
Der Kurs “praktische Gruppenübungen zur Empathie” enthält zahlreiche Anleitungen für Gruppenleiter, Lehrer und Trainer, um das Thema “Empathie” praxisorientiert in einer Gruppe einführen zu können. Es ist der erste Praxiskurs aus meiner Reihe der praktischen Schulungskurse zur Empathieausbildung. Dieser Kurs baut auf den theoretisch orientierten Kurs “Empathie: Konfliktvermeider und Persönlichkeitsentwickler” auf.
Die folgenden Videos gehen zunächst generell darauf ein, was wir alles bedenken sollten, bevor wir tatsächlich versuchen die hier beschriebenen Übungen mit unserer Gruppe durchzuführen. Bedenken wir, dass wir oft heterogen zusammengesetzte Gruppen haben und hier viele Widerstände möglich sind, die allein bereits selbst von den Teilnehmer/innen der Gruppe ausgehen können.
Beschreibungen zu den extrinsischen und intrinsischen Störfaktoren.
In den aktiven Jahren meiner Jugendarbeit habe ich zum Thema Gruppen zwei grundsätzliche Erkenntnisse gewonnen.
1. Plane jede Gruppenaktion bis ins Detail.
2. Suche die positiven Anteile der Teilnehmer/innen und gebe den negativen Anteilen keinen Spielraum.
Dieses Video geht genauer auf diese Erkenntnisse ein.
Beginnen wir nun zunächst mit den Eisschmelzerübungen, damit sich unsere Gruppenteilnehmer/innen auf neutralem, wettkampflosen Terrain mit einem hohen Spaßfaktor ganz ungezwungen näherkommen können.
Der Zoo bricht aus.
Diese Eisschmelzerübung zeichnet sich insbesondere durch ihre einfache Durchführung aus. Spaß und Bewegung stehen im Vordergrund. Es ist ein rasantes Spiel mit hoher Geschwindigkeit. Ältere und jüngere Semester haben gleichermaßen Spaß am Spiel. Aufgrund der sehr schnellen Einführung und hohen Spielgeschwindigkeit bleiben weder Zeit noch Raum für negative Anteile. Destruktive Verhaltensweisen gehen im allgemeinen Spieltumult schnell unter.
Menschliche Industriemaschine in Bewegung
Eine Übung, wo erste Kommunikationen zwischen den Beteiligten notwendig sind. Jeder darf natürlich seine eigene Bewegung entwickeln und einbauen, aber dennoch müssen alle versuchen, ihre Bewegungen untereinander abzustimmen. Hier kommen sich die Teilnehmer bereits ein wenig näher, ohne jedoch zu sehr in die Entscheidungsfreiheit eines jeden Einzelnen eingreifen zu können. Diese Übung ist kreativ und hat verbindende Anteile.
Der nasse Lappen
Diese Übung hat sehr ähnliche Charakteristiken wie die Übung 2. Der Kontakt ist allerdings etwas intensiver.
Mein Leben – Deine Meinung
Ein Kennenlernspiel ohne Bewegung. Die Gruppe lernt einzelne Personen besser kennen. Hier kommt es neben Themen der Empathie auch zur Erkenntnis, wie schnell Vorurteile und Etikettierungen entstehen können und sich evtl. sogar unangemessen in unseren Köpfen festsetzen. Diese Übung zeigt den Unterschied unserer Vermutung zur Realität und hilft der Integration durch Abbau von unangemessenen Vorurteilen.
Der Schamane und seine Gehilfen heilen den Stamm
Eine verrückte Übung mit viel Spaß, Fantasie und Kreativität.
Die Gruppe kommt sich aufgrund des hohen Spaßfaktors näher und das Eis taut ab. Es handelt sich hier um ein Rollenspiel. Dieses Rollenspiel fördert den Gruppenzusammenhalt, weil sie als Gruppe versuchen, ein sie alles betreffendes Problem zu lösen.
Wir erinnern uns sicherlich noch an die 4 Schritte zur Empathie:
Beobachtung, Einfühlung, Verstehen der Situation und jeweils ein geeignetes Handlungskonzept bereitstellen zu können.
Bevor wir diese 4 Schritte in einer Gruppe schulen wollen, ist es ratsam, die Bereitschaft der Gruppe auf einen gemeinsamen Lernprozess vorzubereiten. Es ist nicht einfach, Werte zu vermitteln. Wertevermittlung haben viel mit Verständnis zu tun und weniger mit zu erlernten Fertigkeiten. Werte sind folglich eher Fähigkeiten, die ein echtes Verständnis voraussetzen. Hierzu bedarf es unter anderem der Komponenten “der Bereitschaft” und “der Empathie”.
Beim Spiegeln des Gegenübers werden zwei wichtige Komponenten geschult. Zunächst schulen wir das Beobachten können. Was nehmen wir da eigentlich auf? Wir konzentrieren uns auf den Gegenüber und nicht mehr auf uns selbst. Zusätzlich versuchen wir, sein Verhalten zu spiegeln. Das Spiegeln des Gegenübers öffnet uns ein Fenster in die Welt des Anderen und somit bekommen wir auch einen ersten Eindruck seines Inneren. Wir schaffen dadurch wichtige Voraussetzungen zum Einfühlungsvermögen.
Bei Teilnehmer/innen unterschiedlicher Kulturen kann hier auf künstlerische Art und Weise eine Brücke zwischen Kulturen geschlagen werden. Es geht aber auch themenbezogen. So z. B. zwischen Teilnehmern/innen verschiedener Fachbereiche oder anderen Differenzen.
Die Gruppenleitung teilt die Teilnehmer/innen in zwei Gruppen ein. Die Hälfte der Gruppe stellen die Konfliktträger dar. Die andere Hälfte stellen die indirekt betroffenen Personen dar. Durch das Rollenspiel Konfliktsituation können wir auf unterschiedlichste Problemsituationen eingehen und versuchen die Teilnehmer zum Reflektieren und zur Einfühlung zu bewegen.
Ein dynamisches Bewegungsspiel zur Entwicklung des Einfühlungsvermögens und zur Entwicklung von Handlungskompetenzen.
Es werden fiktive Probleme oder tatsächlich bestehende Probleme von der Gruppenleitung vorgetragen. Die Gruppe versucht, Lösungen hierfür zu finden. Es geht um die Suche und Bereitstellung helfender Handlungskompetenzen. Diese Übung bedarf vorab einer kleinen Schulung, die durch die Gruppenleitung durchgeführt wird.
In dieser Übung wird ein Problem dargestellt. Die Teilnehmer/innen sollen das Problem beobachten, ein gewisses Einfühlungsvermögen entwickeln, die Situation im Kontext verstehen und angemessene Hilfevorschläge erarbeiten.
In dieser Lektion lernen die Gruppenleiter, die Übung 19 durchzuführen.
Wahrscheinlich ist Euch mittlerweile aufgefallen, dass es sich bei diesem Kurs um ein offenes Konzept handelt. Es geht darum, Empathie in Gruppen zu tragen, und hierzu habe ich Euch eine ganze Reihe an Übungen vorgestellt. Denkt daran, dass Ihr zusätzliche schriftliche Infos zu den Lektionen habt.
Wie können wir nun vorgehen, um die Informationen dieses Kurses in unserer Gruppe anzuwenden?
ACHTUNG!!!!
Liebe Teilnehmer/innen,
der Kurs "Praktische Gruppenübungen zum Thema Empathie (Empahtie II) wurde von mir vor der COVID-Krise entwickelt. Mehrere Übungen sind aufgrund der besonderen Situation aktuell nicht durchführbar. Ich bitte dies zu berücksichtigen. Viele Übungen kamen in meiner langjährigen Betreuertätigkeit als Verantwortlicher für Jugendliche mit sehr schwierigen sozialen Umständen zur Anwendung und konnten das Gruppengefüge positiv verändern. Der Kurs wird sicherlich nach Überstehung der Krise erneut lohnende Unterstützung und Denkansätze zur Jugendarbeit bieten. Ich bitte um Verständnis.
Überall dort, wo Empathie fehlt, kann es leicht zu destruktiven Verhaltensweisen kommen. Hierzu zähle ich z. B. auch das Mobbing (Bullying) in Schulklassen.
Die möglichen Auswirkungen fehlender Empathie sind aber bei Weitem noch viel umfangreicher. Fehlende Empathie wirkt negativ auf das harmonische gesellschaftliche Miteinander. Fehlende Empathie unterstützt deshalb auch jegliche Art der Übervorteilung Dritter. Wir finden dies häufig bei der Verurteilung von Minderheiten, sozial benachteiligter Personen, beim Fremdenhass, Klassizismus, Narzissmus und anderen hier nicht genannten Konzepten.
Viele, die Gruppen oder Klassen zu betreuen haben, kennen sehr genau die Gefahren, die gerade in der negativen Gruppendynamik lauern. Insbesondere bei heterogen oder neu zusammengesetzten Gruppen können wir sehr schnell an eine Grenze des Machbaren stoßen, weil negative Konzepte und Eigenanteile der Gruppenmitglieder, ein harmonisches Miteinander verhindern.
Die fehlende Empathie hat hier entscheidende Anteile. Glänzt diese z. B. aufgrund radikaler Erziehungsmethoden oder negativer gesellschaftlicher Tendenzen durch Abwesenheit, können wir uns vorstellen, wie sie positiv, bei entsprechender Schulung, als wichtiger Anteil eines Integrationsansatzes, genutzt werden könnte.
Genau hierum geht es in diesem Kurs. Es werden Übungen vermittelt, die gemäß eines entwickelten Systems, individuell kombiniert werden können. Die Teilnehmer/innen lernen, wie sie diese Übungen in ihren jeweiligen Aufgabenfeldern als Gruppenleiter umsetzen können.
Die vermittelten Übungen sind unsere “Werkzeuge” und das entsprechende System unser “Werkzeugkoffer”.
Der Kurs ist ein umfangreicher Versuch, empathielosen Gesellschaftsanteilen entgegenzuwirken.
Die Empathie beschreibt nicht nur das Einfühlungsvermögen, sie beginnt z. B. zunächst mit der Beobachtung. Bei einer egoistischen Veranlagung mit extremen Drang zur Selbstdarstellung, kann beispielsweise die Beobachtung bzw. ein Einlassen auf andere Personen gestört sein. Wer andere gar nicht wahrnimmt, der kann die Notwendigkeit von Einfühlung ebenso nicht wahrnehmen. Diese und andere Aspekte können einen Empathieprozess verhindern, unterbrechen oder nicht wahrnehmbar machen. Das Konzept versucht möglichst umfangreich die unterschiedlichen Störprozesse zu berücksichtigen und mit Hilfe der Übungen, erste Lösungsansätze und insgesamt eine Lösungsstrategie für Gruppen bereitzustellen.
Kurze Info zum Logo:
Es geht um die Tatsache, dass heterogene Anteile einer Gruppe (Formen und Farben), in einem positiven und konstruktiven Rahmen (Herz), eine gemeinsame Einheit, dank empathischer Strukturen, bilden können. Dieser Kurs hilft, Empathie in die Gruppe zu tragen (stützende Hand).