
Hier möchte ich mich vorstellen, wer ich bin, wie ich das Thema für mich entdeckt habe und was man mit Hilfe des Kurses erreichen kann. Und natürlich erst einmal guten Tag sagen.
Ein Überblick über das, was wir im Kurs gemeinsam durchgehen. Quasi die Grundlagen, Erkenntnisse und Prinzipien, auf denen der ganze Kurs basiert. Ziel und Sinn des Ganzen und eine kleine Übung zur Einstimmung.
Priming meint die Einstellung, mit der wir an Dinge herangehen. Wer Misserfolg erwartet, wird eine Sache vermutlich wenig enthusiastisch angehen und dadurch den Lauf der Dinge unbewusst in eine Richtung manipulieren, die er eigentlich vermeiden möchte, nämlich den Misserfolg.
Priming geschieht aber meist unbewusst. Gedanken, Meinungen, Erfahrungen beeinflussen uns ebenso wie ganz konkrete Ereignisse und Feedback von anderen. Das kann sich positiv auswirken aber auch negativ. Zu wissen, was Priming ist und wie es funktioniert, erhöht die Chancen, es zu erkennen und statt automatisch nun bewusst reagieren zu können.
Kleinigkeiten können große Wirkung haben. Ein schlecht gelaunter Gesichtsausdruck eines Mitmenschen kann uns schon verunsichern. Auch wenn er nur erkältet ist und deshalb so missmutig schaut.
In dieser Lektion stellen wir uns selbst auf die Probe. Jeder ist ja manipulierbar - aber merkt es auch jeder? Merke ich es? Finden wir es heraus.
Geist und Körper sind untrennbar. Wenn wir den Begriff Psychosomatik hören, denken die meisten daran, dass ein eingetrübtes Gemüt den Körper in Mitleidenschaft zieht. Das ist jedoch keine Einbahnstraße. Zwar kann der Körper wieder fit werden, wenn die Seele heilt, das funktioniert aber auch andersherum. Was können wir körperlich tun, um unsere Seele wieder lachen zu lassen? Werfen wir in dieser Lektion einen ersten Blick darauf.
Trance ist ein veränderter Bewusstseinszustand, der zuerst von Schamanen genutzt wurde, bis ihn schließlich Heiler des 19. Jahrhunderts wiederentdeckten und Psychologen im 20. Jahrhundert therapeutisch nutzbar machten. Der Nutzung stehen jedoch oft Vorurteile und Ängste entgegen, geschürt von Scharlatanen und Showhypnotiseuren. Tatsächlich ist Trance ein natürlicher menschlicher Zustand, wie er täglich nicht nur in den Phasen des Einschlafens und Aufwachsens vorkommt, sondern auch tagsüber, wenn man ins Tagträumen gerät. Jeder kennt Trance also als eigener Erfahrung - aber nur wenige wissen, wie man sie sich nutzbar machen kann. Probieren wir's doch einfach mal aus.
Manche schauen ins Lagerfeuer und geraten in Trance, andere träumen den am Himmel ziehende Wolken hinterher - lassen Sie uns mal schauen, welche visuellen Inhalte auf Sie beruhigend wirken. Was lässt Sie entspannen und träumen? In dieser Lektion stelle ich Ihnen einige Motive als Video vor. Wählen Sie das aus, das Ihnen am besten gefällt.
Die Trancevideos, manchmal werden sie auch Meditationsvideos genannt, können Sie hier downloaden.
Haben Sie das auch schon mal gehört: Komm aus deiner Komfortzone? Das ist ungefähr so hilfreich wie Kopf hoch oder Lach doch mal. Außerhalb der Komfortzone wartet der Feind, nennen wir ihn Stress, und wer will sich dem schon freiwillig aussetzen. Andersherum wird ein Schuh draus: machen wir das Außengebiet zur Komfortzone! Sorgen wir dafür, dass wir uns dort genauso wohl und sicher fühlen wie zu Hause. Vergrößern wir unsere Komfortzone, werden wir resilient!
Machen wir uns ein Bild von unserer Komfortzone. Was gehört hinein - und was eher nicht? Bilder wirken stärker als Worte. Ein Bild, das Schrecken ausdrückt, wird auch von Fremden, die unsere Sprache nicht sprechen, verstanden - ander als das Wort "Schrecken". Wenn wir unsere Gefühle in Bilder statt "nur" in Worte fassen, kann uns plötzlich einiges klar werden. Versuchen wir's.
Jeder Bewegungsimpuls geht mitten durch's Gefühlszentrum im Kopf. Wäre das nicht so, würden sich alle wie Roboter bewegen. Körpersprache ist daher das Ergebnis aus Bewegung und Emotion. Mein Revierverhalten zeigt sich in meiner Körpersprache. Brauche ich mehr Raum um mich, um mich wohl zu fühlen, oder kann ich mich auch ganz nah am anderen noch entspannen?
Wenn auf einen Reiz eine automatisierte Reaktion erfolgt, spricht man von einem Anker. Davon haben wir jede Menge, ohne es bewusst zu bemerken. Ein schnippisches "Ich seh schon, was du grad denkst" ist das Resultat meiner Reaktion oder jemand anderes Gesichtsausdruck. In Wirklichkeit sieht man natürlich nur, wie der andere gerade aussieht. Der Rest ist automatisierte Gedankentätigkeit. Automatisierung ist eine feine Sache, denn da braucht man nicht lange darüber nachdenken, wie das nochmal ging mit dem Schuhebinden, kann aber auch zu einer Fessel werden. Wenn ich auf jemanden automatisch negativ reagieren, stehen die Chancen schlecht, dass wir jemals Freunde werden. Überprüfen wir unsere Reiz-Reaktions-Mechanismen, behalten die guten und werfen die unnützen und hinderlichen auf den Müllhaufen unserer Biographie.
Reiz-Reaktions-Mechanismen, sprich Anker, kann man auch selbst einüben. Man trainiert, auf bestimmte Reize mit einer festgelegten Reaktion zu antworten. Eine körperliche Übung: wir verbinden ein Gefühl mit einer Körperbewegung bzw. wahrnehmung so oft, bis die Bewegung das Gefühl automatisch abruft. Zum Beispiel, sich zu Hause fühlen - besonders wenn man in der Fremde ist.
Was haben wir bis hierhin gelernt? Gehen wir das Ganze kurz in Stichworten durch und frischen es auf.
Was beeinflusst meine Entscheidung? Wann überlasse ich äußeren Einflüssen mein Handeln? Und wieso überhaupt? Sich dessen bewusst zu werden, dass man beeinflusst wird, ist der erste Schritt, sich davon frei zu machen. Nicht dass jede Beeinflussung schlecht wäre - ich möchte nur gerne selbst entscheiden, ob ich ihr nachgebe oder nicht. Eine kleine Körperübung wird helfen, die innere Spannung zu lindern, die allzuoft zu überstürzten Entscheidungen führt.
Wer sich klein macht oder aufplustert, sieht weniger als normal oder anderes. Erwartungen werden durch die Perspektive vom unterwürfigen Blick oder dem von oben herab erschaffen. Hinzu kommt, dass man das nur durch Muskelkraft erreichen kann, man ist also nicht entspannt und realistisch, sondern angespannt und vorbelastet. Sich zu voller Größe aufrichten, wird innerlich als zu sich selbst stehen interpretiert, sich nicht kleiner oder größer machen, als man ist, sorgt dafür, dass man als authentisch wahrgenommen wird. Wer möchte das nicht?
Manchmal verspürt man die Neigung, unangenehmen Situationen entfliehen zu wollen. Das kann richtig sein, wenn man bedroht wird. Wenn man sie aber nur als Bedrohung empfindet, während es nur um ein schwieriges Thema geht, dann überlässt man Entscheidungen anderen. Ob inneres Exil oder tatsächliches Weglaufen, die Chancen sinken, dass, wer auch immer die Entscheidung trifft, die eigenen Interessen berücksichtigen wird. Besser erscheint es, da zu bleiben. Nicht als verschüchtertes Kaninchen oder mit zornigem Blick, sondern ruhig, gelassen und selbstbewusst. Das kann man üben. Fangen wir damit an.
In dieser Lektion machen wir aus dem Tagträumen des Abschnitts der Basics einen vertieften Entspannungszustand, in dem man leichten Zugang zu innerer Kreativität, Phantasie und Problemlösungsressourcen findet. Lernen und üben Sie, wie man den Alpha-Zustand erreicht, in dem die Gehirnwellen im Frequenzbereich der Alpha-Wellen schwingen. Man ist noch wach, aber beginnt schon zu träumen.
Das Zentrum des Lebens ist das Herz, das Zentrum der Steuerung ist das limbisches System, unsere Gefühlszentrale. Alles, was wir wahrnehmen und tun, wird dort hindurch geleitet und modifiziert. Das Gefühl auf Wolken zu schweben wird dadurch ebenso real wie das einer dunklen Wolke über dem Kopf. Das man aber nicht jede Interpretation des Gefühlzentrum unhinterfragt hinnehmen muss, trifft aber nicht zu. Es ist möglich, seine Automatismen und Gewohnheiten zu ändern. Jeder, der sich mal mit jemandem gestritten hat, der später zu einem guten Freund wurde, kennt das Phänomen. Wenn es also sowieso geschieht, warum es dann nicht bewusst nutzen?
Nervenzellen kommunizieren untereinander mit Hilfe bestimmter Stoffe, die man Neurotransmitter nennt. Das funktioniert wie die Weitergabe geheime Botschaften der Schüler auf kleinen Zettelchen im Klassenraum, nur halt als chemisches Molekül. Diese Moleküle haben eine bestimmte Struktur, die sie an ebenso bestimmter Rezeptoren andocken lassen und dadurch die Empfängerzelle in Aktion versetzen. Einer dieser Stoffe heißt Dopamin, und seine Aufgabe ist es, uns zu motivieren, für Erreichtes zu belohnen und das Lernen zu fördern. Das kann man manchmal gut brauchen, oder?
Schlaf ist ein komplexer Vorgang, der über mehrere Mechanismen gesteuert wird, die alle gut zusammenwirken sollten. Man muss sie kennen, um ihre Kooperation aufeinander abzustimmen. In dieser Lektion schauen wir uns die Mechanismen an, die für guten Schlaf sorgen, und welche Vorteile es hat, sich nachts hinzulegen. Im Gegensatz zum Durchmachen.
Trance ist so wie Schlaf - nur etwas wacher. Trance ist so etwas wie Wachsein - nur etwas schläfriger. Trance ist die Kunst des Gleichgewichts zwischen beiden Zuständen. Trance verändert die Wahrnehmung, sie lässt Dinge aus unbekannter Perspektive sehen und erleben. Sie fügt Dinge zusammen, von denen man dachte, sie passen nicht zusammen. Sie lässt Denksprünge machen, die verrückt wirken, und dann auf einmal einen Sinn ergeben, Schauen wir uns das einmal an.
Was passiert, wenn der Kopf sich den Kopf vorstellt? Wenn der Kopf sich vorstellt, dass er sich bewegt, ohne es wirklich zu tun? Und es dann doch tut, ohne es sich vorzustellen? Wir schaffen eine Verbindung zwischen dem Denken und der Bewegung, lassen Vorstellung und Handlung eins werden. Das lässt uns eins werden mit unseren Absichten. Klingt seltsam? Probieren wir's aus.
Wie alle Wahrnehmungen werden auch Informationen über unsere Körperwahrnehmungen zur Auswertung und Beurteilung zuerst durch unser Emotionalzentrum geleitet. Mit der Zeit lernen wir, diese von der Peripherie ins Zentrum strömenden Nachrichten immer weiter zu differenzieren. Markiert ein Baby jede unangenehme Wahrnehmung als schlecht und beginnt zu weinen, lernen wir im Laufe des Lebens, immer besser zu unterscheiden - und fangen eben nicht an zu weinen, wenn der Magen knurrt. Wir wissen, das ist nicht wirklich gefährlich, und es wird uns nicht umbringen, wenn wir noch eine halbe Stunde mit dem Essen warten.
Sich häufende negative Erlebnisse können die Feinabstimmung jedoch durcheinander bringen, so dass wir bei der geringsten Unterbrechung unserer Normalität Unheil wittern und innerlich als Stress erleben. Es liegt dann erst einmal außerhalb unserer Entscheidungsfreiheit, wie wir reagieren wollen - wir reagieren automatisch mit Spannung und Einschränkung unserer Möglichkeiten. Denn Lebensrettung hat immer Vorrang. Selbst dann, wenn das Leben gar nicht in Gefahr ist.
Dann ist es gut, sich zu besinnen und seine inneren Automatismen neu zu justieren und umzutrainieren, d.h. von den schnellen Reaktion zur langsamen, durchdachten zurückzukehren.
Das Schöne an der menschlichen Physiologie ist, dass das meiste, was nötig ist, auch Freude macht. Man stelle sich vor, alles Essen schmeckte nach Pappe. Wie groß wäre wohl die Motivation, regelmäßig Nahrung zu sich zu nehmen? Alle Bewegung wäre mühevolle Arbeit? Wer würde dann noch am Strand Volleyball spielen? Und wenn Fortpflanzung eine deprimierende Angelegenheit wäre, würden sie vermutlich auch nicht so viele betreiben, oder? Beschäftigen wir uns mit einem der schönsten Heilmittel, die es gibt.
Lachen wir uns gesund!
Blicken wir zusammenfassend zurück auf das, was wir in diesem Abschnitt erfahren haben. Wir sahen, wie wir die innere Regie übernehmen können, wenn wir uns bewusst auf Ereignisse vorbereiten, primen. Wir erfuhren, dass unser Gehirn nur schlecht zwischen vorgestellten und tatsächlichen Erfahrungen unterscheidet. Das ermöglicht es, sich für einen guten Ablauf der Dinge vorzubereiten. Und es ermöglicht, aktiv an unserer körperlichen Bewegung "nur" in der Phantasie zu arbeiten, um die Voraussetzungen zu schaffen, diese Beweglichkeit auch in der Realität zu erlangen. Wir beginnen, uns eine neue Realität zu erschaffen.
Manchmal schlägt unser Verstand der Intuition ein Schnippchen. Kann ja gar nicht sein, denken wir, und schließen Möglichkeiten gedanklich aus, die später trotz aller so geschaffener Erwartung doch eintreten - bloß um dann zu denken: Ich hab's doch gewusst. Rückblickend gesehen wollte die Intuition uns auf etwas hinweisen, aber wir haben durch die Bevorzugung unserer Ration das "seltsame Gefühl" weggedrückt. Besser wär's, mit den seltsamen Gefühle Bekanntschaft zu machen, sie kennenzulernen und mit ihnen vertraut zu werden. Intuition kann Leben retten.
Doch wir funktioniert sie? Schauen wir es uns an.
Das Unbekannte macht uns nervös. Das ist aus der Warte der Evolution durchaus verständlich, uns zu schützen hat Vorrang vor neuen Bekanntschaften. Das ist nicht immer produktiv oder vernünftig, aber um darüber hinweg zu kommen, haben wir ja unseren Willen. Sofern wir uns nicht von unseren Automatismen fernsteuern lassen.
Das Unbekannte in uns selbst wegzudrücken, ist dagegen im Grunde immer falsch. Es lässt uns Warnsignale unserer Körpers ignorieren und damit sich anbahnende Krankheiten verschleppen oder unsere Bauchgefühle missachten. Immerhin tun die Bauchgefühle nicht weh. Was spricht dagegen, sie mal etwas näher unter die Lupe zu nehmen?
Kopf und Bauch sollten gut kooperieren, sonst weiß die Hand nicht, was sie tun soll. Manchmal wird der Bauch als unser zweites Gehirn bezeichnet. Und das nicht grundlos. Die Bauchorgane zu steuern braucht es schon einiges an Nervenverbindungen. Die Informationen vom Bauch zum Kopf zu senden aber noch viel mehr.
Und mittendrin sitzt unser Sonnengeflecht. Wird es durch Stress abgeschaltet, kann es uns keine Nachrichten mehr ins Bewusstsein schicken. Das bezieht unser Bauchgefühl, unsere Intuition mit ein.
In dieser Lektion schauen wir mal, wie wir unser Sonnengeflecht reaktivieren können, sollten wir es versehentlich und gegen unseren Willen deaktiviert haben.
Zum Bauchgefühl tragen nicht nur eine Vielzahl von Nerven bei, auch klitzekleine Lebewesen liefern einen wichtigen Beitrag. Die Bewohner unseres Darms fasst man unter dem Begriff Mikrobiom zusammen.
Dummerweise kann Stress auch bei seiner Zusammensetzung dazwischen funken und es aus dem Gleichgewicht bringen. Er schaltet unser Immunsystem herunter, so dass möglicherweise schädliche Mikroorganismen in Ermangelung eines Verteidigungssystems leichtes Spiel haben, sich auszubreiten und gesunde Kollegen zu verdrängen.
Tatsächlich kann ein aus der Kurve geflogenes Mikrobiom sogar zu Antriebslosigkeit und Depression führen. Dann sucht der freundliche Therapeut sich einen Wolf und übersieht die kleinsten Miniwölfe. Vergessen wir nicht: Kopf und Bauch sind wichtige Bestandteile eines Systems, das wir ich nennen. Wer die Lösung seiner Probleme im Dachboden sucht, während die Ursache im Keller zu finden wäre, muss lange suchen.
Behalten wir das im Kopf, können wir einiges tun, um unser Mikrobiom zurück ins Gleichgewicht zu bringen. Schauen wir mal, welche Möglichkeiten es da so gibt.
Ein gesunder Bauch und ein gesundes Mikrobiom sind die besten Voraussetzungen für ein gesundes Leben. Funktionieren sie nicht gut, wird natürlich auch die Nährstoffzufuhr aus der Nahrung beeinträchtigt. Was auch bedeuten kann, dass die notwendigen Bausteine für wichtige Neurotransmitter zur Mangelware werden. Dann wird die Kommunikation der Nervenzellen untereinander schwierig.
Mögliche Folgen? Geringes Selbstwertgefühl, Hoffnungslosigkeit und Gefühl von Hilflosigkeit und noch eine ganze Menge mehr. Wer will das schon?
Aber man kann seinen Bauch in Ordnung bringen. Ein paar Tipps finden Sie in dieser Lektion.
Das Gehirn bleibt nicht so, wie es ursprünglich angelegt wurde. Es reagiert auf die Außenreize, die ihm von unseren Sinnesorganen zugetragen werden, ebenso wie auf die Innenreize, die durch unsere Körperwahrnehmung dorthin geleitet werden. Es passt sich seiner Nutzung an. Jemand, der den ganzen Tag am Handy daddelt und chattet und Kurznachrichten verschickt, vergrößert damit das zuständige Steuerungsareal seines Daumen. Er wird geschickter in dessen Benutzung. Genauso wie der Profifußballer mit dem Fuß Dinge zu tun vermag, von denen der gewöhnliche Straßenfußballer zu träumen kann. Übung macht den Meister.
Es hält das Gehirn lebendig und aktiv, wenn man sich bewegt. Herumsitzen ist eine feine Sache, aber es damit zu übertreiben sorgt für Erschlaffung der Beinmuskulatur - und einen Umbau der Steuerung im Hirn.
Manchmal zwingt einen ein Unfall oder eine Krankheit zu körperlicher Untätigkeit - und schon beginnt der Abbau der sonst gebrauchten Muskeln. Doch da der Kopf so schlecht zwischen Realität und Vorstellung unterscheiden kann - ein Alptraum führt zu ganz realer Blutdruckerhöhung, auch wenn es "nur" ein Traum ist - bietet sich hier ein Feld der Möglichkeiten: trainieren wir den Körper im Geiste. Der Kopf denkt, oja, die Muskeln werden gut bewegt, ich sollte mal besser dafür sorgen, dass sie auch gut versorgt werden mit allem, was sie brauchen.
Was tut mir gut? Welche Farbe, welchen Geruch empfinde ich als angenehm? Sinneswahrnehmungen können verstören, aber sie können auch heilsam sein. Ihre Nutzung ist Teil einer Übung, die den "imaginären Kopf" auf die Füße stellt, oder anders ausgedrückt, auf den gesamten Körper ausdehnt. Man stellt sich eine Handlung mit allen Sinnen, ganz bildlich und plastisch vor - und der physische Körper reagiert. Das kann man nutzen, umsich selbst in Form zu bringen, seine Haltung zu verbessern, und wie immer: zu erfahren, dass es besser gehen als als bisher. Wir üben mit dem Körper und der Imagination und erreichen als Nebeneffekt noch eine Stimmungsaufhellung. Wie cool ist das denn?
Dissoziation ist die Fähigkeit, schwer zu Ertragendes erträglich zu machen, indem man sich selbst gleichsam aus seinem leidenden Körper entfernt. Das geschieht von selbst als innere Schutzmaßnahme bei starken Schmerzen. Manchmal schaltet der Körper die Schmerzwahrnehmung ab, wenn er zu stark wird. Dann kann man sich hinterher daran erinnern, dass man wohl einen Autounfall gehabt hat, aber der unmittelbare Zusammenstoß mit dem Brückenpfeiler, an den kann man sich nicht erinnern.
Aber wenn etwas selbstständig geschieht, kann man es auch als eine Fertigkeit betrachten, die man trainieren kann. Man dissoziiert sich von einem bevorstehenden Ereignis, und nimmt ihm somit erst einmal seine einschüchternde emotionale Wirkung. Man kann es unbeeinflusst aus allen denkbaren Perspektiven betrachten und so neue Bewältigungsmöglichkeiten entdecken. Und man kann in der Phantasie Komponenten hinzufügen, die es leichter machen, die Herausforderung zu überstehen. Zum Beispiel indem man sie aus der Zukunft betrachtet. Einmal überwundene Schwierigkeiten erscheinen rückblickend gar nicht mehr so schlimm. Diese Erfahrung zu machen, bevor das Ereignis überhauipt eintritt - und sei es in der Phantasie - gibt Mut und Zuversicht.
Wie wäre es, wenn wir nicht nur im Geiste, sondern körperlich in die Zukunft reisen könnten? Als Übung, die Bewegung und Imagination vereint, geht das. Jede Erfahrung, die wir in der Phantasie machen, wird natürlich stärker wirken, wenn wir sie auch in der materiellen Welt durchführen. Sich vorzustellen, dass man zwei Meter hoch springt, ist ein Anfang. Wenn man dann aber nicht übt, verwandelt sich die Vorstellung schnell in eine Illusion in unserer inneren Bewertung. Denken und Tun sind gemeinsam am stärksten. Auch wenn man nur so tut, als ob.
Tun wir also, als ob wir uns tatsächlich in die Zukunft bewegen könnten. Das wird die Erfahrung - ein Stück weit - real machen. Lassen Sie uns das versuchen.
Wie ist es nur möglich, dass unser Gehirn Handlungen vorbereitet, bevor wir uns überhaupt dazu entschließen. Bewundernswert wie es sämtliche Möglichkeiten scannt, um die wahrscheinlichsten bereits zu initiieren. Das macht unser Handeln flüssig und schnell. Vergleichen wir es mit einem Autofahrer, der schon zwanzig Meter vor der Kreuzung blinkt, um den anderen Verkehrteilnehmern zu signalisieren, dass er gleich abbiegen wird. Die eigentlich Handlung findet erst Sekunden später ab, vorbereitet wird jetzt schon.
Wer zukünftige Erlebnisse bewusst positiv beeinflussen will, sollte deshalb bei einer "Zeitreise" nicht direkt hineinspringen, sondern zunächst dorthin gehen, wo die inneren Automatismen zu wirken beginnen. Im Wartezimmer des Zahnarzts mit den Beruhigungsübungen zu beginnen, ist schwieriger als wenn man damit schon anfängt, wenn die Gafhr noch in der Zukunft liegt und uns nicht unmittelbar betrifft.
Wollen wir das üben?
Der Sympathikus nervt. Manchmal. Er ist halt recht einfach gestrickt (nicht wirklich, aber es kann einem so vorkommen). Sein Job besteht darin, auf Gefahren zu reagieren. Also Dinge, die wir mit Hilfe unsere Ruhedenkens ständig zu vermindern trachten. Wir haben wilde Tiere ausgerottet, wir haben Blitzableiter geschaffen und Airbags und noch viel mehr, um unser Leben möglichst gefahrenfrei zu gestalten. Deshalb interpretiert der Sympathikusnerv schon mal unangenehme Situationen als lebensbedrohend.
Was sie aber nicht sind. Der Prüfling wird auch bei Nicht-Bestehen des Examens nicht erschossen. Trotzdem fühlt es sich für ihn so an.
Das macht den Sympathikus nicht zu einem schlechten Kerl. Er braucht nur einfach ein bisschen Anleitung. Denn ein gewisses Maß an Spannung kann sehr wohl förderlich sein. Vollkommen entspannt im Wimbledon-Finale? Da weiß man vorher, wie der Sieger heißen wird. Sympathikuseinfluss kann die Leistung steigern, und manchmal ist es genau das, was man möchte.
Nur ... wie stellen wir das an, dass er für statt gegen uns arbeitet?
Manchmal ist es für Vorbereitung einfach zu spät. Wir müssten jegliche Spontanität eliminieren, um jederzeit cool und entschlossen zu bleiben. Das wäre doch ein hoher Preis. Besser scheint's, immer ein paar Handwerkzeuge im geistigen Handtäschen dabei zu haben, die einem dabei helfen, auf spontan eintretende Ereignisse so zu reagieren, wie man es wünscht. Statt in die alten Muster zurückzufallen.
In dieser Lektion stelle ich ihnen ein paar kleiner Übungen vor, die diese Bedingung erfüllen.
Wir runden die Abrundung ab, gehen noch einmal die wesentliche Punkte durch und sagen am Ende Tschüss, vielleicht bis zum nächsten Mal.
Musik beruhigt, macht fröhlich und gesellig. Und wenn man Angst hat, dimmt sie das autonome Nervensystem herunter. In dieser Lektion lernen wir, wie man die Musik aus sich selbst entstehen lässt. So hat man ein Allzweckwerkzeug immer bei der Hand, wenn es drauf ankommt - bzw. immer im Kopf.
Tranceformation zu dem, der man schon immer sein wollte. Die neurobiologischen Grundlagen zu verstehen und zielgerichtet anzuwenden, ermöglicht, Dinge zu ändern, die man schon immer ändern wollte, und Dinge zu akzeptieren, die man gewohnt war, an sich zu kritisieren. Schlicht, weil man es immer so gemacht hat. Einfache Übungen ermöglichen kleine Fortschritte, die zu großen Sprüngen werden können, wenn man sie regelmäßig ausführt.
Auf der Basis der Erfahrungen in eigener Praxis habe ich gelernt, dass allein schon das Wissen, was im eigenen Körper vor sich geht, eine Form von Selbstbefreiung ist - in diesem Falle von Fremdbestimmung durch Experten. Es ist der erste Schritt zur Selbstbestimmung. Dies Wissen auf eine einfache, spielerische Weise in Handlungen umzusetzen, ist keine Kunst. Es ist ein Spiel, so wie Kinder spielend die Welt entdecken und erobern.
Wir schauen, welche Verschaltungen im Kopf welche Auswirkungen haben, und wie jahrelange Gewohnheiten sich durch die Bildung neuer Synapsen zwischen den Nervenzellen zu hartnäckigen Problemen werden können. Man kann diese durch neue ersetzen, und seinem eigenen Hirn und Denken signalisieren: jetzt probieren wir es einmal anders. Weniger stressig, ängstlich oder wütend, dafür mit mehr Zuversicht und Selbstbewusstsein.
Der Kurs stellt neben die notwendige Theorie für das Verständnis eine Anzahl einfacher praktischer Übungen vor, die den TeilnehmerInnen helfen werden, eigene Ziele zu setzen und auf die Art und Weise anzustreben, die für sie selbst stimming und zielführend ist.