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Public Health und Epidemiologie auf FH-Niveau
Rating: 5.0 out of 5(1 rating)
24 students

Public Health und Epidemiologie auf FH-Niveau

Gesellschaftsrelevante Entscheidungen im Gesundheitsbereich verstehen und mitgestalten.
Last updated 2/2025
German

What you'll learn

  • Sie lernen die großen Errungenschaften dieser jungen Wissenschaft kennen.
  • Ziele und Aufgaben werden klar dargestellt und werden damit nachvollziehbar
  • Sie erlangen gesundheitswissenschaftliches Basiswissen und Kenntnisse über Gesundheits- und Krankheitsmodelle
  • Sie verstehen das Determinanten-Modell und können dessen Wirkmechanismen ableiten
  • Sie kennen die Aufgaben und Ziele der Epidemiologie. Zusätzlich werden verschiedene Studiendesigns im Detail angesprochen.
  • Sie erfahren, welche Ziele Vorsorgeuntersuchungen und Screenings verfolgen. Sie kennen die typischen Verzerrungen und lernen diese zu berücksichtigen
  • Wir setzen uns abschließend mit dem österreichischen Gesundheitssystem auseinander.

Course content

6 sections26 lectures6h 27m total length
  • Vorstellung der jungen Wissenschaft Public Health4:13

    Public Health ist ein breites und facettenreiches Gebiet, das sich mit der Gesundheit von Gemeinschaften und Bevölkerungen befasst. Es zielt darauf ab, Krankheiten vorzubeugen, die Gesundheit zu fördern und das Wohlbefinden einer Gesellschaft insgesamt zu verbessern. Die Entwicklung von Public Health als Disziplin hat eine reiche Geschichte, die eng mit dem Aufstieg der angelsächsischen Welt verbunden ist.

    Die Wurzeln der modernen Public Health-Bewegung reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als die Industrialisierung und Urbanisierung in Großbritannien und den Vereinigten Staaten zu neuen Herausforderungen in Bezug auf Gesundheit und Hygiene führten. Die zunehmende Verstädterung brachte beengte Wohnverhältnisse, mangelnde sanitäre Einrichtungen und eine hohe Krankheitsbelastung mit sich, was zu einer Verschlechterung der öffentlichen Gesundheit führte.

    In dieser Zeit entstanden in den angelsächsischen Ländern wichtige Bewegungen und Initiativen, die den Grundstein für die moderne Public Health legten. So wurde beispielsweise in Großbritannien das Gesundheitssystem reformiert, um die Lebensbedingungen der arbeitenden Bevölkerung zu verbessern. Durch Gesetze und Vorschriften wurden Standards für Wohnungen, Arbeitsbedingungen und Lebensmittelhygiene eingeführt.

    In den Vereinigten Staaten trugen Pioniere und die Gründer des öffentlichen Gesundheitswesens dazu bei, das Verständnis für die Verbreitung von Krankheiten und die Bedeutung von Prävention zu vertiefen. Die Gründung von Institutionen wie dem U.S. Public Health Service und der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) legte den Grundstein für eine nationale Gesundheitspolitik und koordinierte Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung und Gesundheitsförderung.

    Im Laufe der Zeit hat sich das Feld der Public Health weiterentwickelt und umfasst heute eine Vielzahl von Bereichen, darunter Epidemiologie, Gesundheitspolitik, Umweltgesundheit, Gesundheitsförderung und Prävention. In den angelsächsischen Ländern spielen Regierungen, akademische Institutionen, gemeinnützige Organisationen und internationale Agenturen eine wichtige Rolle bei der Gestaltung und Umsetzung von Public Health-Programmen und -Politiken.

    Eine der großen Herausforderungen im Bereich der Public Health bleibt die Bewältigung gesundheitlicher Disparitäten und die Sicherstellung eines gerechten Zugangs zu Gesundheitsdiensten für alle Bevölkerungsgruppen. Dies erfordert eine ganzheitliche Herangehensweise, die soziale, wirtschaftliche und Umweltfaktoren berücksichtigt und auf Zusammenarbeit und Partnerschaften auf lokaler, nationaler und globaler Ebene setzt.

    Insgesamt hat die angelsächsische Entwicklung der Public Health dazu beigetragen, die Lebensqualität und Lebenserwartung in vielen Teilen der Welt zu verbessern und zeigt die Bedeutung von koordinierten Bemühungen zur Förderung der öffentlichen Gesundheit auf. Durch anhaltende Innovationen, Forschung und Zusammenarbeit wird Public Health weiterhin eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der Gesundheitsprobleme des 21. Jahrhunderts spielen und zur Schaffung einer gesünderen und gerechteren Gesellschaft beitragen.


    Erstellt mithilfe von ChatGPT 3.5 - kontrolliert von Alexander Riegler

  • Einführung in die Gesundheitswissenschaften14:05
  • Wiederholungsfragen
  • Definition und Ziele18:46
  • Wiederholungsfragen - Schwerpunkt Ziele und Aufgaben
  • Public Health Praxis19:17
  • Wiederholungsfragen - Schwerpunkt Krankheitslast des 21. Jahrhunderts
  • Old und New Public Health26:02

    Old und New Public Health sind zwei Konzepte, die verschiedene Ansätze zur Förderung der öffentlichen Gesundheit repräsentieren und sich in ihrer Herangehensweise und ihrem Fokus unterscheiden.


    1. Old Public Health


    Das Konzept des "Old Public Health" ist eng mit der historischen Entwicklung der öffentlichen Gesundheit verbunden, insbesondere mit den Maßnahmen zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten und der Verbesserung der hygienischen Bedingungen. Diese traditionelle Public Health konzentrierte sich primär auf die Kontrolle von Epidemien, die Sicherstellung von sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen sowie die Impfung von Bevölkerungsgruppen.


    Zu den Merkmalen des alten öffentlichen Gesundheitswesens gehören:

    - Primärer Fokus auf medizinischen Interventionen und Maßnahmen zur Krankheitsbekämpfung.

    - Reaktives Vorgehen gegen bestehende Gesundheitsprobleme.

    - Betonung von staatlichen Gesundheitsbehörden und ihrer Rolle bei der Überwachung und Kontrolle von Krankheitsausbrüchen.

    - Schwerpunkt auf der Bereitstellung von klinischen Gesundheitsdiensten und der Verbesserung der öffentlichen Gesundheitsinfrastruktur.


    2. New Public Health


    Das Konzept des "New Public Health" hingegen repräsentiert einen erweiterten Ansatz, der über die traditionelle Krankheitsprävention hinausgeht und soziale, ökonomische und Umweltfaktoren in den Blick nimmt. Es bezieht sich auf eine breitere Palette von Maßnahmen und Strategien zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden in der Gesellschaft.


    Zu den Merkmalen des neuen öffentlichen Gesundheitswesens gehören:

    - Betonung der Gesundheitsförderung und Prävention durch Maßnahmen zur Verhaltensänderung, Aufklärung und Kapazitätsaufbau.

    - Integration von Gesundheitsaspekten in verschiedene Politikbereiche wie Bildung, Umweltschutz, Stadtplanung und Wirtschaftsförderung.

    - Schwerpunkt auf der Stärkung von Gemeinschaften und der Förderung von gesunden Lebensstilen.

    - Betonung der Bedeutung von Partnerschaften und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Sektoren und Akteuren.


    Der Übergang vom alten zum neuen öffentlichen Gesundheitswesen spiegelt einen Paradigmenwechsel wider, bei dem die öffentliche Gesundheit zunehmend als Teil eines umfassenden Systems betrachtet wird, das Gesundheit auf individueller, gemeindlicher und gesellschaftlicher Ebene fördert. Während das alte Public Health nach wie vor wichtig ist, um akute Gesundheitsbedrohungen anzugehen, ist das neue Public Health besser gerüstet, um den komplexen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden und eine ganzheitliche Gesundheitsförderung zu ermöglichen.


    Erstellt mithilfe von ChatGPT 3.5 - kontrolliert von Alexander Riegler

  • Wiederholungsfragen - Schwerpunkt Old und New Public
  • Präventionsparadox23:00

    Das Präventionsparadoxon besagt, dass Präventionsmaßnahmen, die auf die gesamte Bevölkerung abzielen und nur kleine individuelle Risikosenkungen bewirken, oft effektiver sind als Maßnahmen, die sich auf Hochrisikogruppen konzentrieren. Obwohl die individuellen Risikoreduktionen gering sind, können präventive Interventionen auf Bevölkerungsebene insgesamt eine größere Anzahl von Krankheitsfällen verhindern, da sie auf eine breitere Basis wirken.


    Erstellt mithilfe von ChatGPT 3.5 - kontrolliert von Alexander Riegler

  • Wiederholungsfragen - Schwerpunkt Prävention
  • Präventionsdielemma6:15
  • Modelle18:30
  • Herausforderungen in der Gesellschaft5:07
  • Determinantenmodell12:47

    Das Determinantenmodell der Gesundheit ist ein umfassendes Konzept, das die verschiedenen Faktoren identifiziert, die die Gesundheit und das Wohlbefinden einer Person beeinflussen. Es geht über rein biologische und medizinische Aspekte hinaus und betrachtet die breitere Palette von Faktoren, die sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene zur Gesundheit beitragen. Das Modell unterstreicht, dass Gesundheit nicht nur das Ergebnis individueller Entscheidungen und Verhaltensweisen ist, sondern auch stark von sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und Umweltfaktoren geprägt wird.


    Das Determinantenmodell der Gesundheit unterscheidet traditionell zwischen drei Hauptkategorien von Determinanten:


    1. **Biologische Determinanten**:

       Diese umfassen genetische Faktoren sowie angeborene Bedingungen und Merkmale, die die Gesundheit einer Person beeinflussen können. Biologische Determinanten spielen eine wichtige Rolle bei der Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten oder Gesundheitszustände. Beispiele hierfür sind genetische Veranlagungen für Krankheiten wie Diabetes, Krebs oder Herzkrankheiten.


    2. **Verhaltensbezogene Determinanten**:

       Diese umfassen individuelle Lebensgewohnheiten, Verhaltensweisen und Entscheidungen, die die Gesundheit beeinflussen. Dazu gehören Ernährungsgewohnheiten, körperliche Aktivität, Rauchen, Alkoholkonsum und die Nutzung von Drogen. Verhaltensbezogene Determinanten haben einen bedeutenden Einfluss auf die Prävention von Krankheiten und die Förderung der Gesundheit.


    3. **Soziale und Umweltbezogene Determinanten**:

       Diese umfassen die sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und Umweltbedingungen, in denen Menschen leben, arbeiten und spielen. Sie haben einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit einer Bevölkerung und können Determinanten wie Bildung, Einkommen, sozialer Status, Wohnverhältnisse, Zugang zu Gesundheitsdiensten, Umweltverschmutzung und Arbeitsbedingungen umfassen.


    Das Determinantenmodell der Gesundheit betont die Wechselwirkungen zwischen diesen verschiedenen Faktoren und zeigt auf, wie komplexe Zusammenhänge die Gesundheit beeinflussen können. Zum Beispiel können eingeschränkte finanzielle Ressourcen den Zugang zu gesunden Lebensmitteln und medizinischer Versorgung beeinträchtigen, was sich negativ auf die Gesundheit auswirken kann. Gleichzeitig können soziale Normen und kulturelle Praktiken das individuelle Verhalten beeinflussen, indem sie bestimmte Verhaltensweisen fördern oder einschränken.


    Beispiele für Determinanten der Gesundheit könnten sein:


    - Biologische Determinanten: Genetische Veranlagungen für bestimmte Krankheiten wie Brustkrebs oder Alzheimer.

    - Verhaltensbezogene Determinanten: Rauchen, ungesunde Ernährung, mangelnde körperliche Aktivität.

    - Soziale und Umweltbezogene Determinanten: Bildungsniveau, Einkommen, Arbeitsplatzsicherheit, Wohnverhältnisse, Zugang zu Gesundheitsdiensten, Luft- und Wasserverschmutzung, soziale Unterstützungssysteme.


    Diese Beispiele verdeutlichen, wie vielfältig und komplex die Determinanten der Gesundheit sind und wie sie auf verschiedenen Ebenen – von individuellen Entscheidungen bis hin zu gesellschaftlichen Strukturen – interagieren, um die Gesundheit und das Wohlbefinden einer Person zu beeinflussen. Ein ganzheitlicher Ansatz zur Förderung der Gesundheit erfordert daher Maßnahmen, die alle diese Determinanten berücksichtigen und darauf abzielen, gesunde Umgebungen zu schaffen, die individuelle Entscheidungen erleichtern und die Gesundheit auf breiterer Ebene fördern.


    Erstellt mithilfe von ChatGPT 3.5 - kontrolliert von Alexander Riegler

Requirements

  • Keine Vorkenntnisse notwendig - Basiswissen über gesundheitsrelevante Abläufe aber von Vorteil.

Description

Dieser Kurs schafft die Basis für ein verbessertes Verständnis für die politischen und somit gesellschaftsrelevanten Entscheidungen im Gesundheitsbereich. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen lernen die noch junge Wissenschaft "Public Health" genauer kennen und erhalten auch einen Einblick in die bisherigen Errungenschaften.

Public Health, also die Wissenschaft und Praxis der Gesunderhaltung der Bevölkerung, nimmt somit Einfluss auf unser aller  Leben. Sind dessen Entscheidungen aber immer nur wirtschaftlicher Natur oder nehmen Sie auch Bezug auf die Interessen eines Individuums? Liegt die Gesundheit als ein elementares menschliches Anliegen in der Verantwortung des Einzelnen oder ist es viel mehr eine zentrale Aufgabe des Staates? Eine Antwort könnte sein, von beiden. Werfen wir daher im Zuge des Kurses einen Blick auf den Gesundheitsbegriff, die Verantwortlichkeiten und auch auf die Möglichkeiten, die einer Person oder dem Staat zur Verfügung stehen.

Dieser Kurs beschränkt sich nicht nur auf eine wissenschaftliche Betrachtung, sondern versucht mit Beispielen immer wieder aufzuzeigen, welche praktischen Möglichkeiten sich uns bieten. Große Themenbereiche widmen sich daher der Gesundheitsförderung und Prävention, Epidemiologie und der Systemgestaltung. Im Detail gehen wir beispielsweise genauer auf die Bedeutung der sozialen Ungleichheit in einer Gesellschaft ein und zeigen aber auch auf, wie Lebenschancen mit vorhandenen "Gesundheitskompetenzen" in Verbindung stehen.

In einer zusätzlichen Lektion werfen wir einen Blick auf verschiedene Fallbeispiele und versuchen gemeinsam das gewählte Studiendesign zu identifizieren.

Limitierung: Ausgehend vom ursprünglichen Ziel, den eigenen Studenten und Studentinnen für die bevorstehende Prüfung eine Unterstützung in Form eines eLearningkurses zu bieten, mussten aufgrund der knappen Zeit Abschläge bei der Präsentationsqualität in Kauf genommen werden. Inhaltlich werden trotzdem alle relevanten Fragestellungen aufgegriffen. Dieser Kurs entspricht somit der Vortragsdauer von 2 SWS an einer Fachhochschule.

Who this course is for:

  • Interessierte an Gesundheitsthemen, die mehr über das Zusammenspiel von Gesundheit und Gesundheitspolitik wissen wollen.
  • Studierende aus dem Gesundheitsbereich - Inhaltlich wird der eLearning-Kurs auf Fachhochschul-Niveau (BSc) vorgetragen.
  • An alle, die nach einer passenden digitalen Fortbildung im gesundheitsrelevanten Umfeld suchen