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Tamazight von Südmarokko 'Tachelhit' lernen
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Tamazight von Südmarokko 'Tachelhit' lernen

Tachelhit von Südmarokko " Marrakech bis Sahara"
Last updated 10/2021
German

What you'll learn

  • Tamazight lernen, wie es von Muttersprachlern gesprochen wird.
  • Tamazight von Südmarokko = Tachelhit

Course content

1 section19 lectures6h 11m total length
  • Einleitung15:51
    • Eine Sprache lernt man am besten durchs Sprechen.

    • Fehler machen gehört zum Sprachen lernen dazu.

    • Eine entspannte Atmosphäre fördert den Lerneffekt.

    • Eine Sprache zu lernen braucht Zeit. Deshalb ist es wichtig, dass man nicht die Lust daran verliert.

  • Zahlen11:06

    Substantive unterscheiden die zwei Numeri Singular und Plural. Die Bildungsweise ist kompliziert und schwer vorhersagbar. Folgende Regeln lassen sich angeben:

    Die typischen Endungen lauten -ǝn für Maskulina und -in für Feminina, wobei -in die Endung -t des Singulars ersetzt. Außerdem wird bei den meisten mit a- beginnenden Substantiven dieser Vokal durch i- ersetzt, entsprechend bei Feminina ta- durch ti-. Hier ist anzunehmen, dass a- nicht zum Stamm des Substantivs gehört, sondern ein Singularzeichen ist, das durch ein Pluralzeichen i- ersetzt wird. Beispiele für Maskulina:

    • adrar „Berg“ – idrarǝn „Berge“

    • argaz „Mann“ – irgazǝn „Männer“

    • ašǝlḥi „Schǝlh-Mann“ – išǝlḥiyn „Schǝlh-Männer“ (-i wird vor der Pluralendung zu -iy)

    Beispiele für Feminina:

    • tamγart „Frau“ – timγarin „Frauen“

    • tafullust „Huhn“ – tifullusin „Hühner“

    • tašǝlḥit „Schǝlh-Frau“ – tišǝlḥiyin „Schǝlh-Frauen“

  • Konversation11:53

    Das Taschelhit besitzt nicht nur zahlreiche arabische Fremdwörter, sondern auch eine beträchtliche Zahl von lateinischen Entlehnungen aus der Antike. Viele davon gehören in den Bereich der Landwirtschaft. Soweit es sich um Substantive handelt, wurden sie oft mit dem Präfix a- oder i- (bei Feminina ta-) versehen. Beispiele:

    • tafarnut „Backofen“ (< lat. furnus)

    • tafirast „Birne“ (< lat. pirus)

    • abaw „Bohne“ (< lat. faba)

    • ikikər „Erbse“ (< lat. cicer)

    • asnus „Eselsfüllen, Jungtier vom Esel“ (< lat. asinus „Esel“)

    • arumi „Europäer“ (eigentlich „Römer“)

    • ifilu „Faden“ (< lat. filum)

    • igər „Feld“ (< lat. ager)

    • urti „Garten“ (< lat. hortus)

    • afullus „Huhn“ (< lat. pullus)

    • tayuga „Ochsengespann“ (< lat. iugum)

    • taγawsa „Sache“ (< lat. causa)

    • tasarut „Schlüssel“ (< lat. sera)

    • tanawt „Segelboot“ (< lat. navis)

    • taggurt „Tür“ (< lat. porta)

    • takira „Wachs“ (< lat. cera)

    Beispiele für Feminina:

    • tazzwit „Biene“ – tizzwa „Bienen“

    • taḥanut „Geschäft“ – tiḥuna „Geschäfte“

    • tamazirt „Land“ – timizar „Länder“

    • tagǝrtilt „Matte“ – tigǝrtal „Matten“

    • timǝzgida „Moschee“ – timǝzgadiwin „Moscheen“

    • tasarut „(der) Schlüssel“ – tisura „(die) Schlüssel“

  • Zeit13:44

    Schreibsysteme

    Tachlhit wurde mit verschiedenen Alphabeten geschrieben. Historisch gesehen hat die arabische Schrift dominant. Die Verwendung des lateinischen Schrift entstand im späten 19. Jahrhundert. In jüngerer Zeit eine Initiative zu schreiben Shilha gewesen in Tifinagh dort hat.

    Tifinagh

    Hauptartikel: Tifinagh

    Tifinagh (oder besser gesagt, Neo-Tifinagh) wurde in den späten 1990er Jahren und ihre Verwendung eingeführt wird jetzt von den marokkanischen Behörden unterstützt, in einer standardisierten vom Institut Royal de la Culture Amazighe (IRCAM, Rabat) verkündet Form. Publikationen vollständig in Tifinagh gedruckt bleiben noch selten, und nur ein winziger Anteil der Shilha Lautsprecher, falls vorhanden, ist in der Lage das neue Skript mit Vertrauen zu handhaben. Seine Hauptaufgabe ist ein Sinnbild, das von einem kulturellen Symbol. Als solche haben Tifinagh den öffentlichen Raum betreten, mit jetzt Ortsschilder den Namen in Tifinagh sowie in Arabisch und lateinischer Schrift zeigt.

  • Transport17:19

    Präpositionen

    Einfache Präpositionen

    Das Taschelhit besitzt Präpositionen. Auf diese folgt entweder ein Substantiv, das dann im état d’annexion erscheint, oder ein Suffixpronomen. Die meisten Präpositionen haben vor Substantiv und vor Suffixpronomen unterschiedliche Stämme:

    • γ „in“ – gi „in mir“ – gi-s „in ihm“

    • s „zu“ – sr-i „zu mir“ – sǝr-s „zu ihm“

    • d „mit“ – did-i „mit mir“ – did-ǝs „mit ihm“

    • f „auf“ – fǝlla „auf mir“ – fǝlla-s „auf ihm“

    • dar „bei“ – dar-i „bei mir“ – dar-s „bei ihm“

    d „mit“ kann auch für „und“ stehen:

    • argaz t-təmghart „der Mann und die Frau“ (assimiliert aus d-təmghart)

    • tamghart d-urgaz „die Frau und der Mann“

    Es kann aber keine zweite Präposition darauf folgen, wohingegen man bei der Koordination im Deutschen die Präposition gerne wiederholt:

    • γ-tgəmmi d-wurti „im Haus und Garten“, deutsch besser: „im Haus und im Garten“

    Die Präposition dar „bei“ dient, meist zusammen mit dem Verb ili „(an einem Ort) sein“, als Entsprechung unseres „haben“:

    • illa dar-i aghyul „bei mir ist ein Esel“ = „ich habe einen Esel“


    Satzfragen

    Satzfragen werden durch das Wörtchen is eingeleitet:

    is tǝftit s-ǝssuq iḍgam ?
    FRAGE du-gingst zum-Markt gestern
    „bist du gestern auf den Markt gegangen?“

    is tgit achǝlḥi
    FRAGE du-bist Schǝlh
    „bist du ein Schǝlh?“

    Das Element is kann im übrigen auch „dass“ bedeuten:

    • ssneh is illa r-ǝssuq „ich weiß, dass er auf dem Markt ist“

  • Restaurant21:07

    Relativsatz

    Das Bezugswort eines Relativsatzes erhält meist das Suffix -ǝlli, das etwa unserem „der/die/dasjenige“ entspricht. Wenn das Bezugswort des Relativsatzes gleichzeitig sein Subjekt ist, wird das oben besprochene Partizip verwendet:

    argaz-ǝlli ikǝrzǝn igǝr
    Mann-derjenige bearbeitend Feld
    „der Mann, der das Feld bearbeitet hat“

    irgazǝn-ǝlli kǝrznin igǝr
    Männer-diejenigen bearbeitende Feld
    „die Männer, die das Feld bearbeitet haben“

    tamghart-ǝlli r-a-yili r-tgǝmmi
    Frau-diejenige-ist im-Haus
    „die Frau, die im Haus sein wird“

    Wenn das Bezugswort das Objekt im Relativsatz ist, wird einfach die normale Verbform verwendet:

    argaz-ǝlli zrih
    Mann-derjenige ich-sah
    „der Mann, den ich sah“ (Konstruktion wie in Englisch „the man I saw“)

    Wenn das Bezugswort Komplement einer Präposition ist, so wird die Präposition an den Anfang des Relativsatzes gezogen. Diese Konstruktion ist für uns gewöhnungsbedürftig, aber auch in anderen Berbersprachen üblich:

    tigǝmmi-lli r'izdǝgh
    Haus-dasjenige in er-wohnt
    „das Haus, in dem er wohnt“

    aḥanu-lli r'illa baba
    Zimmer-das jenige in ist mein-Vater
    „das Zimmer, in dem mein Vater ist“

    ssuq-ǝlli s'r-ad-ftun
    Markt-derjenige zu-sie-gehen
    „der Markt, zu dem (auf den) sie gehen werden“

    Wenn das Bezugswort das Dativobjekt im Relativsatz ist, so erscheint am Anfang des Relativsatzes das Element mu (statt i):

    argaz-ǝlli mu zzǝnzigh ayyis-inu
    Mann-der jenige  ich-verkaufte Pferd-mein
    „der Mann, dem ich mein Pferd verkauft habe“

  • Verabschiedung13:06

    Possession

    Nominale Possession

    Im Taschelhit folgt, wie in allen Berbersprachen, der Possessor immer auf das Possessum. Wenn der Possessor nominal ist, geht ihm das Verbindungselement n voran (etwa als Präposition „von“ zu verstehen), und der Possessor tritt in den état d’annexion. Das n wird dem folgenden Konsonanten oft assimiliert:

    • argaz „Mann“ – aydi n-urgaz (oder w-wrgaz) „der Hund des Mannes“

    • uchǝn „Schakal“ – aḍar n-wuchǝn (oder w-wuchǝn) „der Fuß des Schakals“

    • atay „Tee“ – lkas n-watay (oder w-watay) „das Glas Tee“

    • tigǝmmi „Haus“ – imi n-tgǝmmi „der Eingang (wörtlich: Mund) des Hauses“

    • lâarba „Mittwoch“ – ssuq n-lâarba (oder l-lâarba) „der Mittwochmarkt“

    Pronominale Possession

    Bei pronominalem Possessor werden die Possessivsuffixe verwendet, die oben im Abschnitt „Personalpronomen“ aufgeführt sind:

    • agmar-inu „mein Pferd“ – agmar-ǝnnǝk „dein Pferd“ – etc.

    • ism-ǝnnǝs „sein Name“ – ism-ǝnnsǝn „ihr (pl.) Name“

    -inu „mein“ lautet nach Vokal nur -nu:

    • tarwa-nu „meine Kinder“

    Verwandtschaftstermini

    Es existieren eine Reihe von Verwandtschaftstermini, die folgende Besonderheiten aufweisen:

    • Die Grundform inhäriert schon „mein“, folglich wird kein Possessivsuffix der 1.Pers.sg. verwendet.

    • Vor den pluralischen Suffixen wird zusätzlich ein -t- eingeschoben.

    • Eine direkte Verbindung mit nominalem Possessor ist nicht möglich, sondern es muss zusätzlich ein Possessivsuffix der 3. Person stehen.

    Beispiele:

    • baba „mein Vater“ – baba-s „sein Vater“ – baba-t-nǝh „unser Vater“

    • iwi „mein Sohn“ – iwi-s „sein Sohn“ – iwi-s n-umghar „der Sohn des Chefs“

    Ebenso verhalten sich imma „(meine) Mutter“, illi „(meine) Tochter“, gwma „(mein) Bruder“ und ultma „(meine) Schwester“. Durch die Begriffe „mein Bruder“ gw-ma und „meine Schwester“ ult-ma dokumentiert das Berberische die alte Verwandtschaftsbeziehung der berberischen Gesellschaft, die über die Mutter läuft. Denn gw-ma heißt wörtlich: „der Sohn meiner Mutter“ und ult-ma heißt „die Tochter meiner Mutter“. Die ganze Verwandtschaft läuft über die Mutter, und selbst der Onkel mütterlicherseits spielt eine sehr große Rolle für die Kinder seiner Schwester. Man sollte diese Ausdrücke besser so schreiben: U-ma (mein Bruder = Sohn meiner Mutter) und Ult-ma (meine Schwester = Tochter meiner Mutter). Die Ausdrücke u „Sohn von“ und ult „Tochter“ sowie deren Plural ayt „Söhne von“ und ist „Töchter“ von bilden die Besonderheit des Berberischen insgesamt:

    • u brahim „der Sohn von Brahim“

    • ayt brahim „die Söhne von Brahim“

    • ayt-ma „Söhne meiner Mutter = meine Brüder“

    • ult-ma „Tochter meiner Mutter = meine Schwester“

    • ist-ma „Töchter meiner Mutter (Pl) = meine Schwestern“ (Plural)

  • Aussprache25:00

    „Ansonsten war (und ist) die Bevölkerung Marokkos beim Berberischen geblieben, das heute in drei große Dialektfamilien zerfällt, zwischen denen keine wechselseitige Verständigung besteht, traditionell bezeichnet mit:– Tarifit im Norden (wie der Name sagt: vor allem im Rif-Gebirge)– Tamazight im Zentrum (vor allem im Mittleren Atlas)– Taschelhit im Süden (im Hohen Atlas und im Sous).

    „Dort existiert Berberisch in drei Varietäten: Tarifit in der Rif-Region im Norden, Tamazight in der Mitte und Taschelhit im Süden.“ „Für die Aktivisten der Berberbewegung, die in den letzten Jahren erheblichen Auftrieb erhalten hat, folgt daraus z. T. auch, dass sie die Verschriftung in lateinischer Schrift, mehr oder weniger angelehnt an die französische Orthographie propagieren (so vor allem auf Seiten des ‚Exil‘-Flügels in der europäischen, insbesondere französischen Diaspora); in Marokko selbst finden sie damit allerdings nur eingeschränkten Anklang – dagegen stehen die praktischen Vorteile des arabischen orthographischen Systems zur Schreibung des weitgehend strukturhomologen Berber, die lange Tradition arabisch-schriftlicher Schreibungen des Berberischen (die allerdings nur im Süden, vor allem im Sous, für Sprecher des Taschelhit von einer gewissen Bedeutung ist), sowie nicht zuletzt die emblematische Funktion der arabischen Schrift für Muslime und Marokko als muslimischen Staat, als dessen Glieder sie sich verstehen.“

    „Zu Hause spricht Fatima Taschelhit, eine Berbersprache, aber sie kann sich auch in marokkanischem Arabisch verständlich machen.“

    „Ab dem späten Mittelalter finden sich Handschriften in masirischer Sprache, wie die Taschelhit-Handschriften in Marokko oder die Tamaschek-Handschriften in Mali, die in der Forschung sowohl international als auch in den jeweiligen Herkunftsländern vernachlässigt wurden. Abgesehen von dieser Handschriften-Literatur entwickelt sich seit jüngerer Zeit eine stetig wachsende schriftliche Literatur sowie die Verschriftlichung oraler Literaturen, insbesondere in Kabylisch, Taschelhit und Tarifit.

  • Fragen17:32

    Gängige Fragewörter sind z. B. m „wer; was“, menchk „wieviel“, manaku „wann“. Fragen mit Fragewort müssen grundsätzlich die Form einer Fokuskonstruktion haben. Wenn das Fragewort Subjekt ist, steht das Verb also im Partizip:

    m a innan awal-ad
    wer KOP sagend Wort-dieses
    „wer ist es, der dieses Wort gesagt hat?“ = „wer hat dieses Wort gesagt?“

    menchk n-waman a illan r-wanu
    wieviel von-Wasser KOP seiend in-Brunnen
    „wieviel Wasser ist es, das im Brunnen ist?“ = „wieviel Wasser ist im Brunnen?“

    m a illan
    was KOP seiend
    „was ist es, was ist?“ = „was gibt es?“

    Wenn das Fragewort Objekt ist, steht kein Partizip:

    m at tǝskǝrt
    was KOP du-tatest
    „was ist es, was du getan hast?“ = „was hast du getan?“

    menchk at tchit
    wieviel KOP du-aßest
    „wieviel ist es, was du gegessen hast?“ = „wieviel hast du gegessen?“

    Dieselbe Konstruktion in:

    manaku ar r-a-iftu
    wann KOP FUT-OPT-er-geht
    „wann wird er gehen?“

    Präpositionen stehen gemäß der üblichen Regel am Anfang des Relativsatzes:

    m ad d isawl
    wer KOP mit er-sprach
    „mit wem hat er gesprochen?“

    m ad dar insa
    wer KOP bei er-übernachtete
    „bei wem hat er übernachtet?“

    m a mu tǝnnit awal-ad
    wer KOP DAT du-sagtest Wort-dieses
    „wem hast du dieses Wort gesagt?“

    „Wo?“ und „wohin?“ werden in analoger Weise mit den Präpositionen γ „in“ bzw. s „zu“ ausgedrückt (oder vereinfacht gesagt, „wo“ heißt maγ und „wohin“ heißt mas):

    m a r'izdǝgh
    was KOP in er-wohnt
    „wo wohnt er?“

    m a s ifta
    was KOP zu er-ging
    „wohin ist er gegangen?“

    „Warum?“ kann durch „worauf?“ ausgedrückt werden (oder vereinfacht gesagt, „warum“ heißt maf):

    m a f tukwǝrt
    was KOP auf du-stahlst
    „warum hast du gestohlen?“.

    Satzfragen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Satzfragen werden durch das Wörtchen is eingeleitet:

    is tǝftit s-ǝssuq iḍgam
    FRAGE du-gingst zum-Markt gestern
    „bist du gestern auf den Markt gegangen?“

    is tgit achelḥi
    FRAGE du-bist Schǝlh
    „bist du ein Schǝlh?“

    Das Element is kann im übrigen auch „dass“ bedeuten:

    • ssnǝγ is illa γ-ǝssuq „ich weiß, dass er auf dem Markt ist“

  • Suchen27:00

    Relativsatz

    Das Bezugswort eines Relativsatzes erhält meist das Suffix -alli, das etwa unserem „der/die/dasjenige“ entspricht. Wenn das Bezugswort des Relativsatzes gleichzeitig sein Subjekt ist, wird das oben besprochene Partizip verwendet:

    argaz-alli ikǝrzǝn igǝr
    Mann-der jenige bearbeitend Feld
    „der Mann, der das Feld bearbeitet hat“

    irgazǝn-alli kǝrznin iger
    Männer-diejenigen bearbeitende Feld
    „die Männer, die das Feld bearbeitet haben“

    tamghart-alli r-a-yili r-tgǝmmi
    Frau-diejenige FUT-OPT-ist im-Haus
    „die Frau, die im Haus sein wird“

    Wenn das Bezugswort das Objekt im Relativsatz ist, wird einfach die normale Verbform verwendet:

    argaz-alli zrigh
    Mann-derjenige ich-sah
    „der Mann, den ich sah“ (Konstruktion wie in Englisch „the man I saw“)

    Wenn das Bezugswort Komplement einer Präposition ist, so wird die Präposition an den Anfang des Relativsatzes gezogen. Diese Konstruktion ist für uns gewöhnungsbedürftig, aber auch in anderen Berbersprachen üblich:

    tigǝmmi-lli r'izdǝgh
    Haus-dasjenige in er-wohnt
    „das Haus, in dem er wohnt“

    aḥanu-lli r illa baba
    Zimmer-dasjenige in ist mein-Vater
    „das Zimmer, in dem mein Vater ist“

    ssuq-alli s r-ad-ftun
    Markt-derjenige zu FUT-OPT-sie-gehen
    „der Markt, zu dem (auf den) sie gehen werden“

    Wenn das Bezugswort das Dativobjekt im Relativsatz ist, so erscheint am Anfang des Relativsatzes das Element mu (statt i):

    argaz-alli mu zzǝnzigh ayyis-inu
    Mann-derjenige DAT ich-verkaufte Pferd-mein
    „der Mann, dem ich mein Pferd verkauft habe“

  • Verschieden25:00

    „Ansonsten war (und ist) die Bevölkerung Marokkos beim Berberischen geblieben, das heute in drei große Dialektfamilien zerfällt, zwischen denen keine wechselseitige Verständigung besteht, traditionell bezeichnet mit:– Tarifit im Norden (wie der Name sagt: vor allem im Rif-Gebirge)– Tamazight im Zentrum (vor allem im Mittleren Atlas)– Taschelhit im Süden (im Hohen Atlas und im Sous).

    „Dort existiert Berberisch in drei Varietäten: Tarifit in der Rif-Region im Norden, Tamazight in der Mitte und Taschelhit im Süden.“ „Für die Aktivisten der Berberbewegung, die in den letzten Jahren erheblichen Auftrieb erhalten hat, folgt daraus z. T. auch, dass sie die Verschriftung in lateinischer Schrift, mehr oder weniger angelehnt an die französische Orthographie propagieren (so vor allem auf Seiten des ‚Exil‘-Flügels in der europäischen, insbesondere französischen Diaspora); in Marokko selbst finden sie damit allerdings nur eingeschränkten Anklang – dagegen stehen die praktischen Vorteile des arabischen orthographischen Systems zur Schreibung des weitgehend strukturhomologen Berber, die lange Tradition arabisch-schriftlicher Schreibungen des Berberischen (die allerdings nur im Süden, vor allem im Sous, für Sprecher des Taschelhit von einer gewissen Bedeutung ist), sowie nicht zuletzt die emblematische Funktion der arabischen Schrift für Muslime und Marokko als muslimischen Staat, als dessen Glieder sie sich verstehen.“

    „Zu Hause spricht Fatima Taschelhit, eine Berbersprache, aber sie kann sich auch in marokkanischem Arabisch verständlich machen.“

    „Ab dem späten Mittelalter finden sich Handschriften in masirischer Sprache, wie die Taschelhit-Handschriften in Marokko oder die Tamaschek-Handschriften in Mali, die in der Forschung sowohl international als auch in den jeweiligen Herkunftsländern vernachlässigt wurden. Abgesehen von dieser Handschriften-Literatur entwickelt sich seit jüngerer Zeit eine stetig wachsende schriftliche Literatur sowie die Verschriftlichung oraler Literaturen, insbesondere in Kabylisch, Taschelhit und Tarifit.

  • POSSESSIV19:27

    Bestimmte Elemente wie akkusativische oder dativische Objektsuffixe sowie Kombinationen von Präposition und Personalsuffix gelten als Enklitika. Sie stehen im Prinzip an der zweiten Stelle im Satz, also normalerweise nach dem Verb. Wenn dem Verb aber z. B. eine Partikel wie ur „nicht“, is (Frage), ǝlli (Relativpartikel) oder ein Fragepronomen vorausgeht, so stehen die Enklitika direkt nach diesem.

    Beispiele:

    • fǝhmǝgh-k „ich habe dich verstanden“ – ur-k fhimǝgh „ich habe dich nicht verstanden“

    • tǝnnit-as „du hast ihm gesagt“ – is-as tǝnnit „hast du ihm gesagt?“

    • illa darǝk „bei dir ist / du hast“ – ur darǝk illi „du hast nicht“

    • ifta sǝr-s „er ist dorthin gegangen“ – is sǝr-s ifta „ist er dorthin gegangen?“

    • izzǝnza-t „er hat es verkauft“ – maf-t izzǝnza „warum hat er es verkauft?“

    afrukh-ǝlli-t yutǝn
    Kind-dasjenige-ihn schlagend
    „das Kind, das ihn schlug“

    ak-k ihfd rǝbbi
    OPT(ad)-dich hilft Gott
    „möge Gott dir helfen!“

  • WORTSCHATZ4:24

    Einige Elemente aus dem Grundwortschatz; Verben sind im Imperativ zitiert:

    Auge = Tiṭṭ

    Frau = Tamghart

    geben = afk

    gehen = Ftu

    groß = məqqur

    Hand = Afus

    Mund = Imi

    Name = Isəm

    sagen = Ini

    Wasser = Aman

    Das Tachelhit besitzt nicht nur zahlreiche arabische Fremdwörter, sondern auch eine beträchtliche Zahl von lateinischen Entlehnungen aus der Antike. Viele davon gehören in den Bereich der Landwirtschaft. Soweit es sich um Substantive handelt, wurden sie oft mit dem Präfix a- oder i- (bei Feminina ta-) versehen. Beispiele:

    • tafarnut „Backofen“ (< lat. furnus)

    • tafirast „Birne“ (< lat. pirus)

    • abaw „Bohne“ (< lat. faba)

    • ikikər „Erbse“ (< lat. cicer)

    • asnus „Eselsfüllen, Jungtier vom Esel“ (< lat. asinus „Esel“)

    • arumi „Europäer“ (eigentlich „Römer“)

    • ifilu „Faden“ (< lat. filum)

    • igər „Feld“ (< lat. ager)

    • urti „Garten“ (< lat. hortus)

    • afullus „Huhn“ (< lat. pullus)

    • tayuga „Ochsengespann“ (< lat. iugum)

    • taγawsa „Sache“ (< lat. causa)

    • tasarut „Schlüssel“ (< lat. sera)

    • tanawt „Segelboot“ (< lat. navis)

    • taggurt „Tür“ (< lat. porta)

    • takira „Wachs“ (< lat. cera)

    Hierzu gehören auch alle zwölf Monatsnamen, welche folgendermaßen lauten: innayr, brayr, mars, ibril, mayyuh, yunyuh, yulyuz, ghušt, chutanbir, ktubər, nuwanbir, dužanbir.

  • VERBEN11:31

    Stammformen

    Die wichtigsten Stammformen der Verben sind der Aorist, das Präteritum, die nach der Negation ur „nicht“ verwendete Variante des Präteritums, sowie der Durativ. Im Folgenden werden diese Formen immer in der 3. Pers. sg. mask., also mit dem Präfix i- (y-), angegeben. Die Form des Aorist ohne dieses Präfix ist mit dem Imperativ identisch. Insgesamt ist die Bildung des Durativs am schwierigsten. Hier gibt es auch nicht selten mehrere Varianten und Dialektunterschiede.

    Die Stämme vieler Verben bestehen aus drei Konsonanten und enthalten als Vokal nur ǝ. Das übliche Muster ist hier, dass Aorist und Präteritum gleich sind, das negierte Präteritum aber ein -i- vor dem letzten Konsonanten einfügt. Im Durativ kann der mittlere Konsonant verdoppelt (gelängt) werden:

    Aorist

    Der einfache Aorist hat keine eigenständige Tempusbedeutung, sondern setzt das Tempus eines vorhergehenden Verbs fort. Im folgenden Beispiel setzt es einen Imperativ fort:

    ftu s-lǝmdint taḍut s-tgǝmmi-nnǝk
    geh in-Stadt du-kehrst-zurück zu-Haus-dein
    „geh in die Stadt und kehre dann in dein Haus / zu dir nach Hause zurück!“

    Sehr oft wird der Aorist mit einem Präfix ad- kombiniert, was dann einer Wunschform entspricht.

    Durativ

    Der Durativ wird normalerweise mit einem Präfix ar kombiniert. Diese Form bezeichnet eine gerade verlaufende oder eine wiederholte Handlung und entspricht oft unserem Präsens:

    • ar ichǝtta „er isst gerade; er isst gewöhnlich“

    Man kann aber ganz generell die meisten Verbalformen anstatt vom normalen Stamm auch vom Durativstamm bilden, wobei das Element ar dann fehlt. Dies betrifft den Imperativ:

    • ut „schlage!“ – (Durativstamm:) kkat „schlage (wiederholt)!“

    Aber auch eine Wunschform auf Durativbasis ist möglich (dann mit Präfix ad- statt ar-). Solche Bildungen werden aber selten verwendet.

    Partizip

    Das Verb bildet eine Form, die als Partizip bezeichnet wird. Man kann sie mit einem Relativsatz übersetzen, dessen Subjekt mit dem Bezugswort identisch ist. Das Partizip des Präteritums hat zwei Formen:

    • Singular: formal bestehend aus der 3.Pers.sg.mask. des Präteritums + einer Endung -n

    • Plural: formal bestehend aus der 3.Pers.pl.mask. des Präteritums + einer Endung -in

    Manche Sprecher verwenden die Pluralform nicht und gebrauchen immer die erstgenannte Form.

    Beispiele:

    • iskrǝn „der tat; die tat“

    • skǝrnin „die taten“

    • yufan „der fand; die fand“

    • ufanin „die fanden“

  • Grammatik0130:06

    Vokale

    Es werden nur vier Vokale unterschieden: a, i, u und e. Im Gegensatz zu den Konsonanten unterscheiden die Vokale des Taschelhit nicht zwischen Kürzen und Längen, abgesehen davon, dass e generell kurz zu sprechen ist, a, i und u dagegen mittellang sein können.

  • Grammatik237:50

    État d’annexion

    Mit diesem französischen Begriff (etwa „verbundener Status“, die Berberologie ist traditionell französisch geprägt) wird eine spezielle Form des Substantivs bezeichnet und von der Normalform, dem état libre („freier Status“), unterschieden. Diese Form wird verwendet:

  • Grammatik322:15

    Die meisten Verben auf -u haben hingegen im Präteritum anstelle des -u einen variablen Vokal. Sie tendieren zur Durativbildung mit Konsonantenverdopplung

  • Grammatik419:32

    Durativ

    Der Durativ wird normalerweise mit einem Präfix ar kombiniert. Diese Form bezeichnet eine gerade verlaufende oder eine wiederholte Handlung und entspricht oft unserem Präsens:

    • ar išetta „er isst gerade; er isst gewöhnlich“

    Man kann aber ganz generell die meisten Verbalformen anstatt vom normalen Stamm auch vom Durativstamm bilden, wobei das Element ar dann fehlt. Dies betrifft den Imperativ:

    • ut „schlage!“ – (Durativstamm:) kkat „schlage (wiederholt)!“

    Aber auch eine Wunschform auf Durativbasis ist möglich (dann mit Präfix ad- statt ar-). Solche Bildungen werden aber selten verwendet.

  • Grammatik528:08

    Komplexpräpositionen

    Durch die Verbindung einfacher Präpositionen mit Lokalausdrücken kann man komplexe Präpositionen bilden:

    • gh-wamman n-waman „in der Mitte des Wassers“, d. h. „in mitten des Wassers“

    • gh-tghurdin n-tizi „auf der Hinterseite(tighurdin) des Hügels“, d. h. „hinter dem Hügel“

Requirements

  • Nein, einfach lesen und verstehen.

Description

  • Taschelhit oder Schlöh, auch Tassussit, französisch Chleuh oder Souss-Tamazight, Eigenbezeichnung je nach Dialekt tašǝlḥit ~ tachelhit ~ tašǝlḥiyt, ist eine in Marokko vom Volk der Schlöh gesprochene Berbersprache.

  • Das Taschelhit verfügt über eine reiche und alte Schrifttradition in Nordafrika. Schon aus dem Mittelalter seit etwa 1100 n. Chr. liegen berbersprachliche Zeugnisse vor, die als Frühform des Taschelhit angesehen werden.[2] Umfangreichere Werke setzen mit dem Dichter Muhammad Awzal (1680–1758) ein. Seit den 1970er Jahren liegen neue literarische Produktionen in dieser Sprache vor. Der Koran wurde in den letzten Jahren in diese Sprache übersetz


  • Du musst Muttersprachler sprechen hören, damit du ihren Akzent und ihren Slang erst verstehst und dann lernst, natürlicher zu sprechen. Dies geschieht durch Verbesserung deiner Aussprache, das Lernen von Redewendungen und die Einführung in die jeweiige »Gesprächskultur«. Das gleiche gilt für deine Austauschpartner.

  • Durch dieses Eintauchen in die Kultur der Fremdsprache lernst du, in dieser Sprache zu denken.

  • Der Sprachunterricht im Klassenzimmer bietet wenig Gelegenheit zu Konversationsübungen, da viel Zeit für den Unterricht verwendet wird und die Größe der Klasse einen Einbezug jedes einzelnen in ein sinnvolles Gespräch meist unmöglich macht. Zudem gibt es in der Klasse keine Muttersprachler außer dem Lehrer (und selbst dieser ist nicht immer einer). Das bedeutet, dass du dich nicht an das Hören der von Muttersprachlern gesprochenen Sprache gewöhnst und sie nicht verstehen lernst. Du lernst wahrscheinlich nicht die umgangssprachlichen Ausdrücke und Slang, d.h. die Sprache, der sich Muttersprachler gewöhnlich bedienen. Du lernst nicht, wie sich Menschen in der betreffenden Kultur »befinden«, wie sie miteinander umgehen, ihren Humor, ihre Werte usw.

Who this course is for:

  • Einen Freund im Berberisch-sprechenden Kulturkreis zu haben, oder einfach Südmarokkanische raum kennenlernen.