Schatten ist die richtige Ausstattung von Nöten. Hierbei sei dir angeraten eine Vielzahl von Bleistifthärten zu verwenden. Auch der Papierwischer ist dir eine bedeutsame Hilfe. So kannst du Schraffierungen mit Leichtigkeit verwischen und organischer aussehen lassen.

Werfen wir nun einen Blick auf die Schattierung der Augenpartie: Du setzt einfach dort den Schatten, wo der Augapfel nach hinten „flieht“ also an den äußeren Bereichen des Auges. Nimm dir bei der Schattierung ruhig das Video zur Hilfe, und wiederhole die betreffenden Stellen ruhig mehrmals, damit du die Vorgehensweise verinnerlichst.

Offensichtlich sind die Nasenlöcher die dunkelsten Partien der Nase. Setze dort besonders intensive Schatten, da diese sehr in die Tiefe gehen. Auch um die Nasenlöcher herum, dort wo die Nasenflügel nach hinten streben, sind Schatten zu setzen. Der Nasenrücken ist sehr hell zu belassen, da er sehr weit nach vorne geht und dementsprechend vom Licht bestrahlt wird. Dabei solltest du jedoch nicht die Seiten des Nasenrückens außer Acht lassen. Diese streben nach hinten und werden also auch schattiert.

Nun gilt es den Mund zu Plastizieren.  Den Mund hat man generell hell auszufüllen und den Strich zwischen den Lippen zu verstärken. Auch hier bietet es sich an den Papierwischer zu verwenden um die Übergänge zu optimieren. Auch der Knetradiergummi bietet sich an, da du mit diesem punktuell radieren kannst und somit Präzision in die Schattierung bringst. Auch die kleinen Fältchen im Mund kannst du bereits skizzieren.

Neben Kinn und Augenbrauen, sind gerade die Wangenknochen von markanter Erscheinung. Daher ist hier eine richtige Platzierung von Schattierungen sehr hilfreich und gibt deinem Portrait das individuelle Aussehen.

Wage dich doch mal ans Ohr: Diese Schattierungen sind entsprechend der Video-Darstellung zu setzten. Dies war nur ein grober Überblick. Die Details zur Frontalperspektive erläutern wir in der folgenden Lektion.

04:18

„Das Auge ist der Punkt, in welchem Seele und Körper sich vermischen.“ Christian Friedrich Hebbel sagte dies trefflichst über eins unser bewundernswertesten Organe, welches uns die Welt eröffnet.

Zu Beginn wird die grobe Struktur des Auges umrissen. Der Augapfel ist tatsächlich ein runder Körper, der jedoch kleiner erscheint als er wirklich ist, da wir durch die Augenlider nur ein Teil von ihm wahrhaftig sehen. Achte unbedingt darauf, dass die äußere Ecke des Auges häufig höher liegt als die Innere. Zudem wird die innere Seite nach außen hin leicht abgerundet.

Jetzt geht es an die Zeichnung der Iris. Diese ist ebenfalls gänzlich rund, wird aber auch von dem oberen Augenlid teilweise verdeckt. Eine Ausnahme stellen hier verständlicherweise aufgerissene Augen.

Um den Augapfel ein wenig runder wirken zu lassen, wird er an den Ecken leicht schattiert und die nun folgenden Details ergänzen das Bild:

Als Grundlage gilt es die Richtung der Lichtquelle zu identifizieren. Du musst nämlich dementsprechend jeweils eine Stelle in der Pupille sowie in der Iris freilassen.

Wenn du nun die Pupille (der Kreis in der Mitte der Iris) füllst, gilt darauf zu achten, dass sie wirklich rund bleibt und dass du bloß nicht die kleine Lichtreflektion überzeichnest. Jetzt deutest du die Irisfortsätze vom Rand Richtung Mitte sowie von der Mitte Richtung Rand an. Aber achte darauf, dass diese sich nicht verbinden! Du musst dennoch eine kleine, kaum sichtbare Verbindung herstellen. Verwende dafür einen sehr harten Bleistift, sodass diese Linien wirklich schier nicht zu erkennen sind.

Kommen wir nun zu den beiden Augenlidern, welche dem Auge nicht unbedeutend zur Plastizität verhelfen. Für das untere Lid zeichnest du eine recht starke Linie die mit der inneren Rundung verbunden ist und dem Augeninneren sehr nahe kommt. Im selben Zug kannst du mit einer weiteren Linie die untere Augenfalte hinzufügen. Das obere Augenlid ist weitaus größer und wird durch die richtigen Schattierungen abgerundet. Du perfektionierst dein Auge nun mit den entsprechenden Schattierungen, wie sie im Video angeleitet werden.

Jetzt fehlen nur noch die Wimpern um der Augenpartie Leben einzuhauchen. Hier gibt’s keine Anleitung, da diese unregelmäßig sind. Ziehe schlichtweg kleine schwungvolle Striche die von den Augenlidern abgehen. Beachte hierbei, dass die Wimpern nach außen hin stets kürzer werden!

Et voilà: Du kannst ab sofort eine detailreiche Zeichnung des menschlichen Auges anfertigen. Die Augen sind der emotionalste und tiefgründigste Teil unseres Gesichts. Dir ist sicherlich der Spruch bekannt: „Ein Blick sagt mehr als tausend Worte.“ Hinter dieser Phrase liegt viel Wahres. Daher rate ich dir Zeit für das Zeichnen der Augen zu nehmen, da diese im Portrait eine vielsagende und ausdrucksvolle Stellung einnehmen.

03:21

Da die Nase das zentrale Gesichtsorgan darstellt, ist sie bei jedem Portrait individualitätsstiftend. Deshalb ist hier wiederrum viel Aufmerksamkeit bei der korrekten Zeichnung von Nöten. Sie springt einem nicht nur optisch unmittelbar ins Auge, sie nimmt als zentrales menschliches Organ zu Atemregulierung eine unglaublich bedeutsame Vitalfunktion ein. Das gilt es, ähnlich wie bei dem Auge, auch auf Papier zu übermitteln und dem Portrait somit Vitalität zu schenken!

Ähnlich komplex wie die Ohren, scheint die Nase einen anfangs aufgrund der feinen Schatten zu überfordern. Keine Angst! Du lernst nun Schritt für Schritt diese Schatten richtig zu setzen.

Zuallererst ist es wichtig das Nasengerüst zu skizzieren, indem du den Umriss der Nasenlöcher, der Nasenflügel und der Nasenspitze andeutest. Hierbei ist insbesondere Wert auf die richtigen Proportionen zu legen, sodass z.B. die Nasenflügel auch zur Nasenspitze passen. Wie du bereits in einer der vorherigen Lektionen gelernt hast, erzeugst du Plastizität, indem du die Schatten an den Stellen setzt, an welchen die Nase nach hinten strebt. Bereiche die weit abstehen, wie die Nasenspitze und der Nasenrücken, bleiben selbstverständlich heller.

Wenn du eine Nase zeichnest, musst du dir darüber im Klaren sein, was diese für eine Form hat. Denn ob diese spitz, rund oder eine Stupsnase ist, lässt sich alles durch die adäquate Platzierung der Schatten festlegen. Für eine Stupsnase gilt es beispielsweise die Nasenspitze groß und hell zu gestalten.

Um die Nase kongruent in das Gesicht einzugliedern, fehlt lediglich die richtige Platzierung der Schatten, die von der Nase geworfen werden, vor allem rund um den Nasenrücken. Nun ist erneut auf die Lichtquelle zu achten, denn dementsprechend liegt der Schatten auf der anderen Seite.

Für die Vollendung der Nase steht noch der Nasenrücken aus: Hier musst du ebenso die Länge und Breite der zu zeichnenden Nase kennen, um beispielsweise eine eher männliche oder weibliche Nase anzufertigen.

Jetzt hast du gelernt mit einer wunderbar realistisch anmutenden Nase, ein stimmiges Zentrum in deinem frontalen Portrait zu erstellen

03:28

Wie die Augen mit ihrer Leuchtkraft Individualität und die Nase durch ihre Vitalfunktion Lebendigkeit ausstrahlen, so repräsentieren die Lippen die menschliche Sinnlichkeit.  Sie sind ganz unmittelbar Ausdruck und Spiegel deiner Emotionen. Der Mund, bestehend aus Ober-, Unterlippe sowie den mimischen Muskeln, ist für das Formen der Worte und somit für die verbale Kommunikation, zuständig. Dies zeigt auf, dass die Lippen durchaus nicht zu vernachlässigen sind. Du lernst in der folgenden Lektion diese gekonnt zu Zeichnen und in dein Portrait zu integrieren.

Man beginnt mit den Umrissen der Lippen. Diese sind jedoch auch nur anzudeuten, denn eigentlich wird der Mund vielmehr durch die umliegenden und inwendigen Schatten definiert. Der Strich, welcher Ober- und Unterlippe trennt, wird stärker gezeichnet, da es dort in die Tiefe geht. Auch bei den Lippen ist es von größter Bedeutung die Lichtquelle zu kennen, um dementsprechend dunklere oder lichtere Stellen zu schraffieren.

Kommen wir nun zur Unterlippe: Um diese zu definieren setzt du unterhalb deines skizierten Mundes einen leichten Schatten, der durch die leichte Wölbung der Unterlippe erzeugt wird. Die Stelle die am weitesten nach außen gewölbt ist bleibt selbstredend heller.

Je nach Erscheinung deiner Vorlage oder Modells, zeichnest du die feinen senkechten Linien auf der Lippe ein und gibst ihr Struktur, oder du lässt es blank, was durch den Lichteinfall bedingt, durchaus realistisch wirken kann.

Die Oberlippe ist, anders als die Unterlippe, nicht einfach nach außen gewölbt und gestaltet sich dementsprechend schwieriger. Das Video gibt dir dabei die nötige Hilfestellung.

Um die Lippen schlüssig in das Gesicht einzugliedern, zeichnest du das Philtrum, welches die Lippen mit der Nase verbindet und den Mund somit in dein Portrait eingliedert. Die zwei Erhebungen oberhalb der Einkerbungen der Oberlippe musst du dabei heller lassen als die tieferen Stellen darum herum.

Und wieder ein weiteres Kapitel abgeschlossen! Nun kannst du eine Lippe zeichnen und diese realistisch in dein Portrait einbauen. Jetzt kannst du ein Portrait aus der frontalen Ansicht anfertigen.

Section 4: Portrait im Profil | Ausgeprägte Charakteristika feststellen und Details finden
04:21

Kommen wir nun zu dem Portrait im Profil, also der Ansicht des Gesichts von der Seite. Das im Video verwendete Gesicht haben wir dem dänischen Schauspieler Mads Mikkelsen entliehen, nicht zuletzt aufgrund seiner markanten Physiognomie, die sich optimal als Beispiel verwenden lässt. Vorab die beruhigende Nachricht, dass das Portrait aus der Profilansicht weitaus einfacher ist als die Frontalansicht, da lediglich eine Seite sichtbar ist und somit z.B. Symmetriebemühungen wegfallen.

Das Grundgerüst bildet ein Oval, welches du bevorzugt mit einem sehr hellen Bleistift (z.B. 2H) zeichnest. Achte bei der Zeichnung der ovalen Grundform darauf, dass die untere Spitze des „Eies“ leicht nach rechts zeigt, wie im Video demonstriert.

Um dir dies anzueignen machst du am besten einige Übungen auf einem Extrablatt. Zeichne auf diesem stets ein Oval und in diesem einen Kreis; also den Hinterkopf. Wiederhole diese Übungen so häufig, bis du der Ansicht bist, dass du die Leerform gut zeichnen kannst. Der grobe Umriss deines Portraits sollte nun stehen!

Wie in der Frontalansicht gilt es nun auch das Portrait im Profil zu gliedern, damit die Proportionen und die Lage von Auge, Nase und Mund auch stimmen. Auch hier teilst du den Umriss vorerst vertikal sowie horizontal. Der dabei entstehende untere Teil wird ebenfalls waagerecht geteilt und nochmals halbiert. Bei Verständnisproblemen, ziehe das Video zu Rate. Die Halbierende dient zur Orientierung z.B. für die Lage der Augen. Dazu jedoch mehr in der nächsten Lektion.

02:16

Eine korrekte Einteilung ist, wie gesagt, von elementarer Bedeutung. Die Leerform wird senkrecht und waagerecht halbiert. Die Waagerechte zeigt dir die exakte Lage der Augen.

Nun halbierst du den unteren Teil erneut waagerecht. Diese Linie gibt dir die Position der Nase vor.

Unterhalb dieser Linie führst du erneut eine Halbierung durch, sodass du erneut eine Waagerechte ziehst. Auf dieser untersten Linie liegt schließlich der Mund.

Das Ohr wird tatsächlich auf der Linie angesetzt, wo sich auch die Augen befinden und schließt dann etwa bei der „Nasenlinie“.

Probiere doch dieser Skizze nun ein wenig Leben zu schenken und zeichne grob die Gesichtsmerkmale eine. Keine Sorge, wir kommen in den folgenden Lektionen auf alle Details zu sprechen.

08:33

Mithilfe der in der vorherigen Lektion gesetzten Linien, ist das Positionieren von Auge, Nase und Mund ein Kinderspiel.

Knapp über der obersten Waagerechten kannst du nun das eine Auge ansetzen und vorerst skizzieren. Das somit angedeutete Auge liegt etwa eine Augenbreite vom Nasenrücken entfernt, den du ebenso skizzieren kannst. Die Nase reicht also bis zur Linie die sich direkt darunter befindet, von wo aus der Nasenflügel beginnt.

Der Nasenrücken, reicht bis zur Nasenwurzel hinauf, sprich bis knapp unter die Augenbrauen. Durch die Profilansicht wird insbesondere die Anatomie des Nasenknochens ersichtlich, der weit aus dem Gesicht herausragt. Dies ist in der frontalen Ansicht z.B. nur durch das Setzen von Schatten zu erzeugen. Der Vorteil dieser Ansicht ist ganz klar, die Möglichkeit der größeren Differenzierungsmöglichkeit zwischen Stups-, oder Hakennase.

Im Aufbau ähnelt der Mund dem Auge im Profil sehr stark. Auch er ist einerseits spitz, auf der anderen Seite jedoch abgerundet, ähnlich wie die Darstellung eines Tropfens. Die Unterlippe ist oberhalb der untersten Waagerechten anzusetzen, folglich setzt du die Oberlippe auf die Unterlippe. Nun gilt es deine Vorlage oder Modell scharf zu betrachten. Denn je nach Mimik geht der Mundwinkel steil nach unten oder eher hoch bis mittig.

Kommen wir zum Ohr, welches im Profil erstmals gänzlich sichtbar ist. Der obere Ansatz befindet sich auf der gleichen Orientierungslinie wie das Auge. Mit der ohrtypischen Rundung trifft es schließlich auf die Linie, auf welcher die Nase auch ihren Platz hat. Hierbei sei nochmals gesagt, dass jegliche gezogenen Hilfslinien, ihrem Namen entsprechend, nur zur Hilfe existieren und keinesfalls bindend sind. Leichte Abweichungen sind je nach Motiv unumgänglich!

Nach dieser oberflächlichen Einweisung in die Proportionen, werfen wir einen genaueren Blick auf die Details einer Profilzeichnung. Eine adäquate Ausstattung ist unerlässlich. Dazu gehören diverse Bleistifthärten wie z.B. einen 2H, B und möglicherweise noch einen 4B. Für die Portraitzeichnung ist ein Knetradiergummi besonders empfehlenswert. So kannst du präzise die Farbintensität kontrollieren. Neben deinem Finger kannst du auch einen sogenannten Papierwischer verwenden, um deine Bleistiftschraffuren gekonnt zu verwischen.

02:26

Nach der groben Einführung geht es nun daran, mithilfe einzelner Formen und Strukturen Plastizität zu schaffen. Dementsprechend setzt du schließlich die Schatten. Auch hier ist es von zentraler Bedeutung, die Richtung der Lichtquelle zu verorten. In unserem Videobeispiel, fällt das Licht frontal, bzw. von rechts auf das Gesicht, wodurch die Schatten das Gesicht links weitaus dunkler erscheinen lassen.

Die Augenwulsten beispielsweise sowie eine Linie, die über die Wangenknochen bis hinunter zum Mund verläuft, markieren die plastischen Veränderungen der Gesichtsmasse. Auf der besagten Linie findet der Übergang zwischen der leicht im Schatten liegenden Wange zu dem frontal illuminierten Gesichtsteil statt. Das bedeutet für uns, dass dieser Teil großflächig zu schattieren ist.

Sonstige Flächen werden sukzessive abnehmend von links nach rechts schraffiert. Das Kinn und die Stirn sind Partien, die aufgrund ihrer Wölbung besonders hell bleiben.

Dies war eine kleine Einführung in die korrekte Bearbeitung der Übergänge. Jetzt geht es daran die Schatten zu setzen.

12:27

In dieser Lektion werden die Schatten gesetzt. Ein Papierwischer kann hierbei zum Verwischen der Schraffuren eine enorme Hilfe darstellen!

Das Auge ist in der Augenhöhle zu verorten. Da das Gesicht dort stark in die Tiefe flieht, wird die Augenhöhle intensiv schattiert. Der Augapfel bekommt an der inwendigen Seite ebenso einen leichten Schatten.

Bei der Profilansicht ist das Nasenloch sehr herausstechend. Das heißt, dass wir an dieser Stelle die Tiefe mit einem bevorzugt dunklen Stift sehr intensiv schattieren. Der Nasenflügel bleibt eigentlich heller. Daher musst du zu dessen Definition den Schatten darum herum setzen. So kannst du auch je nach Belieben die Größe des Nasenflügels variieren. Der Nasenrücken ist auch etwas heller, bis er auf das Gesicht trifft. Dieser Übergang ist auch durch eine leichte Schattierung als solcher erkenntlich zu machen. Unterhalb der Nase befindet sich ein Schatten, der von der Nasenspitze geworfen wird.

Den Mund setzt man ebenfalls durch die ihn umgebenden Schattierungen vom Rest des Gesichtes ab. Gerade die Grenze zwischen Ober- und Unterlippe ist kräftig zu zeichnen und selbst am Außenwinkel ist auf der Unterlippe ein Schatten zu erkennen. Wenn dein Gesicht Falten hat, so zeichnest du keinesfalls Striche, sondern setzt Schatten! Selbiges gilt auch für die Mundfalten.

Bei der Zeichnung im Profil ist verhältnismäßig viel von den Haaren zu sehen. Du setzt jedoch keine vereinzelten Striche, sondern konstruierst die Haare durch Kontraste. Also definierst du die Strähnen, indem du immer wieder Schatten setzt. In unserem Videobeispiel ist das Haar sehr strähnig, was das Zeichnen sehr vereinfacht. Bei einem männlichen Modell ist der Haaransatz weitaus höher. Achte jedoch generell darauf, deine Haare nicht zu weit unten anzusetzen, sonst wird die Stirn zu klein!

Jetzt bist du im Stande die Schatten eines Gesichtes aus der Profilansicht zu setzen. Im Folgenden gehen wir noch einmal auf die Details der einzelnen Gesichtspartien ein.

07:05

Das einzigartige am Auge aus der Profilansicht ist, dass man tatsächlich vom Auge nur recht wenig sieht. Vielmehr erlangen die Augenlider und die Wimpern an Bedeutung. Dir sei angeraten, die Zeichnung mit einem sehr harten (z.B. 2H) zu beginnen. Wie beim Auge aus der frontalen Ansicht ist es äußerst hilfreich, vorerst den ganzen, runden Augapfel vorzuzeichnen.

Anschließen setzt du die Augenlider, welche den Großteil des Augapfels verdecken. Das obere Lid ist weitaus steiler und sticht offensichtlich hervor. Die senkrechten Linien schmiegen sich größtenteils an den Augapfel an. Die Öffnung zwischen den Lidern ist in dem Videobeispiel nur gering.

Mit einem Bleistift der Härte B zeichnest du die Augenlider und das kleine Fältchen auf dem Oberlid stärker nach. Im selben Zug kannst du bereits leichte Schatten setzen, um zu verdeutlichen, dass das Auge rund ist. Hinter dem Auge wird es ebenfalls dunkler um die Wölbung nach außen zu betonen und das Auge vom Hintergrund abzuheben.

Zur Verdeutlichung der Hautdicke zwischen dem Augapfel und dem unteren Lid, machst du einen weiteren Schatten deutlich.

Die Verbindung zu den Augenbrauen wird betont, indem du die Stelle, an dem der sichtbare Teil auf das Gesicht trifft, hervorhebst. Es bietet sich an, das kleine obere Augenfältchen mit einem Papierwischer auszufüllen. Die Augenringe lassen sich nun auch andeuten, um ein besseres Gesamtbild zu erhalten.

Da die Iris im Profil nur eine geringfügige Rolle spielt, bedarf es hierbei keinerlei Details. Dennoch sollte man die Pupille und den obligatorischen Lichtpunkt einzeichnen.

Die Wimpern sind, wie gesagt, bei der Profilansicht von großer Relevanz. Sie werden durch schwungvolle Striche gezeichnet, die vom Auge wegführen. Das Unterlid hat etwas kleinere Wimpern.

Um das Auge nun in das Gesicht einzugliedern, wird im Hintergrund der Nasenrücken mit einem leicht dunkleren Stift angedeutet. Insbesondere der Schatten hinter dem Auge ist wichtig, damit das Auge plastisch wird.

Jetzt zeichnest du mit einem noch dunkleren Bleistift jegliche markanten Linien nach und kannst die Wimpern zusätzlich mit dem Papierwischer verwischen. Mit einem Radiergummi lassen sich feine weiße Stellen in den Wimpern setzen, wodurch diese noch räumlicher wirken und das Auge vervollständigen. 

06:41

Die Nase im Profil lässt sich ziemlich simpel gestalten. Mit einem hellen Bleistift (z.B. 2H) deutest du vorerst den Umriss der Nase an. Bei einer Nase im Profil gibt die charakteristische Form Aufschluss über das Geschlecht des Portraitierten. Achte darauf, dass die Nasenspitze keinesfalls spitz gezeichnet wird, sondern vielmehr rund ist.

Nach der Skizze gehst du ins Detail und füllst das Nasenloch aus, welches besonders dunkel gestaltet werden muss, da es besonders in die Tiefe geht. Du zeichnest nun mit einem Bleistift der Härte B weiter und erzeugst Plastizität, indem du erste Schatten setzt. Fasse dir doch mal an die eigene Nase und erfühle Höhen und Tiefen unseres Riechorgans! Auch hier gilt es die Schraffuren stets mit einem Papierwischer zu verwischen, um die Zeichnung ebenmäßiger wirken zu lassen.

Zu Beginn des Nasenrückens zeichnest du die Nasenwurzel. Dies ist der Punkt, wo die Nase aus dem Gesicht hervortritt. Den Nasenrücken kannst du leicht nachzeichnen, da dieser in der Profilansicht sehr markant ist

Um die Nase in das Gesicht einzugliedern, setzt du nicht lediglich innerhalb, sondern auch daneben Schatten. Dies betont den hervorstechenden Charakter der Nase. Des Weiteren kannst du nun die Verbindung zum Mund zeichnen (Philtrum) und diesen andeuten. Mit einem dunkleren Bleistift verstärkst du die Schatten, um sie anschließend wieder zu verwischen.

Abschließend gilt es die Zeichnung auf fehlende Schatten zu überprüfen und mögliche Verfeinerungen vorzunehmen.

06:04

Die Lippen im Profil haben eine Form, die einem leicht ausgeklappten, liegenden Fächer ähnlich ist. Aus dem Profil ist zudem ersichtlich, dass die Oberlippe meist etwas hervorsteht.

Nimm dir einen hellen (2H) Bleistift zu Hand und deute den Umriss sowie Ober- und Unterlippe an. Infolgedessen kannst du gleich die kleinen Lippenfältchen in der Oberlippe zeichnen. Die Umrisse der beiden Lippen sind relativ gleichmäßig. Die obere Einkerbung machst du durch einen kleinen Knick im Umriss deutlich.

Je nach Mimik des Motivs, ist der Mundwinkel nach oben oder nach unten zu setzen.

Die Übergänge lassen sich leicht durch einen Bleistift der Härte B und einem Papierwischer anfertigen. Erst die Lippen ausfüllen und dann die Schraffur verwischen. Die Umrisse solltest du ebenfalls nachzeichnen. Gerade die Trennung zwischen Ober- und Unterlippe ist zu betonen. Auch die Fältchen in der Unterlippe lassen sich nun einzeichnen.

Die Mundfalten sind je nach menschlicher Vorlage individuell. In unserem Videobeispiel ist sie besonders gut zu erkennen. Da sie tiefer liegen als ihre Umgebung, wird auch dort ein Schatten gesetzt.

Mit winzigen Strichelchen lassen sich bei männlichen Modellen kleine Bartstoppeln –und Härchen oberhalb der Ober- sowie unterhalb der Unterlippe hinzufügen.

Um den Mund in das Gesicht einzugliedern, gilt es das Kinn einzuordnen und die Verbindung zur Nase zu zeichnen. Den Raum zwischen den Lippen kannst du noch stärker betonen und den Innenbereich der Lippen schattieren. Achte darauf, das sie nach außen immer heller werden.

Überprüfe ob um die Lippen Schattierungen oder kleine Barthärchen fehlen, um den Mund zu komplettieren.

Section 5: Portrait im Halbprofil | Wie Du perspektivisch einen gedrehten Kopf zeichnest
06:00

Kommen wir nun zur Mélange aus Frontal- sowie Profilansicht: Dem Halbprofil. Im Halbprofil sind das Kinn und der hintere Wangenknochen besonders markant. Auch die Nase erlangt eine ungeahnte Plastizität.

Zu Beginn zeichnen wir erneut die ovale Leerform. Anders als zuvor, gleicht diese jedoch weniger einem Ei, da die Spitze leicht nach rechts heraussticht. Wir präzisieren jene Leerform nun, indem wir die rechte „Gesichtskante“ in diese hineinzeichnen. Des Weiteren bietet es sich an die Ausmaße der Haare anzudeuten, um schließlich eine Orientierungshilfe zu haben und zu wissen, wie weit sich das Bild ausdehnt.

Im Videobeispiel, wird die Leerform nun noch detaillierter betrachtet.

Achte bei der Zeichnung des Gesichts im Halbprofil auch darauf, dass du die Proportion des Hinterkopf nicht unterschätzt und diesen zu flach zeichnest. Zeichne diesen daher gefühlsmäßig eher zu groß, als zu klein! Bevor du dich an die Detailzeichnung wagst, sei dir angeraten die Leerskizze einige Male zu üben.

Dies tust du, indem du in ein Oval einen kreisrunden Körper zeichnest. Ein Stück des Kreises ragt als Hinterkopf über das Oval hinaus und wird anschließend damit verbunden. Jetzt zeichnest du das Kinn und die Wangenknochen noch ein wenig markanter. Auch die Partie über den Augen reicht stärker hinaus, als bei einer frontalen Zeichnung.

03:48

Nimm nun einen recht hellen Stift, um das Gesicht im Halbprofil zu unterteilen. Das basale Gerüst ist bei allen Perspektiven identisch. Dennoch bedarf es beim Halbprofil einer geringfügigen Anpassung, indem die Linien perspektivisch verbogen werden.

Du zeichnest also erneut ein Kreuz in das Gesicht, mit der Ausnahme, dass nur die Waagerechte genau in der Mitte gezeichnet wird.

Die Senkrechte hingegen, gilt es am höchsten Punkt des Schädels anzusetzen. Sie teilt den Kopf rechts ca. in 1/5 des Gesamtkopfes. Auf diese Außenlinie setzen wir später die Nase der zu zeichnenden Person.

Perspektivisch bedingt, sind die Linien auch keiner Symmetrie mehr unterworfen und folgen womöglich eher einer Rundung. Der untere Teil wird nun, wie gewohnt, erneut waagerecht halbiert, um dort eine Orientierung für den Anfang der Nasenspitze zu haben.

Die letzte Halbierende wird unterhalb der gerade gesetzten gezeichnet und dient als Orientierung für den Mund.

Im Video wird die Anordnung der Hilfslinien aller drei Perspektiven vergleichend nebeneinandergestellt.

07:51

Kommen wir nun zur genauen Betrachtung der verschiedenen Lagen von Nase, Mund, Ohren und Augen. Die Nasenflügel werden über der zweiten waagerechten Linie angesetzt. Bedingt durch die Halbprofilansicht, ist der Nasenrücken sehr schön ersichtlich. Diesen gilt es vorerst nur zu skizzieren. Er wird nämlich ausschließlich durch den Kontrast zur dahinterliegenden, dunkler schraffierten Haut sichtbar gemacht.

Die Augen, bzw. zuerst nur das rechte Auge, zeichnest du über der mittleren Halbierenden ein. Denn das linke Auge lässt sich leichter setzen, sobald du den Mund vorgegeben hast. Sei nicht verwundert wenn das hintere Auge von der Nase partiell verdeckt ist oder kleiner wird als das vordere. Dies ist perspektivisch unabdingbar!

Den Mund zeichnet man knapp über die unterste Hilfslinie. Er ähnelt in seiner Form einem liegenden Tropfen. Auf der einen Seite läuft er spitz zu und die andere schließt er mit einer Rundung. Dies variiert verständlicherweise je nach Vorlage.

Nun kristallisiert sich auch langsam die Lage der Ohren heraus: Im Halbprofil beginnt der obere Ansatz der Ohrs auf Höhe des inneren Augenwinkels und der untere Ansatz auf der „Nasenlinie“.

Anschließend gilt es die Nase bestmöglich zu korrigieren, das Portrait zu definieren und insbesondere Augen und Kinn zu optimieren, da diese Gesichtspartien im Halbprofil den größten Eindruck hinterlassen.

Nun gehen wir – mit Liebe fürs Detail – auf jegliche Partie des Gesichts einzeln ein und zeigen dir, wie du Plastizität erschaffen kannst.

03:26

Du kannst mithilfe vereinzelter Formen und Strukturen, deine Zeichnung plastischer erscheinen lassen. Plastizität entsteht durch den organischen Verlauf der Kontraste. Für das Schattieren ist es unabdingbar die Richtung der Lichtquelle zu kennen.

Wie im Video ersichtlich ist, werden Bereiche, die in die Tiefe gehen, dunkel schraffiert. So fallen auf die Augenhöhle oder die Seitenflächen des Nasenrückens Schatten.

Das Videobeispiel gibt dir eine exakte Vorlage, wie die Schatten zu setzen sind. Die Wangenknochen sowie der Bereich über den Nasennebenhöhlen sind hell zu belassen.

Auch die Flächen oberhalb der Lippen werden beleuchtet.

18:35

Jetzt geht es an den wohl wichtigsten Schritt um deine Zeichnung wirklich realistisch wirken zu lassen. Wir nehmen die Erkenntnisse der vorausgegangen Lektion mit, wenden diese im Zuge der endgültigen Schattierung an und verfeinern unser Portrait anschließend.

Wie immer ist die Richtung der Lichtquelle zu verorten. In unserem Videobeispiel ist klar, dass die Illumination von vorne kommt. Die Lichtpunkte in den Pupillen liegen nämlich eher rechts.

Beim Schattieren gilt es wahrzunehmen, an welchen Gesichtspartien es in die Tiefe geht. Dort musst du dunkler schraffieren, als z.B. an Kinn oder Stirn.

Beginne doch mit den Augenbrauen! Diese sind an einigen Stellen dunkler, weil sie nicht einfach platt auf dem Gesicht aufliegen, sondern sich an die Rundung des Gesichts anschmiegen. Infolgedessen kannst du ja gleich die Augeninnenseiten, welche gewissermaßen nach hinten „fliehen“, schattieren.

Die Nasenlöcher sind äußerst intensiv zu schraffieren, da dort - wie bei der Frontal- und der Profilansicht auch - ebenso ein Schatten geworfen wird. Fühle entlang deines eigenen Gesichtes und mit der Kenntnis über deinen Körper kommt das Wissen über das richtige Setzen von Licht und Schatten.

So werfen die Lippen beispielsweise einen leichten Schatten oberhalb deines Kinns. Auch das Philtrum hat aufgrund seiner Wölbung einen leichten Schatten.

Hilfreicher Tipp: Um das Verschmieren der gesetzten Striche durch deine Handfläche zu vermeiden, bietet es sich an ein Stück weißes Papier als Unterlage zu verwenden. Wo wir ja schon dabei sind: Ein Papierwischer ist optimal fürs Schattieren geeignet. Mit Leichtigkeit lassen sich somit deine Schraffierungen organisch verwischen. Ein Knetradiergummi hast du idealerweise auch zur Hand! So kannst du punktuell Veränderungen vornehmen und hast ein präzises Werkzeug zum Regulieren der Schattenintensität.

Rund ums Auge sollte man den Bleistift zart und flach führen, um nicht überstürzt zu schraffieren. Hier kannst du auch großzügig radieren. Die gezeichneten Augenlider- und falten lassen sich mit dem Papierwischer ein wenig in die Länge ziehen.

Nun zum Mund: Die Lippen wirken durch ihren Kontrastunterschied zu übrigen Haut. Gerade die Grenze zwischen den beiden Lippen ist besonders intensiv und präzise zu schattieren. Lasse dir hierbei ruhig Zeit und habe die Muße, dein Portrait detailliert auszuarbeiten. Auge, Mund und Nase werden in den folgenden Lektionen jeweils ausführlich erklärt.  

Die Haare werden nicht einzeln gezeichnet, sondern sind vielmehr Flächen, welche ein Wechselspiel aus Licht und Schatten darstellen. Gehe unbedingt auf die Individualität im Haar deiner Vorlage ein, denn somit bewirkst du einen großen Wiedererkennungswert. Ein häufiger Fehler ist, das Haar weit im Gesicht anzusetzen, wodurch deine Stirn verkommt. Bedenke, dass die Stirn einen großen Teil deines Gesichts ausmacht!

10:04

Nun geht es an die gründliche Ausgestaltung der Augen im Halbprofil. Hierbei sind einige Eigenarten zu beachten, die du wie folgt, mit Leichtigkeit meisterst. Zum Zeichnen sei dir angeraten, einen sehr harten Stift (z.B. H) zu verwenden.

Da das Auge ja bekanntlich nicht nur aus dem besteht, was oberflächlich sichtbar ist, beginnst du damit, den kompletten Augapfel zu skizzieren.

Der Umriss des Auges im Halbprofil besteht nicht aus einer symmetrisch-ovalen Form. Auf der Innenseite scheint es etwas breiter zu sein. So wirkt es leicht verkürzt. Die Außenseite läuft spitz zu und die Innenseite schließt mit einer sachten Rundung.

Des Weiteren ist die äußere Ecke des sichtbaren Auges weit höher zu verorten als die innere.

Jetzt beginnst du mit der Zeichnung der Iris, die von den beiden Lidern leicht verdeckt wird. Genau in der Mitte der Iris, setzt du die runde Pupille. Vor dem Ausfüllen von Iris und Pupille muss man beachten, dass durch das Licht bedingt, jeweils zwei kleine Punkte zu setzen sind. Diese Stellen lässt du frei.

Nun fährst du mit den Augenfalten fort. Die obere sowie die untere Augenfalte verlaufen beide mit leichtem Abstand parallel zu den Augenlidern.

Nimm einen etwas dunkleren Stift zur Hand, beginne die Pupille auszufüllen und verleihe deinem Auge durch das Nachziehen markanter Linien mehr Kontrast. Aber auch hier nicht vergessen die Lichtpunkte freizulassen. Schatten im und rund ums Auge lassen sich gut mit dem Papierwischer erzeugen! Ein Bleistift der Härte HB z.B. hilft dir, das obere Lid präziser auszuarbeiten, um langsam in die Mitte zu streben und nach und nach das Innere der Iris auszugestalten.

Die Irisfortsätze sind als kleine, helle Striche zu setzen. Sie gehen von der Pupille aus Richtung Rand, haben jedoch keine durchgehende Verbindung. Am besten du verwischt sie leicht mit deinem Papierwischer, auch weil sie künftig nicht allzu stark sichtbar sein sollen.

Auch an der Iris kannst du mithilfe des Papierwischers leichte Schatten skizzieren, denn diese ist ja nicht schlichtweg platt auf das Auge aufgelegt. Sie schmiegt sich an die Rundung des Augapfels.

Bei kleinen Ausrutschern des Bleistifts rund um die Iris und den Lichtpunkt, ist es hilfreich einen Knetradiergummi parat zu haben, den man nach Belieben formt, um präzise und flexibel radieren zu können.

Weiter geht’s mit der Bleistifthärte 3B, die dich unterstützt, dunkle Kontraste hervorzurufen. Du verwendest sie zum Schraffieren des äußeren Teils deines oberen Augenlids. So wirkt es runder. Du kannst darunter auch einen leichten Schatten setzen, wodurch eine gewisse Tiefe erzeugt wird.

Durch die Wölbung des Augapfels, steht das untere Lid des menschlichen Auges weiter hervor. Daher gilt es darunter auch einen Schatten zu setzen. Die Hautdicke zwischen unterem Augenlid und Augapfel erkennt man dadurch, dass man sie ein wenig heller lässt als ihre Umgebung.

Im Augeninnenteil werden ebenfalls Schatten gesetzt; nicht zuletzt da dort etliche Unebenheiten zu finden sind.

Die Rundung des Augapfels kann man durch das Setzen von Schatten an der Innenseite des Auges erzeugen.

Die Augenbrauen helfen dir schließlich, dein Auge in das Gesicht schlüssig einzugliedern. Diese zeichnest du mit kurzen, schwungvollen Strichen die zwischendurch verwischt werden.

Die Wimpern komplettieren das menschliche Sehorgan. Sie werden mit kleinen, sehr dünnen Strichen vom Auge wegstrebend gezeichnet. Vergiss nicht die Wimpern am Unterlid. Diese sind jedoch relativ klein.

Zum Schluss werden fehlende Schatten ergänzt und somit ist dein Auge im Halbprofil perfekt!

06:19

Die Nase im Halbprofil ist wahrhaft eine Augenweide! Man sieht im Grunde nur die Hälfte; sprich einen Nasenflügel und ein Nasenloch. Dennoch macht sie den Eindruck vollkommener Plastizität. Zu Beginn verwendest du wieder einen sehr zarten Bleistift (z.B. 2H) um den Umriss zu skizzieren. Du deutest also leicht den Nasenrücken, die Nasenflügel sowie die Nasenlöcher an. Beachte hier wiederum, dass die Größe der einzelnen Partien proportional stimmig ist.

Einzigartig an dieser Perspektive ist, dass die Nasenspitze weit herausragt.

Den Anfang der Nase, die Nasenwurzel, zeichnest du etwas abgeknickt ein, da dort die Nase auf die Stirn trifft.

Nun kannst du den Nasenflügel leicht ausarbeiten. Er beginnt knapp unter dem Nasenloch und reicht mit einer runden Schwingung nach oben.

Im Videobeispiel wird dir Aufbau und Struktur unseres Riechorgans durch ein kleines Hilfsgerüst noch einmal erläutert.

Du kannst jetzt mit einem Bleistift der Härte HB und einem Papierwischer fortfahren um bereits einige Stellen dunkler zeichnen zu können. So verdeutlichst du Bereiche die leicht in die Tiefe gehen. Verwende den Wischer für dynamische Übergänge. Eine noch dunklere Bleistifthärte hilft dir dabei, den Nasenflügel markanter erscheinen zu lassen, indem du ihn kräftiger zeichnest.

Neben der abgrenzenden Linie, ziehst du jetzt mit dem Papierwischer - und optional leichten Bleistiftschraffierungen - einen leichten Schatten.

Das Philtrum - die kleine Linie, welche die Verbindung zum Mund herstellt - beginnt an der Trennung der beiden Nasenlöcher. Um ihre leichte inwendige Rundung zu betonen, zeichnest du je nach Lichtquelle einen leichten Schatten.

Eine Kräftigung der Schatten für mehr Plastizität und voilà: die Nase im Halbprofil ist perfekt!

08:05

Der Mund im Halbprofil ähnelt in der Form sehr stark einem liegenden Tropfen. Die Seite, welche dir zugewandt ist läuft spitz zu und die Abgewandte schließt mit einer Rundung.

Mit einem sehr zarten Bleistift kannst du vorerst die Umrisse der Lippen andeuten. Damit die Linien später verschwinden, sei dir angeraten die Bleistifthärte 2H zu verwenden. Bedenke, dass die Lippen im Halbprofil keine Symmetrie vorzuweisen haben und nicht gänzlich sichtbar sind. Beim Zeichnen der umreißenden Linien ist vor allem auf die leichte Einkerbung in der Oberlippe zu achten, welche durch die Perspektive nicht mittig liegt.

Im Videobeispiel verdeutlicht dir der Vergleich mit den anderen Perspektiven die räumliche Lage des Mundes.

Ein Bleistift der Härte HB hilft dir nun die skizzierten Umrisse etwas dunkler und deutlicher nachzuzeichnen.

Je nach Vorlage für dein Portrait, variiert die Stärke der kleinen Fältchen auf den Lippen. Dennoch sind sie ein elementarer Baustein für die realistische Wirkung deines Mundes. Beginnend mit der Oberlippe, kannst du diese zart einzeichnen, um sie schließlich leicht zu verwischen. Im selben Zug kannst du den Bereich andeuten, wo die Oberlippe schattiger sein wird. Verwische die schraffierten Striche stets mit dem Papierwischer. So erzeugst du Gleichmäßigkeit.

Das kleine Grübchen am äußeren Ende des Mundes deutest du stärker an, damit man wirklich erkennt, dass es dort in die Tiefe geht.

Egal aus welcher Perspektive deine Lippen gezeichnet werden, der trennende Strich zwischen Ober- und Unterlippe ist stets am dunkelsten. Diese Einkerbung wirft auch die dunkelsten Schatten, welche dann zur Mitte der einzelnen Lippen hin aufgrund der Wölbung immer heller werden.

Zur Definition der Unterlippe setzt du unter dieser einen leichten Schatten. Dann kannst du mit dem Schatten innerhalb der Lippen fortfahren. Den kannst du vorerst auch leicht abgrenzen. Aber bedenke, dass dort schließlich ein organischer Übergang geschaffen werden muss. Das gelingt dir durchs Verwischen mit dem Finger oder Papierwischer.

Ein noch dunklerer Stift (z.B. 4B oder 5B) soll dich nun unterstützen, die Schatten zwischen den Lippen noch kräftiger darzustellen. Du wirst merken, dass die Form der Unterlippe auch leicht nach rechts gezogen ist. Lass dich durch die perspektivischen Verzerrungen nicht beirren!

Da die Lippen nicht aus den begrenzenden Linien bestehen, sondern durch die sie umgebenden Schatten definiert werden, sind diese von großer Bedeutung.

Das Philtrum wird nun gezeichnet. Es hat eine Rundung nach innen und wird dementsprechend auf der einen Seite schattiert.

Mithilfe von Knetradiergummi, Bleistift und Papierwischer gilt es jetzt die Zeichnung zu verfeinern, indem du die gesetzten Schattierungen noch verdunkelst und somit die Zeichnung des Mundes noch realistischer wirken lässt.

Section 6: Übungsblock
05:49

Nun folgt eine Übung, welche das Gelernte festigen soll!

Übung 2
10:49
Übung 3
30:46

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