
Im Kurs „Lean Management und Industrie 4.0 erfolgreich kombinieren“ schauen wir uns insbesondere die Kompatibilität und Zielkonflikte beider Philosophien an. Einen Schwerpunkt legen wir dabei auf die Einsatzbereiche des digitalen Zwillings.
In diesem Einführungskurs habe ich die Inhalte in kompakter Form für Sie zusammengestellt. Die einzelnen Abschnitte beleuchten das Thema aus verschiedenen Perspektiven. Ich empfehle Ihnen, den Kurs bis zum Ende durchzuarbeiten. Die Inhalte bauen aufeinander auf.
Im ersten Kursabschnitt wollen wir eine historische Einordnung von Industrie 4.0, Lean Production und dem digitalen Zwilling vornehmen.
Durch die Digitalisierung verändert sich die Art und Weise, wie wir Produkte herstellen. Dieser Transformationsprozess ist so tiefgreifend, dass er als vierte industrielle Revolution bezeichnet wird. Oder kurz: Industrie 4.0.
Der digitale Zwilling blickt auf eine lange Historie zurück. Gehen wir dazu einmal zurück in die 70er-Jahre.
In Japan entstanden neue Ansätze für das Produktionsmanagement aus einer Krisensituation bei Toyota heraus. Wie Sie in der Abbildung sehen können, geschah dies parallel zur zweiten und dritten industriellen Revolution.
Im zweiten Abschnitt soll es um wichtige Begriffe und Grundlagen gehen.
Ein digitaler Zwilling ist ein digitales Abbild eines materiellen Objekts aus der realen Welt.
In der Praxis existieren weitere Begriffe im Kontext des digitalen Zwillings. Wir können Sie nach der Integrationstiefe zwischen realem und digitalem Objekt unterscheiden. Wir können dabei drei Unterkategorien betrachten. Wir unterscheiden das digitale Modell, den digitalen Schatten und den digitalen Zwilling.
In allen Phasen des Lebenszyklus kann der digitale Zwilling Vorteile bringen.
Es gibt nicht nur „den einen“ Digitalen Zwilling. Digitale Zwillinge können anhand ihres Umfangs und der Art ihrer Anwendung unterschieden werden. Schauen wir uns einmal die Unterscheidung nach Umfang genauer an.
Neben der Betrachtung nach dem Umfang können wir auch noch eine Unterscheidung nach der Anwendung vornehmen. Basis ist hier wieder der Daten- und Informationsfluss.
Durch den Umfang und die Art des Digitalen Zwillings lässt sich eine Matrix aufspannen. Wir können in die Matrix verschiedene digitale Zwillinge einordnen. Und wie gesagt. Abhängig von Umfang und Art der Anwendung steigt die Komplexität des digitalen Zwillings.
Toyota ist mit seinem seit vielen Jahren etablierten Produktionssystem ein wichtiger Vorreiter für Lean Management.
Lean Management wird derzeit in ca. 80% der Industrieunternehmen zumindest ansatzweise eingesetzt. Es sollen sämtliche Formen der Verschwendung im Wertschöpfungsprozess eliminiert werden. Wichtige Ziele sind die Reduktion der Durchlaufzeiten und Kostensenkungen. Kosten, Zeit und Qualität sollen optimiert werden.
In diesem Abschnitt lernen Sie, wie die Lean-Prinzipien und die Industrie-4.0-Technologien zusammenhängen. Schwerpunkt werden wir hier auf den Digitalen Zwilling legen.
Lean Production ist zunächst einmal ein ganzheitlicher Ansatz. Er betrachtet Mensch, Technik und Organisation. Bei Industrie 4.0 ist die Technologie der Treiber.
Lean Management zielt eher auf eine Verschlankung der Produktion ab. Bei Industrie 4.0 kommt es eher zu einer erhöhten Komplexität der Abläufe. Dieser scheinbare Widerspruch kann in der praktischen Umsetzung sinnvoll genutzt werden.
In der Abbildung sehen wir das Ergebnis einer Gegenüberstellung und Bewertung von Fischer und Köbler. Sie haben eine Expertenbefragung in Form einer Delphi-Methode durchgeführt.
In diesem Video wird eine Untersuchung vorgestellt, bei der Industrie-4.0-Technologien und Lean-Methoden gegenübergestellt wurden. Eine Matrix zeigt uns, welche Industrie-4.0-Technologien zur Unterstützung von Lean-Methoden genutzt werden können.
In dem Abschnitt Lean Production und Digitaler Zwilling schauen wir uns die Anwendung und ein paar Fallbeispiele zu Lean Production und digitalen Zwillingen an.
Das Unternehmen Unity hat mit einem Kunden der Automationstechnik einen digitalen Zwilling für Fräszentrum umgesetzt.
Ein weiteres Beispiel kommt aus dem Werkzeugbau und der Produktionsvorbereitung. Hier geht es insbesondere um Ressoureneffizienz – ein Kernthema von Industrie 4.0.
Das Assistenzsystem FLUMEN des Unternehmens flUMINA wertet Daten aus dem ERP-System automatisch aus. Die Daten werden entlang des Wertstroms angeordnet und visualisiert.
Zusammenfassung und Ausblick
Das Smart Innovation Institute hat sich auf die Digitalisierung und Transformation von Prozessen und Geschäftsmodellen spezialisiert. Wir verfügen über moderne, digitale Analysewerkzeuge, die sich im praktischen Einsatz bewährt haben.
Die Datenmenge, die in der Industrie erzeugt wird, wächst von Tag zu Tag. Wer diese Daten nicht sammelt und auswertet, verschafft seinen Marktkonkurrenten einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Doch gerade wegen ihrer schieren Menge ist die Auswertung dieser Daten mit herkömmlichen Methoden der Datenverarbeitung nicht möglich. Hier kommt Big Data ins Spiel – eines der wichtigsten Schlagworte von Industrie 4.0 und Digitalisierung in der Industrie.
In den letzten Jahrzehnten hat sich in der verarbeitenden Industrie ein Übergang von der handwerklichen Produktion zur Massenproduktion und von der Massenproduktion zur schlanken Produktion vollzogen. Die schlanke Produktion, die auf das Toyota-Produktionssystem zurückgeht, ist eine Philosophie, die darin besteht, Prozesse zu vereinfachen, um Verschwendung zu minimieren und Ressourcen zu maximieren. Heutzutage ist Lean Management allgemein als Best Practice für Fertigungsunternehmen auf der ganzen Welt anerkannt. Der Erfolg und die Akzeptanz von Lean Management bei der Verbesserung der Leistung und der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit sind so groß, dass die Umsetzung auch auf andere Sektoren außerhalb des verarbeitenden Gewerbes ausgeweitet wurde.
Da sich jedoch traditionelle Produktionssysteme durch die Einführung von Industrie 4.0-Technologien wie Internet der Dinge (IoT), Big Data, digitalen Zwillingen und künstlicher Intelligenz zu digitalisierten Produktionssystemen weiterentwickelt haben, stellen sich eine Reihe von Fragen. Werden Industrie 4.0-Technologien Lean-Prinzipien ersetzen oder werden sie nebeneinander existieren? Sind Lean- und Industrie-4.0-Technologien miteinander kompatibel und nutzen Synergien, oder sind sie divergent zueinander? Mit anderen Worten: Kann Lean mit dem digitalen Zeitalter Schritt halten und sich zu Lean 4.0 weiterentwickeln?
Dieser kompakte Einführungskurs beantwortet Ihnen genau diese Frage und ist in fünf Bereiche aufgeteilt. Zunächst starten wir mit einer kurzen historischen Einordnung und der Evolution von Industrie 4.0 und Lean Production. Wir schauen uns auch an, wie sich der digitale Zwilling über die Zeit entwickelt hat. Bei den Grundlagen legen wir den Schwerpunkt auf eine Kerntechnologie von Industrie 4.0. Wir betrachten, was man genau unter einem digitalen Zwilling versteht. Wir schauen uns auch an, welche Nutzenpotentiale über den Lebenszyklus existieren. Dann verschaffen wir uns einen Überblick, welche Arten von digitalen Zwillingen es gibt. Schließlich stellen wir in diesem Bereich auch den Bezug zu Lean Production und ganzheitlichen Produktionssystemen her. Im dritten Abschnitt schauen wir uns verschiedene Lean-Prinzipien und Industrie-4.0-Technologien an. Wir werden darauf eingehen, wo Industrie 4.0 und Lean Production kompatibel sind. Und wir werden auch aufzeigen, wo es gegebenenfalls Zielkonflikte gibt. Im vierten Abschnitt legen wir dann noch einmal gezielt den Schwerpunkt auf den digitalen Zwilling. Wir werden aufzeigen, welche Potenziale es dabei im Hinblick auf Lean Production in der praktischen Anwendung gibt.