
Dieses Buch ist speziell für dich als Frau, als Heilerin deiner Familie, geschrieben. Es geht mir darum, dir die Homöopathie, die ich zum Nutzen meiner Familie anwenden konnte, weiterzugeben. Gesundheit ist Privatsache und gehört in die Hände eines jeden einzelnen. Auch wird es Zeit, dass die Anwendung bewährter, aber bisher gebannter Methoden wieder Einzug in die Familien findet, um von dort aus für die Gesundheit auf altbewährte Art und Weise zu sorgen. Selbstverständlich heißt das nicht, dass du im Notfall externe Hilfe in Anspruch nimmst. Das ist selbstverständlich. Aber wenn du die hier gegebenen Tipps umsetzt, dann wird es dir ähnlich ergehen wie mir. Vor allem unseren Kindern konnte ich, bis auf zwei akute Notfälle, jegliche Arztbesuche ersparen.
Zu meinem Gesundheitsrepertoire gehört zunächst einmal die MET-Klopftherapie. Dazu habe ich mit Rainer acht Bücher geschrieben, auf die ich im Anhang verweise. Hier werde ich nicht weiter auf MET eingehen, da wir die Anwendung an anderer Stelle umfangreich erklärt haben.
Das Zweite für mich unentbehrliche Werkzeug ist die Homöopathie. Ich werde dir die Idee und die praktische Anwendung als Laie nahebringen. Dieser Kurs ist keine professionelle Ausbildung, aber mag auch manchem Profi die Homöopathie schmackhaft machen. Am Ende werde ich noch auf vertiefende homöopathische Literatur hinweisen. Aber die hier gemachten Ausführungen reichen, um die Homöopathie für deine und die Gesundheit deiner Familie in die Praxis zu bringen.
a) Ein kurzer Überblick
„Des Arztes höchster und einziger Beruf ist, kranke Menschen gesund zu machen, was man Heilen nennt.“ (§1 Organon der Heilkunst)
Der Entwickler der Homöopathie ist der Arzt, Chemiker, Physiker, Übersetzer und Forscher Samuel Hahnemann, geboren 1755 in Meißen.
Er war schon als Kind geistig sehr aufgeweckt und rege und wurde von seinen Lehrern nach Kräften gefördert. Mit 12 Jahren sprach er bereits vier Sprachen, als Erwachsener acht und noch mehr verstand er. In dieser Zeit fielen ihm die Schriften von Hippokrates und Galens in die Hände und bezauberten ihn für immer. Sein einziges Ziel wurde es, die geheimnisumwobene Kunst, Menschen zu heilen, zu erforschen und zu erkennen. Er erwarb tiefgehende Kenntnisse in Botanik und Chemie. Als Chemiker war er gesucht und hätte seinen Lebensunterhalt viel leichter verdienen können. Aber die Chemie war nur ein Wegbereiter für seine medizinischen Untersuchungen.
Im Jahre 1775 fing er an, Medizin zu studieren. Nach nur 4 Jahren hatte er die Doktorwürde und sprach jetzt neben Deutsch Lateinisch, Griechisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Hebräisch und Syrisch. Sein ganz großes Ziel: kranke Menschen zu heilen.
Die damalige Medizin war dadurch charakterisiert, dass sie die Menschen immer kranker machte und ihnen häufig den Tod bescherte und „unendlich viel Leid unter die Menschheit“ brachte. Also im Grunde nicht bedeutend anders als heute. So ging man von einer Materia peccans – einer auszutreibenden Krankheitsursache aus. Man gab Brechmittel, Abführmittel, setzte künstliche Geschwüre, schnitt heraus und ab, verschrieb Arzneimittelmischungen (sog. Rezepte), deren Wirkungen überhaupt nicht erforscht waren, die gegen Symptome gerichtet waren. Es wurden Gifte verabreicht, deren Vergiftungsfolgen oft ebenso schwer waren wie die Krankheiten, die sie kurieren sollten, z. B. Quecksilber, Arsen und hochgiftige Pflanzen. Die damalige materialistische Medizin sah den Menschen als etwas Chemisch-Mechanistisches, also etwas Totes. Demnach war auch die Medizin etwas Lebloses. Viel hat sich bis heute nicht geändert. Das Motto ist heute wie damals: eine Arznei hilft nur dann, wenn sie bei allen Menschen die Symptome beseitigt, die zu einer bestimmten Krankheit gehören. Dass der Abwehrmechanismus des Menschen auf diese Vergiftung neue Symptome hervorbringt, hat man einfach galant als Nebenwirkungen erklärt. Das ist bis heute so. Und man scheint sich damit abgefunden zu haben.
Hahnemann selber schrieb zu dieser Art „Heilkunst“: „Es scheint das unselige Hauptgeschäft der alten Medicin zu sein, die Mehrzahl der Krankheiten, die langwierigen, durch fortwährendes Schwächen und Quälen des ohnehin schon an seiner Krankheitsplage leidenden, schwachen Kranken und durch Hinzufügung neuer, zerstörender Arzneikrankheiten, wo nicht tödtlich, doch wenigstens unheilbar zu machen – und, wenn man dies verderbliche Verfahren einmal am Griffe hat, und gegen die Mahnungen des Gewissens gehörig unempfindlich geworden, ist dieß ein sehr leichtes Geschäft.“ (Organon der Heilkunst, Vorrede zur 6. Auflage, S. LXXIV).
b) Eine historische Tat – Arzneimittelprüfungen
Diese Medizin konnte Hahnemann mit seinem Gewissen nicht vereinbaren. Er gab seine Praxis auf und ernährte seine anwachsende Familie mit der Tätigkeit als Übersetzer vorwiegend medizinischer und pharmazeutischer Literatur. Im Jahre 1790, im Alter von 35 Jahren, übersetzte er die Materia Medica von Cullens und stolperte über die Bemerkung, Chinarinde würde aufgrund seiner Bitterstoffe die Malaria heilen. Hahnemann fand diese Behauptung absurd und beschloß, Chinarinde an sich selbst einmal auszuprobieren.
Hier seine Beschreibung:
„Ich nahm des Versuchs halber etliche Tage zweimal täglich jedesmal vier Quentchen gute China ein; die Füße und Fingerspitzen wurden mir erst kalt, ich ward matt und schläfrig, dann fing mir das Herz an zu klopfen, mein Puls ward hart und geschwind, eine unleidliche Ängstlichkeit, ein Zittern (aber ohne Schauder), eine Abgeschlagenheit durch alle Glieder, dann Klopfen im Kopfe, Röte der Wangen, Durst, kurz, alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnlichen Symptome erschienen nacheinander, doch ohne eigentlichen Fieberschauder. Auch die mir beim Wechselfieber gewöhnlichen, besonders charakteristischen Symptome, die Stumpfheit der Sinne, die Art von Steifigkeit in allen Gelenken, besonders aber die taube, widrige Empfindung, welche in dem Periostium über allen Knochen des ganzen Körpers ihren Sitz zu haben scheint – alle erschienen. Dieser Paroxysmus (anfallartiges Auftreten der Symptome) dauerte zwei bis drei Stunden jedesmal und erneuerte sich, wenn ich diese Gabe wiederholte, sonst nicht.“
Die Homöopathie war geboren! Hahnemanns Forschergeist war geweckt. Er probierte ein Mittel nach dem anderen und schrieb genauestens auf, welche Symptome er an sich beobachten konnte. Er hatte erkannt, dass eine Arznei, im rohen Zustand eingenommen, im Körper des Gesunden bestimmte Krankheitszeichen, Symptome hervorruft. Er prüfte im Laufe der Zeit über 100 Mittel, später prüften auch Freunde und Familie. Die Symptome wurden immer genauestens aufgeschrieben. Alle Substanzen wurden also genau durch die Symptome, die sie beim Gesunden hervorbrachten, charakterisiert. Daraus entstand dann die erste Materia Medica, eine genaue Beschreibung der Wirkweise der von ihm und seinen Mitarbeitern geprüften Arzneimittel. Eine historische Tat.
Dieses Vorgehen nennt man Arzneimittelprüfungen, ein ganz wichtiges Prinzip der Homöopathie. Heißt ganz einfach: Jede Krankheit hat bestimmte Symptome, die den Wirkungen bestimmter Mittel (Pflanzen, Mineralien, tierische Substanzen) am Gesunden entsprechen. Das bedeutet in der Konsequenz, dass du genau die Symptome beobachten und mit den notierten Wirkungen des Arzneimittels abgleichen musst. Das ist ein Lern- und Erfahrungsprozess und das Komplizierte an der Homöopathie, aber in der hier beschriebenen Anwendung nicht so schwierig. Das wirst du sehen.
c) Verdünnen – Verschütteln – Potenzieren
Hahnemann probierte nun seine Neuentdeckung an seinen Patienten aus und konnte erste Erfolge konstatieren. Im Laufe der Jahre verfeinerte er seine Methode, indem er die Zubereitung veränderte. Zunächst verdünnte er seine Arzneien und erreichte dadurch eine Verminderung der Giftwirkung. Bei einer zu großen Verdünnung wirkten sie aber nicht mehr. Hahnemann kam dann auf die Idee des Verschüttelns, welches heute noch verwendet wird. Dieses Verfahren nennt man Potenzieren. Durch das Verschütteln wird die Heilwirkung gesteigert.
Bis heute weiß man nicht genau, wie Hahnemann auf die Idee des Verschüttelns kam. Es ist mit Sicherheit seinen profunden Kenntnissen der Chemie und Physik zuzuschreiben und natürlich seinen umfangreichen Kenntnissen alter medizinischer und pharmazeutischer Literatur. Hahnemann war ein gebildeter Geist und stand im Einklang mit den geistigen Strömungen seiner Zeit: romantische Dichter und Denker wie Novalis, Kleist, Fichte, Schelling waren seine Zeitgenossen. Es lohnt, sich mit diesen zu beschäftigen, zeigen sie doch die geistige Größe der damaligen Zeit und unserer Kultur auf.
Es wird ja immer wieder bemängelt, dass die homöopathischen Mittel keinerlei nachweisbare Spuren mehr der Ausgangssubstanz enthalten. Das ist die typische Argumentation der materialistisch-mechanistisch eingeengten Weltsicht. Die Homöopathie wirkt. Das ist außer Frage und weltweit zig millionenfach bewiesen. Es geht um die dynamische Wirkweise der Ausgangssubstanz, die als Information auf die Trägersubstanz übertragen wird. Ähnlich wie eine Telefonnummer, die ich auf einen Zettel schreibe. Wenn ich den Zettel vernichte, ist die Telefonnummer als Information immer noch existent. Oder wie Strom, der in einer Batterie gespeichert wird. Man kann ihn nicht sehen, aber seine Wirkung sieht (oder spürt!) man allenthalben.
– Cholera
1831 kam es in der medizinischen Welt zu einer Sensation, als Hahnemann seine Prophylaxe und die wichtigsten Heilmittel gegen die asiatische Cholera verkündete. Es kam zu beeindruckenden Heilerfolgen. Hahnemanns größter Triumph, der ihm viele, viele Anhänger in ganz Europa bescherte. Bis heute basieren die allgemeinen Hygienevorschriften auf Hahnemanns damaligen Ausarbeitungen. Eine Anerkennung wird ihm bis heute verwehrt.
Ein Mittel wird nur dann zum Heilmittel bestimmter krankhafter Zustände, wenn es beim Gesunden genau diese Symptome hervorzurufen vermag, die man beim Kranken vorfindet.
d) Zubereitung homöopathischer Mittel
„Arzneistoffe sind nicht tote Substanzen im gewöhnlichen Sinne, vielmehr ist ihr wahres Wesen bloß dynamisch-geistig, ist lautere Kraft.“ Dr. Samuel Hahnemann in „Organon der Heilkunst“
Hahnemann wählte Alkohol, mit Wasser vermischt und Milchzucker zu seinen Trägersubstanzen, da er sie als medizinisch nicht wirksam betrachtete. Lösliche Substanzen vermischte er zu einem Teil Arzneibustanz mit 99 Teilen Lösungsmittel. Diese Mischung wurde dann 100x kräftig geschüttelt. Es entsteht so die Potenz C 1. Hiervon wieder ein Tropfen auf 99 Teile Lösungsmittel, 100 x kräftig geschüttelt, und es entsteht die C 2. Und so weiter bis zur C 30. Später hat Hahnemann auch noch höhere Potenzen entwickelt. Nicht lösliche Substanzen hat der zu 1 Gran auf 100 Gran Milchzucker (1 Gran = 62 mg) verrieben. Von diesem Verrieb wird dann 1 Gran auf 500 Tropfen Weingeist/Wassermischung gelöst. Von dieser Mischung wird 1 Tropfen dann auf 100 Tropfen Weingeist gegeben und mit 100 Schüttelschlägen vermischt. So entsteht die Potenz C 1. Mit dieser Mischung werden jetzt Milchzuckerkügelchen getränkt.
Wenn ich jetzt von dieser C1 ein Kügelchen mit 100 Tropfen Weingeist vermische und mit 100 Schüttelschlägen verschüttele erhalte ich die C2. Und so geht es immer weiter. Die in der Hausapotheke gängigsten Potenzen sind die C30 und C 200.
Durch dieses Verfahren wird die geistige, dynamische Heilkraft der Arzneien freigesetzt. Noch einmal zur Erinnerung: Die Rohform führte oftmals zu extremen Reaktionen. Daraufhin fing Hahnemann an, die Rohstoffe zu verdünnen. Bei zu großer Verdünnung gab es aber keinerlei Wirkung mehr. Durch das dann zufällig entdeckte Verschütteln (Potenzieren) fand Hahnemann heraus, dass sanfte und schnelle Heilungen stattfanden. Das können bis heute Heerscharen von Homöopathen untermauern. Die Heilungen sind schnell, sanft und nachhaltig, so man Hahnemanns Vorgaben gewisslich befolgt.
17 Jahre nach seiner Entdeckung nannte Hahnemann seine Heilmethode „Homöopathie“ (griechisch „homöos“ = Ähnliches und „pathos“ = Leiden). Das bedeutet, eine den Krankheitssymptomen ähnliche Arznei heilt das Leiden. Und so lautet der Lehrsatz der Homöopathie: similia similibus currentur = Gleiches möge durch Gleiches geheilt werden. Beispiel: erfrorene Hände mit kaltem Wasser auftauen.
Dieses Prinzip steht in krassem Gegensatz zur sogenannten Allopathie: contraria contrariis curentur = das Gegensätzliche möge das Gegensätzliche heilen. Es werden Medikamente immer gegen ein Symptom gegeben. Effekt: zunächst schnelle Verbesserung, dann Verschlimmerung, wieder Medikament etc. Patient wird auf das Mittel eingestellt und behält seiner Krankheit. Oder noch schlimmer: er entwickelt eine Arzneimittelkrankheit.
Beispiele für dieses Prinzip: Kalte Hand in warmes Wasser, Kaffee gegen die Müdigkeit = erst munter, dann matt und schläfrig.
Das Wirkprinzip zeigt sich in den Nebenwirkungen. Du unterdrückst ein Symptom, dafür treten aber etliche andere auf.
Die Homöopathie verfährt nach dem gegenteiligen Prinzip: sanfte, schnelle und dauerhafte Heilung (§2 des Organon). Bei Krämpfen wird genau das Mittel gegeben, welches am Gesunden genau diese Krämpfe hervorruft. Bei Durchfall wird genau das Mittel gegeben, welches am Gesunden genau diesen Durchfall hervorruft. Usw. Arzneimittel werden also nach ihrer Ähnlichkeit mit der Krankheit ausgesucht. Die Arznei passt demnach zur Krankheit wie der Schlüssel zum Schlüsselloch.
Beispiel Aloe vera: Diese produziert in ihrer Rohform in starker Dosis als spezifische Kunstkrankheit einen Reizzustand im Darm wie eine Colitis ulcerosa. Insofern kann Aloe in feiner Dosierung (verdünnt und verschüttelt) diesen Reizzustand heilen. Was ein Stoff machen kann, das kann er auch heilen.
Dieses Prinzip hatten vor Hahnemann schon viele andere Ärzte beobachtet (Organon, S. 61) und auch niedergeschrieben. Auch in den indischen Veden, bei Hippokrates, Paracelsus und anderen großen Geistern war dieses Heilprinzip der Ähnlichkeit bekannt. Hahnemann, belesen wie er war, sammelte diese Quellen und zusammen mit seiner ersten Arzneimittelprüfung mit Chinarinde und den Beobachtungen in seiner Praxis entwickelte er die homöopathische Heilkunst.
e) Wirkweise der Homöopathie
Die Homöopathie ist keine Medizin „gegen“ eine Krankheit, sondern eine Medizin für den Menschen.
Jedes lebendige Wesen strebt danach, in einem gewissen Gleichgewicht zu bleiben, welches man Homöostase nennt. Auf Störungen von außen, die das Gleichgewicht zu verschieben drohen, reagiert unser Organismus z. B. mit Fieber oder Entzündung. Diese Zeichen sind Regulationsvorgänge und Maßnahmen unseres inneren Arztes, um das gestörte Gleichgewicht wiederherzustellen. Sie äußern sich in Symptomen, die in der normalen Medizin als Krankheit bezeichnet werden. Werden diese Maßnahmen unterdrückt, so werden gesunderhaltende Impulse = Eigenregulation des Körpers unterdrückt. Bei überschießenden oder zu schwachen Eigenregulationen des Körpers muss eine Kunstheilung diesem inneren Arzt helfen. Diese Hilfe sollte immer ein Anregen und vorsichtiges Steuern sein, kein kurzfristiges Aufpeitschen oder Unterdrücken unserer körpereigenen Selbsthilfevorgänge.
Jede Arznei soll nur einen Reiz setzen, um die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen. Es soll eine Kräftigung des Organismus stattfinden. Entscheidend ist also nicht die Aktion, also ein kräftiger Impuls, sondern die Reaktion auf einen gesetzten Reiz.
Ein gutes Beispiel für das Setzen eines milden Reizes ist die Wassertherapie von Kneipp. Diese Impulsgabe von Kaltwasseranwendungen bei Mangel an Lebenswärme hat schon Hahnemann empfohlen und kann somit als Vorläufer der Kneipp-Behandlungen gesehen werden. Kälte gegen Mangel an Wärme. Hier haben wir wieder das Prinzip, Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen. Denn was eine Substanz machen kann, das kann sie auch heilen.
f) Homöopathie ist eine individuelle Medizin
Die Homöopathie betrachtet immer den gesamten Menschen, nicht nur einzelne Symptome. Sie sieht den Menschen als eingebunden in eine Umwelt mit all ihren Herausforderungen. Krankheit ist aus Sicht der Homöopathie immer ein Ungleichgewicht der Kräfte, das bedeutet, die Homöostase ist in Unordnung geraten. Das können emotionale, klimatische, geistige und/oder auch physische Faktoren sein. Insofern ist es immer wichtig, den gesamten Menschen samt seiner Umgebung zu betrachten.
In Hahnemanns wichtigstem Werk, dem Organon der Heilkunst, spricht er immer wieder von der Lebenskraft, dem Lebensprinzip als der Kraft, die für Gesundheit bzw. deren Verlust zuständig ist. Eine für die damals und heute geltende materialistisch-mechanistische Sichtweise allgemein und im Speziellen der Medizin revolutionäre Sicht. So sagt Hahnemann im Organon § 6: „Im gesunden Zustande des Menschen waltet die geistartige, als Dynamis den materiellen Körper (Organism) belebende Lebenskraft (Autocratie) unumschränkt und hält alle seine Teile in bewunderungswürdig harmonischem Lebensgange in Gefühlen und Tätigkeiten, so dass unser inwohnender vernünftiger Geist sich dieses lebendigen, gesunden Werkzeugs frei zu dem höheren Zwecke unseres Daseins bedienen kann.“
Hört, hört. Die geistartige Lebenskraft, Dynamis, waltet über den materiellen Körper und hält ihn in Harmonie, damit der Geist sich in diesem gesunden Körper zu seinem höheren Zwecke entfalten kann. Starke Worte!
Nehmen wir einmal ein Beispiel: den Arm zu heben, ist ein physischer Vorgang, dem jedoch ein geistiger Impuls, nämlich die Absicht, den Arm zu heben, vorangeht. Erst der Gedanke, dann die Tat. Ein altes Prinzip, das hier jetzt das erste Mal Berücksichtigung in der Heilkunst findet.
Hier wird klar und deutlich formuliert, dass wir eine Geist-Seele-Körper-Einheit sind. Insofern reicht es nicht aus, einfach nur auf die körperlichen Symptome abzustellen. Nein! Du musst alle körperlichen, seelischen und geistigen Symptome und Auffälligkeiten beachten. Der Mensch ist eine Ganzheit. Durch das geeignete homöopathische Mittel werden Körper, Geist und Seele wieder in Einklang gebracht, die Homöostase wiederhergestellt.
In der Homöopathie gibt es nicht einfach eine Erkältung, sondern immer nur eine „Art von Erkältung“; denn entscheidend ist die emotionale, geistige Verfassung desjenigen und seine Lebensumstände. Dies alles gilt es in Erwägung zu ziehen, um dann das geeignete homöopathische Mittel zu finden. Hahnemann hat schon damals beklagt, dass den Menschen Krankheiten mit einem klangvollen lateinischen Namen angedichtet wurden, was heute ja noch viel exzessiver betrieben wird. Heute werden ja Medikamente entwickelt, dann Krankheiten erfunden, um Absatzmärkte für die Medikamente zu schaffen.
Der Homöopath erweist also dem Menschen als Ganzem den Respekt und nimmt sich Zeit für ihn.
Ganz entscheidend ist natürlich die Bereitschaft des Patienten, Verantwortung zu übernehmen und zu begreifen, dass er Schöpfer dieser Symptome ist; denn diese sind Teil von ihm. Und es geht nicht darum, diese Symptome einfach wegzumachen, sondern wirklich nachhaltig, sanft und schnell zu heilen (§2 Organon), also die Homöostase und damit die Gesundheit wiederherzustellen.
Die Homöopathie ist insofern kein leichtes, sondern „ein nachdenkliches“ Geschäft. Sie dient ausschließlich dem Wohl der Menschen und niemals dem eigenen Geldbeutel. Mit ihr ist kein schnelles Geld zu verdienen. Sie erfordert Interesse, Einfühlungsvermögen und eine gewisse Kenntnis homöopathischer Heilmittel. Natürlich muss ich auch eine gewisse Fähigkeit entwickeln, die Symptome zu gewichten, d. h. zu erkennen, was wichtig und was nicht so wichtig ist.
“Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit, oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachtheiligsten Weg, nach deutlich einzusehenden Gründen.” (Samuel Hahnemann, § 2 Organon der Heilkunst).
“Homöopathie ist die modernste und durchdachteste Methode, um Kranke ökonomisch und gewaltlos zu behandeln. Die Regierung muss sie in unserem Land fördern und unterstützen. Genauso wie mein Prinzip der Gewaltlosigkeit niemals scheitern wird, enttäuscht auch die Homöopathie nie. Aber die Anhänger der Homöopathie könnten infolge falscher Anwendung der homöopathischen Prinzipien versagen.”
„Dr. Hahnemann besaß einen genialen Geist und entwickelte eine Methode, in der es keine Begrenzung gibt, um das menschliche Leben zu retten. Ich verneige mich in Ehrfurcht vor seinem Können und vor dem großartigen humanitären Werk, welches er schuf.“ (Mahatma Ghandi, 30.8.1936)
Diesen Worten kann ich mich nur anschließen.
a) Die drei Seinsebenen des Menschen
Seit alters her sieht man den Menschen als ein komplexes Wesen, bestehend aus Geist, Seele, Körper. Diese Ebenen stehen in ständiger Wechselbeziehung zueinander. Und sie haben eine Wertigkeit. Die wichtigste zentrale Steuerungsebene ist die geistige Ebene, wie Hahnemann ja in § 9 seines Organon ausführte: „Im gesunden Zustande des Menschen waltet die geistartige, als Dynamis den materiellen Körper (Organism) belebende Lebenskraft (Autocratie) unumschränkt und hält alle seine Teile in bewunderungswürdig harmonischem Lebensgange in Gefühlen und Tätigkeiten, so dass unser inwohnender vernünftiger Geist sich dieses lebendigen, gesunden Werkzeugs frei zu dem höheren Zwecke unseres Daseins bedienen kann.“
Auf dieser Ebene denkt, urteilt, vergleicht, berechnet, ordnet der Mensch ein. Hier ist er schöpferisch tätig. Es ist die Ebene der Kritik, der Klassifizierung, der Planungen. Hier werden Verbindungen hergestellt (assoziatives Denken), geschlussfolgert, beschrieben, kommuniziert. Wenn diese Funktionen gestört sind, sprechen wir von geistigen Störungen.
Dann folgt die emotionale Ebene, die Ebene der Gefühle aller Schattierungen und Stärken. Von Apathie über Scham, Schuld, Trauer, Wut hin zu Freude, Liebe, Vertrauen etc. Die emotionale Ebene spielt in deinem täglichen Leben eine große Rolle.
Dann folgt die körperliche Ebene, das geliebte Objekt unserer materialistischen Schulmedizin, die die beiden vorigen Ebenen kategorisch ausblendet.
Störungen auf den verschiedenen Ebenen sind ebenfalls hierarchisch zu ordnen (nach Vithoulkas, Die wissenschaftliche Homöopathie, S. 29). Zu Anfang steht das leichteste Symptom:
Geistige Ebene:
Zerstreutheit – Vergesslichkeit – Konzentrationsschwäche – Stumpfsinn (Trägheit, Benommenheit) – Lethargie (geistesabwesend) – Sinnestäuschungen (Wahnideen) – paranoide Vorstellungen und Zwänge – destruktives Delirium – vollständige Geistesverwirrung
Emotionale Ebene:
Unzufriedenheit – Reizbarkeit – Angst – Phobien – Kummer – Qualvolle Angst – Traurigkeit, Schwermut – Apathie, Unlust – Depression mit Selbstmordtendenz (unterdrückter Ärger)
Körperliche Ebene:
Haut – Muskel – Knochen – Nieren – Lungen – Leber – Störungen endokrines System – Herz – Gehirn
Praktisch angewendet, macht diese Hierarchie deutlich, dass Hautsymptome auf der körperlichen Ebene vergleichsweise harmlos sind. Wenn aber die Störung weiter „hochklettert“ und schlussendlich beim Gehirn ankommt, dann wird es problematisch.
Dasselbe gilt für die emotionale Ebene. Eine Unzufriedenheit ist harmlos, jedoch ist eine Depression alarmierend problematisch, da über Jahre Gefühle immer wieder verdrängt wurden. Unzufriedenheit ist leicht zu beheben, eine Depression braucht umfangreichere und längerfristige Unterstützung.
Auf der geistigen Ebene gilt dasselbe: Zerstreutheit ist harmlos. Aber je tiefer die Störung, desto problematischer.
Das bedeutet, dass man bei jeglicher Therapie darauf achten muss, dass die Beschwerden nicht in der Skala nach oben, also Richtung Verschlimmerung innerhalb einer Ebene, wandern. Noch schlimmer ist, wenn Beschwerden auf der Körperebene behoben werden (das ist ja das Hauptgeschäft der Schulmedizin), es aber zu emotionalen oder gar geistigen Symptomen oder deren Verschlimmerung kommt. Das ist das Gegenteil homöopathischer Heilkunst.
Diese drei Ebenen sind natürlich ineinander verschachtelt und beeinflussen sich gegenseitig. Sie bilden das dynamische Feld. Ein Teil dieses Feldes ist der Abwehrmechanismus.
b) Abwehrmechanismus
Jeder lebende Organismus ist permanent verschiedenen Reizen (z. B. Stress) ausgesetzt – gleichgültig, ob krankmachend oder heilend -, und reagiert zunächst mit einer Frequenzänderung des dynamischen Feldes. Dies macht sich bei den meisten gewöhnlichen Reizen – wir alle sind ihnen ständig ausgesetzt – auf der geistigen, emotionalen und physischen Ebene kaum bemerkbar.
Ist der Reiz jedoch stärker, sodass er die Lebenskraft nicht mehr positiv stimuliert, wird ein bestimmter Teil oder Aspekt von ihr, nämlich der Abwehrmechanismus, in Aktion gesetzt, um dem Reiz entgegenzuwirken. Ohne eine solche Möglichkeit wären wir jedem starken Reiz wehrlos ausgeliefert: Er könnte den Zustand unseres gesamten Organismus ändern und den Tod herbeiführen. Jeder Mensch besitzt eine individuelle Schwelle, bis wohin das dynamische Feld mit Reizen fertig wird, ohne dass äußerlich sichtbare Zeichen auftreten. Erst nach Überschreiten dieser Schwelle wird der Abwehrmechanismus auf eine Weise in Gang gesetzt, dass wir seine Aktionen als Zeichen und Symptome auf einer oder mehreren Ebenen wahrnehmen. Die Schulmedizin nennt diese sichtbaren Zeichen und Symptome irrigerweise Krankheiten, die man bekämpfen und ausmerzen muss. Welch ein Schwachsinn! Mach dir klar, dass alle, alle, alle Symptome, ob geistig, seelisch oder körperlich, auf eine oder mehrere, mehr oder wenig langandauernde äußere Störung (Stress) zurückzuführen sind. Das können klimatische Reize sein bis hin zu schweren Traumata.
Dem Erscheinen dieser Symptome geht eine Latenzzeit voraus. Der Abwehrmechanismus versucht in dieser Zeit, sich dem Einfluss des Reizes anzupassen. Im dynamischen Feld ist natürlich sofort eine Veränderung eingetreten; auf der körperlichen, emotionalen und geistigen Ebene wird es dagegen unterschiedlich lang dauern, bis der Abwehrmechanismus Symptome spürbar werden lässt. Diese Latenzzeit kann Stunden, Tage, Wochen oder sogar Monate dauern. Bei akuten Krankheiten wird sie „Inkubationszeit“ genannt. Sie dauert bei Grippe und Infektionen Stunden bis Tage, bei Malaria mehrere Wochen und bei Tollwut oder infektiöser Hepatitis bis zu drei Monaten.
Weniger bekannt ist, dass auch chronische Krankheiten ihre Latenzzeiten haben. Wer einer starken seelischen Belastung ausgesetzt ist, kann Wochen, Monate oder Jahre später körperliche, emotionale oder geistige Symptome entwickeln.
Ich hoffe, mit diesen Ausführungen habe ich ein wenig deutlich machen können, wie komplex der Mensch ist, und dass es fast schon frevelhaft ist, ihn lediglich als Chemiefabrik zu sehen, heißt auf die körperlichen Symptome abzustellen und diese entfernen zu wollen. Dieses führt unweigerlich zu einem Heer von gefühllosen, geistig abgestorbenen Zombies.
Deshalb kann man es der Homöopathie bzw. Hahnemann gar nicht hoch genug anrechnen, dass er vor allem auf die „gemüthlichen“ und geistigen Symptome fokussiert. Sie sind schlussendlich der Schlüssel zum richtigen Mittel und damit der Schlüssel zur Heilung. Aber das wird die Medizin der Zukunft, die den Menschen wieder als ein ganzheitliches Wesen sieht, wie er von Gott geschaffen wurde.
c) Heilverläufe
Akute Symptome sind relativ einfach zu behandeln, schwieriger wird es bei sogenannten chronischen Erkrankungen, da hier schon über Jahre wichtige Symptome einfach unterdrückt und verschoben wurden. Es dauert manchmal Jahre, bis sich wirkliche Gesundheit wiedereinstellt. Im Laufe eines solchen Prozesses kann und wird es natürlich passieren, dass alte Symptome wieder auftreten. Das ist absolut positiv, wird vom Betroffenen meistens aber nicht so empfunden. Denn die Menschen sind darauf dressiert, Symptome wegzumachen. Körperliche Symptome werden allgemein nicht als Hinweis auf einen emotionalen Konflikt verstanden. Man will sie einfach nur beseitigen. Eine homöopathische Behandlung bewirkt insofern ein Erscheinen alter Symptome, und zwar in umgekehrter Reihenfolge: die letzten zuerst, die ganz alten zuletzt. Die Krankheit wird also aus ihrem Schlummerzustand im Inneren nach außen gebracht. Erst wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, ist die Gesundheit tiefgreifend wiederhergestellt. Dies nur als Hinweis auf das komplizierte Unterfangen, langwierige Krankheiten wirklich zu heilen. Dies ist nicht Absicht dieses Kurses, sondern gehört ausschließlich in die Hände erfahrener Homöopathen. Bei akuten Symptomen ist es viel einfacher und mit denen wollen wir uns ja hier beschäftigen.
Wichtige Kriterien für Heilung:
Symptome erscheinen in der umgekehrten Reihenfolge ihres Auftretens
Das bedeutet, wenn du ein homöopathisches Mittel ausgesucht hast und es passt, dann wird sich der Symptomverlauf umkehren, d. h. die zuletzt aufgetretenen Symptome verschwinden zuerst, die zuerst aufgetretenen verschwinden zuletzt.
Von innen nach außen
Wenn Organbefall vorliegt, werden als Erstes die Organe geheilt und es kann im Zuge der homöopathisch angeregten Ausleitung zu Hauterscheinungen kommen.
Von oben nach unten
Bei der Herstellung der Gesundheit sieht ein weiterer Heilverlauf so aus: vom Kopf hinab zu den Zehen.
Im Zuge der Herstellung des harmonischen Gleichgewichts der Lebensenergie (Gesundheit) kann es sein, dass emotionale Lebendigkeit entsteht. Für viele ist es irritierend, wenn der Patient auf einmal aggressiv(er) wird, gerade wenn jemand immer zurückgezogen war, nie auffiel, fast schon resigniert war. Im Sinne der Heilung ist es aber die Rückkehr der Lebenskraft, der Vitalität. Unterdrückter Ärger macht krank, müde, resignativ. Tritt er an die Oberfläche, setzt Gesundung ein.
Bei alten Symptomen erstrecken sich diese Heilverläufe über einen längeren Zeitraum, bei akuten Symptomen, vor allem Verletzungen, treten diese Heilverläufe natürlich viel schneller in Erscheinung. Frappierend ist hier oftmals die sofortige Wirkung = Heilung.
Zur Wirkkraft homöopathischer Mittel schrieb der griechische Arzt und Homöopath Dr. Georgos Vithoulkas (Medizin der Zukunft, S. 39-41, 1979):
„Seit Albert Einsteins naturwissenschaftlichen Erkenntnissen gilt es als unumstritten, dass Materie letztlich nichts anderes ist als ein Energiezustand. Wenn man eine Substanz auf ihren Molekurlarzustand zurückführen und ein Molekül isolieren kann, dann zeigt dieses Molekül eine dauernde, automatische Bewegung, die „Brownsche Bewegung“. Die Energie dieser Molekularbewegung ist bisher noch unzureichend erforscht, jedoch weiß heute jeder, welche enormen Energien bei Atomzertrümmerung oder -fusion freiwerden. In den scheinbar festen Stoffen unserer Umwelt sind offenbar ungeheure Energien verborgen, die bislang ungenutzt blieben. Hahnemann hatte entdeckt, dass wir diese Energien mobilisieren und anwenden können, wenn wir einmal wissen, wie wir die Rohsubstanz zu bearbeiten haben. Durch wiederholtes Verschütteln während des Potenzierungsvorganges wird nämlich eine spezifische Energie freigesetzt und auf das Lösungsmittel übertragen (Molekularresonanz), die der natürlichen Substanz innewohnt, eine Energie, deren erstaunliche Wirkung wir bei jeder richtigen Verordnung beobachten können…So kann denn die Auflockerung der Kristall- oder Grobstruktur einer Substanz Heilkräfte (spezifische Information) von tiefgreifender Wirkung freisetzen. Denn das ist es ja: der endgültige Beweis hängt für den Praktiker, den Arzt und erst recht für den leidenden Patienten nicht davon ab, ob etwas im Rahmen unseres überkommenen Denk- und Glaubensschemas möglich (=erklärbar) ist, sondern ob das jeweilige Mittel tatsächlich Heilung bewirkt. Hahnemann sagt im § 25 seines Organon, der einzige Beweis für die Verordnung des richtigen Mittels bestehe darin, dass der Patient damit geheilt wird… So bezeugen denn nicht nur Erkenntnisse der Molekular- und Quantenphysik, sondern auch und vor allem die Heilerfolge der Homöopathie, dass mit ihr der noch heute herrschende medizinische Materialismus des 19. Jahrhunderts veraltet und längst überwunden sein müsste.“
B: Die Hierarchie der Symptome
Der Homöopath muss sich zunächst alle verfügbaren Informationen bezüglich des Patienten holen. Diese werden dann nach ihrer Bedeutung gewichtet.
Wichtige Faktoren für die Anamnese:
Einstellung zum Leben und zu anderen Menschen
Zur Ehe, zur Arbeit
Ängste und Sorgen
Sämtliche Gefühlsregungen
Träume
Derzeitige Lebensumstände
Gerade bei akuten Symptomen: was ist gerade los in deinem Leben?
Auslösende Ursache der Beschwerden
B: § 153 Symptome
Dies sind auffallende, sonderliche, ungewöhnliche und eigenheitliche (= charakteristische Symptome).
Individuelle (z. B. Atemnot vor der Menses)
Seltene, die einen frappieren (z. B. Abneigung Säugling gegen Muttermilch)
Paradoxe (Durstlosigkeit bei Fieber; fehlender Hautausschlag bei Masern)
Begleitsymptome (z. B. häufiges Urinlösen bei Kopfweh oder große Urinmengen bei Schnupfen)
Geistes- und Gemütssymptome
Hier geht es um Gedanken und Gefühle, die wichtig sind. Ist jemand bei Krankheit eher traurig und will Trost oder eher abweisend und will in Ruhe gelassen werden.
Gedanken an den Tod, Furcht, Folgen von unterdrückter Wut etc.
C: Allgemeinsymptome
Was das Leiden allgemein verschlimmert oder verbessert
Witterung (Luft, Licht, Sonne, Wind, Wetter, Klima, Kälte, Winde, trocken, feucht)
Wasser
Körperlage (Ruhe, Bewegung, Sitzen, Liegen etc.)
Berührung, Druck
Lärm
Gerüche
Zeit (vormittags, nachmittags, abends, nachts), Periodizitäten
Essen, Trinken
Bekleidung (z. B. Enge am Hals)
Wundverhalten, Blutungen, Lateralität, Sitz der Krankheit
Charakter der Ausscheidungen
Ausgesprochene Gelüste (Durst auf kalte Milch, Verlangen nach Unverdaulichem)
Symptome des Schlafes und der Träume
Bei Frauen Eigenarten der Menses
Sexuelle Symptome (z. B. Libido)
Ursache (Causa)
Physische oder psychische Traumata
Trauer, Ärger, Kummer
Folgen von Nass- oder Kaltwerden
D: Begleitsymptome
z. B. Migräne mit häufigem Aufstoßen
E: Lokalsymptome
(z. B. Lippenherpes, Gerstenkorn)
Symptom bedeutet immer „Krankes“, das, was der Kranke an sich wahrnimmt und wie er sich krank fühlt. Mit der Gesamtheit der Symptome gelangen wir dann vom Allgemeinen zum Speziellen und können dann eine Auswahl treffen.
Im Organon § 3 sagt Hahnemann:
„Sieht der Arzt deutlich ein, was an Krankheit da ist, was an jedem einzelnen Krankheitsfalle insbesondere zu heilen ist (Krankheitserkenntniß, Indication), sieht er deutlich ein, was an den Arzneien, das ist, an jeder Arznei insbesondere, das Heilende ist (Kenntniß der Arzneikräfte) und weiß er nach deutlichen Gründen das Heilende der Arznei in dem, was er an dem Kranken unbezweifelt Krankhaftes erkannt hat, so anzupassen, dass Genesung erfolgen muß, anzupassen sowohl in Hinsicht der Angemessenheit der für den Fall nach ihrer Wirkungsart geeigneten Arznei (Wahl des Heilmittels, Indication), als auch in Hinsicht der genau erforderlichen Zubereitung und Menge derselben (rechte Gabe) und der gehörigen Wiederholungszeit der Gabe: Kennt er endlich die Hindernisse der Genesung in jedem Falle und wie sie hinwegzuräumen, damit die Herstellung von Dauer sei: so versteht er zweckmäßig und gründlich zu handeln und ist ein ächter Heilkünstler.“
Zusammenfassung
Bedeutung des Wortes Homöopathie
Homöopathie heißt „ähnliches Leiden“. „Wähle, um sanft, schnell und dauerhaft zu heilen, in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich schaffen kann, als sie heilen soll.“ Mit anderen Worten: Eine Krankheit wird mit geringen Dosen eines Mittels behandelt, welche den gesunden Menschen in hohen Dosen krank machen würde.
Die Mittel
Homöopathische Arzneien werden aus Pflanzen, Mineralien und tierischen Materialien (Gifte) hergestellt. Jeder Ausgangsstoff wird nach einer genauen Vorschrift stufenweise verdünnt und verschüttelt, wodurch die heilkräftige Wirkung entsteht.
Die Wirkweise
Krankheit ist immer ein Zeichen der gestörten Lebenskraft des Menschen. Die homöopathische Arznei regt die Selbstheilungskraft des Organismus an, sodass das Gleichgewicht wiederhergestellt wird. Dies geschieht durch die den Arzneien innewohnenden Informationen, die durch das Verdünnen und vor allem durch das Verschütteln geweckt werden.
Die Mittelwahl
Jede Symptomatik ist ein individuelles Geschehen. Deshalb müssen die gesamte seelische, geistige und körperliche Befindlichkeit sowie die derzeitigen Lebensumstände abgefragt werden. Manchmal ist es dann nötig, mehrere Mittel nacheinander zu geben. Neue Mittel werden erst gegeben, wenn das vorherige Mittel ausgewirkt hat. Also ist immer Geduld angezeigt. In akuten Fällen wirkt das richtig gewählte homöopathische Mittel sehr schnell, manchmal sofort.
Die Erstreaktion
Nach der Einnahme homöopathischer Mittel kann es zu sogenannten Erstverschlimmerungen kommen. Dies ist immer ein gutes Zeichen, da es eine Reaktion des Organismus anzeigt und somit den Beginn der Heilung. Hier bitte immer abwarten.
Selbstbeobachtung
Nach dem Einnehmen des Mittels ist es empfehlenswert zu beobachten, was sich verändert, seelisch, körperlich. Und am besten aufschreiben. So kann man ein kleines Homöopathie-Tagebuch anlegen. Wie schon gesagt, kann es zu einer Erstverschlimmerung kommen, welche aber eigentlich eine Erstverbesserung ist, da sie anzeigt, dass der Organismus sich seine Vitalität zurückholt.
Die Anwendung
Wir beschränken uns in diesem Kurs auf die Anwendung im häuslichen Bereich bei akuten Beschwerden. Ernstere Erkrankungen erfordern selbstverständlich professionelle Unterstützung, vorzugsweise eines homöopathisch arbeitenden Arztes.
Ich habe die Mittelempfehlungen auf pflanzliche Mittel begrenzt. Diese sollten generell gerade bei Menschen, die noch nie homöopathische Mittel genommen haben, zuerst gegeben werden. Denn mineralische Mittel können unter Umständen heftige Reaktionen auslösen. Und es gibt immer eine pflanzliche „harmlosere“ Schwester, die dem mineralischen Mittel entspricht.
Manchmal empfehle ich Nosoden. Diese werden aus Krankheitserregern oder infiziertem Material (Blut, Eiter, Krankheitserregern oder erkrankte Zellen) hergestellt. Sie sind mit äußerster Vorsicht und nur in hohen Potenzen zu verwenden, da sie schon eine starke Reaktion auslösen können. Aber jetzt nicht vor Angst schlottern, sondern nur Verantwortung übernehmen und die Homöopathie verantwortlich und im Bewusstsein ihrer hohen Effizienz einsetzen.
Die Hauptwerkzeuge des Homöopathen sind die Materia Medica und das Repertorium.
Die Dosis oder Gabe
Für das Behandeln von akuten Symptomen haben sich die C 30 und C 200 Potenzen bewährt.
Die Gabe sind entweder 3 Kügelchen unter die Zunge geben, oder man gibt 3 Kügelchen in ein Glas Wasser, löst diese auf und rührt 10 x kräftig um (mit einem Plastiklöffel, Metall ist nicht ratsam).
Davon ein Schlückchen, abwarten und die Wirkung beobachten. Eventuell die Gabe wiederholen.
Es ist immer wichtig, die Mittel nicht zu häufig zu nehmen, da du sonst eine Arzneimittelprüfung durchmachen könntest. Sie sollen ja nur einen Impuls setzen, damit der Körper sich selber heilt.
Wenn die erste Gabe also eine Wirkung hat, dann das Mittel nicht wiederholen.
Erst wenn es zu einem Stillstand kommt und das Mittel noch angezeigt ist (dieselbe Symptomatik, nur schwächer), dann wiederholst du die Gabe.
Manchmal reicht eine Gabe, manchmal musst du eine zweite geben. Selten habe ich zweimal täglich über mehrere Tage geben oder nehmen müssen. Das kann aber schon vorkommen.
In der Homöopathie ist weniger mehr. Geduld ist gefragt und genaue Beobachtungsgabe.
Die Dosis oder Gabe
Für das Behandeln von akuten Symptomen haben sich die C 30 und C 200 Potenzen bewährt.
Die Gabe sind entweder 3 Kügelchen unter die Zunge geben, oder man gibt 3 Kügelchen in ein Glas Wasser, löst diese auf und rührt 10 x kräftig um (mit einem Plastiklöffel, Metall ist nicht ratsam).
Davon ein Schlückchen, abwarten und die Wirkung beobachten. Eventuell die Gabe wiederholen.
Es ist immer wichtig, die Mittel nicht zu häufig zu nehmen, da du sonst eine Arzneimittelprüfung durchmachen könntest. Sie sollen ja nur einen Impuls setzen, damit der Körper sich selber heilt.
Wenn die erste Gabe also eine Wirkung hat, dann das Mittel nicht wiederholen.
Erst wenn es zu einem Stillstand kommt und das Mittel noch angezeigt ist (dieselbe Symptomatik, nur schwächer), dann wiederholst du die Gabe.
Manchmal reicht eine Gabe, manchmal musst du eine zweite geben. Selten habe ich zweimal täglich über mehrere Tage geben oder nehmen müssen. Das kann aber schon vorkommen.
In der Homöopathie ist weniger mehr. Geduld ist gefragt und genaue Beobachtungsgabe.
Die homöopathische Hausapotheke
Die nachfolgend genannten homöopathischen Arzneien sind für kleine Unfälle und Unpässlichkeiten gedacht.
Acidum carbonicum (Karbolsäure) Insektenstiche, Schlangen- und Skorpionbiß
Aconit (Eisenhut) Akutes Fieber mit Frösteln, akute Erkältung, Schock bei Unfällen; Hauptmittel bei Masern
Allium cepa (Zwiebel) Erkältungen mit klarem brennendem Ausfluss aus der Nase
Apis mell. (Honigbiene) Wespen- und Bienenstiche
Arnika (Bergwohlverleih) Verletzungen, Prellungen, Blutergüsse, Schock bei Unfällen, erstes Mittel bei Verletzungen jeglicher Art
Arsenicum album Lebensmittelvergiftungen
Belladona (Tollkirsche) Fieber mit gerötetem Gesicht, Ohrenschmerzen, Reisekrankheit, Hauptmittel bei Scharlach
Bryonia (Zaunrübe) trockener Husten, stechender Rippenfellschmerz beim Husten und Atmen
Cantharis (span. Fliege) Verbrennungen, auch Sonnenbrand, Blasenentzündung
Caulophyllum (Frauenwurzel) Geburtsvorbereitung
Chamomilla (Kamille) Zahnung
Cheledonium (Schöllkraut) Koliken
Coffea (Kaffee) Zahnschmerz
Crabo vespa (Hornisse) Wespen-, Bienenstiche
Drosera (Sonnentau) Hauptmittel bei Keuchhusten
Dulcamara (Bittersüß) Erkältungen, Ohrenschmerzen bei kalt-feuchtem Wetter
Echinacea (Sonnenhut) Schlangenbisse, Reizungen durch Insektengifte und giftige Pflanzen
Euphrasia (Augentrost) Bindehautentzündung, Augenbeschwerden
Glonoinum (Nitroglycerin) Sonnenstich
Gelsemium (wilder Jasmin) Lampenfieber, Aufregung vor Prüfungen, Folgen von schlechten Nachrichten, Grippemittel, schlapp wie gelähmt, kann sich nicht erholen
Gunpowder (Schießpulver) Blutvergiftung
Hamamelis (Zaubernuss) Verletzungen; übertrifft Morphium nach Operationen
Hypericum (Johanniskraut) Folgen von Verletzungen mit Überempfindlichkeit; Nervenquetschungen, Nervenzahnschmerz, Tetanusvorbeugung
Ipecacuanha (Brechwurz) verdorbener Magen mit extremer Übelkeit, Fleischvergiftung
Iris versicolor (Schwertlilie) Kopfschmerzen
Lathyrus sativus (Platterbse) Polio und als Schutz gegen Polio
Ledum (Sumpfporst) Wespen-, Bienenstiche, Gegenmittel bei Rhus-Vergiftungen
Melilotus (Steinklee) Sonnenstich
Millefolium (Schafgarbe) Nasenbluten
Nux moschata (Muskatnuss) Vergiftung
Nux vomica (Brechnuss) Folgen von Arzneimittelmissbrauch, verdorbener
Magen, Alkoholmissbrauch, Gastritis, Verstopfung
Okubaka (Sandelholz) verdorbener Magen
Petroleum See- und Reisekrankheit
Pulsatilla (Küchenschelle) Schnupfen und/oder Ohrenschmerzen (mit sanftem Gemüt), verdorbener Magen nach (fettem) (Schweine)Fleisch
Rhus tox.(Giftefeu) Hexenschuss, Ischialgie, Verrenkung, Prellung, Folgen körperlicher Überanstrengung
Rubeolinum (Rötelnnosode) Röteln in der Schwangerschaft
Ruta graveolens (Weinraute) Knochenhautverletzungen
Symphytum (Beinwell) Knochenbrüche, Meniskusrisse,
Tabacum Reisekrankheit
Urtica urens (Brennnessel) Verbrennungen, Feuerquallen
Veratrum viride (Nieswurz) Sonnenstich
Zeckenbißnosode Folgen von Zeckenbissen
Calendula-Essenz – kannst du in der Apotheke kaufen. Ich bereite sie selber aus Calendula-Blüten zu. Wenn ich sie kaufe, dann nehme ich die Essenz von Weleda.
Wenn du eine Flugreise machen und deine Hausapotheke mitnehmen möchtest, so wickle diese bitte in Alufolie ein. Dies ist der beste Schutz gegen jedwede Strahlung.
Einleitung
Eine wichtige Anmerkung vorweg: Bitte bei schweren Verletzungen nicht herumexperimentieren. Die Homöopathie ist bei fachkundiger Anwendung zweifellos unschlagbar bei der Behandlung jeglicher Verletzungen. Aber auch hier ist fundiertes Wissen vonnöten. Bei schweren Verletzungen bitte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, sei es ambulant oder im Krankenhaus. Die Homöopathie kann dann immer noch ergänzend zur medizinischen Behandlung gegeben werden. Also kenne deine Grenzen und hole Hilfe, wenn du mit deinem Wissen überfordert bist. Da Verletzungen immer und überall passieren, ist es natürlich wichtig, sich ein Grundwissen über die Wundbehandlung zu erwerben (1.-Hilfe-Kurs). Und natürlich solltest du unbedingt die einzelnen Mittel studieren, damit du im Falle eines Falles weißt, welches Mittel angezeigt ist. Bei Verletzungen gehen wir eher von der Art der Verletzung aus. Hier gibt es nicht, wie bei akuten Erkrankungen, starke individuelle Ausprägungen, die bei der Mittelwahl wichtig sind. Insofern ist die Homöopathie hier recht einfach. Bevor wir in die Einzelheiten einsteigen, zwei Erfahrungsberichte von meiner Seite:
Für mich gibt es zwei unverzichtbare Werkzeuge, wenn es sich um Verletzungen handelt: MET und Homöopathie. In der Praxis erprobt. Dazu eine kleine Geschichte. Eines Tages schnitt ich mir mit einer Brotmaschine in den rechten Zeigefinger. Eigentlich habe ich mir einen Teil abgesäbelt. Abgesehen vom Schmerz und dem Blut war der Schock natürlich riesig. Das Erste, was ich machte, schnell ein Küchenpapier um den Finger gewickelt, Schlüsselbeinpunkte beklopfen und ratzfatz ein Calendulabad zubereitet. Und sofort Arnika C 30 genommen. Diese Gabe habe ich dann alle paar Stunden wiederholt. Dann abwechselnd Finger in der Calendulalösung baden, an der Luft trocken lassen (ich musste aber immer wieder mit Küchenpapier die Wunde abdrücken) und parallel klopfen. Gott sei Dank war eine Freundin da, ihres Zeichens Krankenschwester, die ganz schnell einen professionellen Verband anlegt. Diesen ließ ich den Tag und die Nacht über dran. Dann hatte ich das Bedürfnis, den Verband abzunehmen. Die Blutung hatte aufgehört. Mein Finger und ich waren der Meinung, dass frische Luft und ein Calendulabad genau richtig wären. Meine Freundin, die Krankenschwester, war entsetzt. Als Profi der Wundheilung plädierte sie für steriles Wasser, weiterhin Verband etc. Sie war der Meinung, der Heilprozess würde sich über Wochen hinziehen. Immerhin war ein Stückchen Finger weg. Ich beharrte auf meine Behandlungsmethode: Arnika, Klopfen, Calendulabad, frische Luft und nur ein leichtes Pflaster. Nach fünf Tagen war die Wunde fast komplett verheilt und der fehlende Teil des Fingers wuchs nach. Meine Freundin war schier baff. Das hatte natürlich für ihre professionelle Sicht weitreichende Konsequenzen. Denn so etwas hatte sie in 40-jähriger Berufspraxis noch nicht erlebt. Seitdem ist sie ein erklärter Anhänger von Arnika- und Calendula und empfiehlt dieses auch weiter.
Meine erste Erfahrung mit Arnika und Calendulae-Essenz machte ich als ganz frisch gebackene Homöopathin. Ich kannte es nur aus der Theorie. Bis dahin hatte mir die Praxis gefehlt. Das änderte sich aber schlagartig, als mein Mann sich die Kuppe des Mittelfingers in der Schiene des Beifahrersitzes beim Verstellen abrasierte. Blut, Schock, Schmerzen. Damals kannten wir MET noch nicht. Also Arnika und Calendulabad. Die Wunde heilte ohne Narbe ebenfalls in großer Geschwindigkeit. Seitdem ist Arnika generell das erste Mittel, das ich bei Verletzungen gebe. Gehen diese mit Blut einher, dann ist immer Calendula-Essenz angezeigt. Diese bewirkt eine sofortige Stillung der Blutung, die Wunde wird desinfiziert, und es kommt zu keiner Narbenbildung.
Ein weiteres Wundererlebnis mit Arnika: Ich hatte beim Öffnen während des Waschvorgangs einer Spülmaschine einen Spritzer der Waschlauge ins Auge gekriegt. Tat höllisch weh, brannte. Ich habe erstmal das Auge mit klarem Wasser gespült, aber es kam zu einer Schwellung und Sichttrübung. Als Erstes fiel mir natürlich Euphrasia (Augentrost) ein. Half aber nicht viel. Erst am nächsten oder übernächsten Tag fiel mir ein, dass ich es ja mal mit Arnika probieren könnte. Schließlich handelte es sich ja um eine Augenverletzung. Und was soll ich sagen? Die Besserung setzte sofort ein. Am Abend war das Auge komplett geheilt. Arnika heißt nicht umsonst Bergwohlverleih.
Ich möchte nun verschiedene Verletzungsarten auflisten und die dafür bewährten Mittel kurz beschreiben.
Behandlung von Wunden
Arnica ist für mich der Star unter den Verletzungsmitteln. Es ist unübertroffen bei allen Verletzungen (besonders Fall, Prellungen, Quetschungen, Folgen von Schlag). Bei Wunden mit Blutaustritt (Schnitte, Kratzer, Schürfwunden) sind als erstes natürlich Calendula-Essenz und Arnika angezeigt. Auch ist Arnika nach Aconit ein bewährtes Schockmittel nach Unfällen.
Gabe: Schwere Symptomatik am Anfang stündlich drei Kügelchen C30 (oder in Wasser gelöst und dann davon einen Teelöffel, vorher kräftig umrühren). Bei leichteren Fällen kann man mit dreimal täglich beginnen. Gabe so lange, bis die Symptomatik nachlässt und sich das Befinden bessert. Ich habe Arnika noch nie länger als drei Tage genommen. Im Verbund mit MET heilen Verletzungen sehr, sehr schnell.
Stichwunden
Große Stichwunden gehören selbstverständlich in ärztliche Behandlung. Aber trotzdem kann man vorbeugend 1. Hilfe leisten. Hier könnte Ledum innerlich gegeben das Mittel der Wahl sein. Die Blutung wird wieder mit Calendula—Lösung gestillt. Um bei nicht blutenden Wunden Tetanus zu verhindern, sollte man durch vorsichtiges Drücken der umliegenden Teile dafür sorgen, dass ein wenig Blut austritt.
Ledum ist angezeigt, wenn es zu Rötung, Schwellung und pochendem Schmerz kommt. Wunde fühlt sich kalt an, Besserung durch kalte Umschläge.
Apis ist angezeigt, wenn die Wunde warm oder heiß ist und die Schmerzen stechend sind. Wundrand, starke Schwellungen, Besserung durch kalte Umschläge.
Hypericum ist angezeigt bei scharfen, stechenden Schmerzen und Verletzung von Nerven.
Schnittwunden, Platzwunden, Sektionswunden
Erste Behandlung natürlich wieder Arnika und Calendula-Essenz-Bad. Und natürlich Klopfen. Zur Nachbehandlung dient dann Staphisagria (z. B. C 30 oder 200 3 x täglich 2-3 Tage). Dies fördert die Wundheilung und verhindert die Narbenbildung. Wenn es zu Verletzung eines Nervens kommt oder die Verletzung Empfindungsbeeinträchtigungen (Taubheit, Kribbeln, Ameisenlaufen) nach sich zieht, ist Hypericum (Johanniskraut) angezeigt.
Platzwunden
Erraten, auch hier sind Calendula-Bad und Arnika (1 Gabe C 30 oder 200) ausreichend, um die Wundheilung anzuregen.
Sektionswunden
Bei Wundbrand sind Anthracinum, Apis, Lachesis oder Pyrogenium angezeigt, aber zuförderst natürlich ärztliche Versorgung.
Splitterverletzung
Um einen Splitter zu entfernen, kann man etwas Johanniskraut-Öl auf die Haut geben. Oder die Stelle mit einem warmen Seifenbad aufweichen. Splitter dann vorsichtig mit einer desinfizierten Pinzette oder Nadel (Alkohol oder Calendula-Essenz unverdünnt) entfernen. Wenn der Splitter schon eingewachsen ist, kann man die Stelle mit einer Silicea-Lösung bestreichen. 5 Tropfen Silicea D 6 oder 12 auf einen Teelöffel Öl. Oder 3 Kügelchen C 30 oder C 200 in etwas Wasser auflösen. Die Stelle mit der Öl- oder der Wasserlösung bestreichen. Bei juckenden Splitterverletzungen empfiehlt sich Anagallis (Ackergauchheil) D 6 (wie Silicea).
Blaue Flecke
Wenn du dich gestoßen hast, werden Blutgefäße beschädigt, und es entstehen blaue Flecke. Das ist nicht weiter schlimm. Natürlich gibst du auch hier wieder Arnika. Bei starken blauen Flecken am Anfang stündlich, bei schwächeren reichen am Anfang zwei bis drei Gaben am Tag. Wie schon gesagt, nicht länger als 3-5 Tage. Meistens sind schon nach einem Tag die Selbstheilungskräfte ausreichend angeregt.
Wenn es sich um ein blaues Auge oder schlimme blaue Flecken handelt, die sich kalt und taub anfühlen und durch kalte Umschläge besser werden, dann ist Ledum das Mittel der Wahl.
Wenn die Knochenhaut verletzt ist, empfiehlt sich Ruta. Anfangen würde ich aber immer mit Arnika. Ledum oder Ruta kann man immer noch geben, wenn Arnika nicht wirkt.
Quetschungen, Prellungen, Verstauchungen, Verrenkungen, Zerrungen
Hier möchte ich einmal aus der Materia Medica von Kent zitieren: „…Arnica passt ausgezeichnet für dieses Zerschlagenheitsgefühl und ist daher ein sehr wichtiges Mittel bei Verletzungen, Stößen, Erschütterungen, Gelenkläsionen, traumatischen Rückenschäden mit Lahmheit und Schmerzhaftigkeit. In solchen Fällen wird Arnica zu einem der besten Mittel, und wenn nicht bestimmte Symptome vorhanden sind, die andere Mittel erfordern, sollte es das Mittel der Wahl sein. Auf Arnica verschwinden die Schmerzen einer Knöchelverstauchung oft erstaunlich rasch, sodass der Patient schon nach wenigen Tagen wieder umhergehen kann. Die schwarz-blaue Verfärbung verstauchter Gelenke wird in überraschend kurzer Zeit verschwinden, der Schmerz wird vergehen und die Gelenkfunktion wird ungewöhnlich schnell wiederhergestellt sein. Wir haben einen verstauchten Knöchel gesehen, der schwarz-blau verfärbt und so geschwollen war, dass kein Schuh getragen werden konnte. Nach einer Dosis Arnica verschwand die Schwellung sehr schnell, die Verfärbung verging, und der Patient konnte wieder auftreten…“
Also auch bei Quetschungen, Prellungen, Verstauchungen, Verrenkungen – Arnika ist immer das Mittel der Wahl, um manchmal sehr rasche Linderung und Heilung zu bringen.
Bleibt eine Gelenkschwäche zurück, kann man die Behandlung mit Rhus tox. vollenden. Kent führt aus: „…aber bei posttraumatischer Sehnenschwäche genügt Arnica nicht immer. Man lässt Rhus tox. folgen. Wenn eine Gelenkschwäche zurückbleibt, gehen auf Rhus tox. und Calcarea über. Natürlich gibt man diese Mittel nicht am gleichen Tage und nicht im selben Fläschchen, sondern man wartet, bis alle Wirkungen von Arnica eingetreten sind, worauf man Rhus tox. folgen lässt. Bei Schmerz, Unruhe und Schwäche ist Rhus tox. das geeignete Mittel. Bleibt das behandelte Gelenk noch schmerzhaft und schwach, so wird Calcarea als Nachfolger von Rhus tox. gegeben…“
Rhus tox. ist wirklich der Klassiker bei allen Überanstrengungen von Muskeln, Bändern und Sehnen. Aber wie gesagt, erst immer Arnika, Rhus tox. kann dann folgen. Apropos Rhus tox. Hier noch eine schöne Geschichte, wann Rhus tox. angezeigt ist:
Mein Mann wollte den Flur renovieren. Hierfür musste alte Tapete entfernt werden. Den ganzen Tag hatte er die eingeweichte Tapete mit einem Spachtel abgeschabt. Abends dann schmerzte sein Arm, sodass er ihn kaum bewegen konnte. Hier lag jetzt im Sinne von Arnika keine Verletzung vor, sondern eine Überanstrengung, sodass ich ihm sofort Rhus tox. gab, mit dem Resultat der sofortigen Besserung. Am nächsten Tag war der Arm wiederhergestellt.
Bryonia ist angezeigt, wenn Arnika nicht wirkt bzw. wenn der Schmerz bei der kleinsten Bewegung schlimmer wird und auch fortgesetzte Bewegung zu noch mehr Schmerzen führt.
Ruta ist ein wichtiges Mittel bei Zerrungen der Sehnen und Bänder. Ruta kann folgen, wenn Arnika und Rhus tox. ausgewirkt haben, aber der verletzte Bereich zu Beginn einer Bewegung deutlich stärker schmerzt.
Ledum ist gut bei verstauchten Knöcheln, wenn sich der verletzte Bereich kalt und taub anfühlt oder kalte Umschläge Linderung verschaffen.
1. Knochenbrüche
Hier als Erstes wieder Arnika zur Schockbehandlung. Dann sofort fachärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Der Knochen muss gerichtet und entsprechend fixiert werden. Arnika hilft, die Muskulatur zu entspannen. Wenn der Bruch gerichtet worden ist, hilft Symphytum (Beinwell), die Schmerzen zu lindern und regt die Kallusbildung an. Hier kann man jetzt morgens Arnika geben und abends Symphytum. Drei bis fünf Tage lang. Dann ist die Selbstheilung des Körpers ausreichend angeregt.
In Südindien gibt es ein Krankenhaus, wo Brüche nur durch das Auflegen mit Beinwellblättern (Symphytum) heilen. Die Blätter werden auf die Bruchstelle aufgelegt, diese wird verbunden und geschient. Diese Prozedur wird alle paar Tage wiederholt. Diese ungegipsten Brüche heilen schon nach drei Wochen aus. Vielleicht findet diese sanfte Heilweise ja auch in unserer Hemisphäre bald Verbreitung. Diese Information habe ich dem Buch „Selbstheilung durch Homöopathie“ von Ravi und Carola Roy entnommen.
2. Augenverletzungen.
Diese entstehen z. B. durch Schlag auf den Augapfel (Schnellball, Stein, Stock):
Als Erstes würde ich hier auch Arnika geben, schon allein wegen des Schocks. Dann kannst du noch, falls nötig, Symphytum 3 x täglich 2- 3 Tage lang oder bis eine Besserung eintritt.
Blaues Auge: Ledum, 2 Gaben im Abstand von 4 Stunden
3. Ohrverletzungen
durch z. B. Ohrreinigung: Arnika 1- 2 Gaben.
Bei Zuschwellen des Ohres und starken Schmerzen: Pulsatilla 2-3 Gaben.
4. Genitalverletzungen
Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: am Anfang immer Arnika aus genannten Gründen. Dann nach Notwendigkeit Staphisagria ¼ bis 4stündlich, je nach Verletzungsgrad.
5. Muskelkater
Arnika, wenn der Schmerz lokal begrenzt ist
Bellis Perennis (Gänseblümchen), wenn der Schmerz diffus ist.
Knochenhautverletzungen werden schnell mit Ruta graveolens (Weinraute) geheilt.
Operationen
Wenn eine Operation bevorsteht, kannst du dich darauf vorbereiten, indem du drei Tage vorher morgens Arnika und abends Staphisagria nimmst. Diese Behandlung setzt du nach der OP noch drei bis fünf Tage fort.
Hamamelis übertrifft nach Operationen Morphium (Boericke). „Es ist auch erstrangig bei offenen schmerzhaften Wunden mit Schwäche infolge von Blutverlust.“ (Boericke)
12. Verbrennungen
Leichte Verbrennungen, die jedem schon mal passiert sind, kann man zunächst einmal beklopfen. Hier gibt es so viele Erfahrungsberichte über die sofortige Wirkung, dass ich es nur empfehlen kann. Zunächst einmal beklopft man seinen Schock, dann die Selbstbeschimpfung (wir alle machen uns ja Vorwürfe, dass wir nicht besser aufgepasst haben), dann evtl. noch den Ärger, zwischendurch wieder den Schock etc. Wenn alle emotionalen Befindlichkeiten aufgelöst sind, beklopfst du direkt den Schmerz. Du wirst feststellen, dass keinerlei Symptomatik zurückbleibt.
Homöopathisch können wir hier das Grundprinzip der Homöopathie anwenden: Gleiches mit Gleichem heilen. Wodurch ist die Verbrennung entstanden? Durch Hitze! Also wird sie durch Hitze auch behandelt. Optimal ist es, die verbrannte Stelle in die Nähe der Hitzequelle zu bringen (heißer Kessel, heiße Herdplatte, heißes Öl). Wohlgemerkt, in die Nähe. Bitte nicht in direkten Kontakt. Auch kannst du Essig auf die Verbrennung geben. Auch Verbrennungen im Mund mit Essig spülen.
Diese drei Maßnahmen können schon erhebliche Linderung bewirken, evtl. sogar dazu führen, dass die Symptomatik komplett verschwindet.
Wenn du Verbrennungen homöopathisch behandeln willst, dann sind folgende Mittel angezeigt:
Bad mit Calendula-Essenz, Urtica urens (Brennnessel), Cantharis (spanische Fliege) bei Verbrennungen 3. Grades. Hier erst Calendula, wenn schon die Heilung eingesetzt hat.
Schwere Verbrennungen mit Verkohlung der Haut und Zerstörung von Gewebe, evtl. bis auf die Knochen, gehören selbstverständlich in ärztliche Behandlung. Hier kannst du begleitend homöopathisch den Heilungsprozess unterstützen. Bei Verbrennungen 2.-4. Grades würde ich als Erstes immer Aconit oder Arnika gegen den Schock geben.
Verbrennungen durch Elektrizität werden mit Phosphor behandelt.
13. Bisse von Tieren und Menschen
Werden genauso behandelt wie Stich- und Schnittwunden.
Tetanus: Bei einer guten Wundbehandlung, wie oben beschrieben, vor allem muss Blutaustritt provoziert werden, denn Tetanus-Erreger sind nur unter Luftabschluss aktiv, kommt es zu einer bilderbuchartigen Wundheilung. Gerade Hypericum ist ein gutes Mittel bei Tetanus (Systematic Materia Medica, Dr. Mathur, S. 480: „prevents tetanus after traumatic injuries"). Aber wie gesagt, das ist eine ernste Sache, die schnellstens in ärztliche Hände gehört. Dennoch kann Erste Hilfe in Form von Hypericum nichts schaden.
Blutvergiftung: wenn es trotz exzellenter Wundsäuberung und homöopathischer Wundbehandlung trotzdem zu einer Blutvergiftung kommt, so ist das homöopathische Mittel der Wahl Gunpowder D3-12 2- 3 Tabletten alle 2 Stunden. Man kann es auch prophylaktisch geben (D3-12 x täglich).
Tollwut: Sollte ein Biss von einem tollwütigen Tier vorliegen, so ist Lyssinum das Mittel der Wahl. Und natürlich professionelle ärztliche Unterstützung, am besten durch einen Homöopathen.
Ausschnitt aus Kents Materia Medica zu Ledum S. 504: „Ledum ist ein Mittel für den Chirurgen und steht bei Traumen Arnica und Hypericum sehr nahe…Folgen von Verletzungen z. B. von eingetretenen Nägeln; Wunden, die wenig bluten aber von Schmerz, Schwellung und fleckiger Verfärbung des verwundeten Körperteils gefolgt sind; Splitter in Händen und Füßen oder unter den Nägeln. Ledum verhindert das Entstehen von Tetanus. Sobald aber Tetanus auftritt gibt man Hypericum. Bei Verletzungen der Fingerspitzen oder der Fingernägel denkt man an Hypericum, bei Quetschungen an Arnika. Bei Stichwunden denkt man an Ledum, bei Risswunden an Hypericum, bei offenen Wunden an Calendula äußerlich.“
Boericke schreibt, dass Ledum ein Gegenmittel bei Rhus-Vergiftungen sei.
Mücken
Ja, Ja, die kleinen Plagegeister. Aber auch gegen sie hat die Homöopathie eine gute Gegenwehr. Fangen wir mit den nervigsten Plagegeistern an:
Vorbeugend: Der US-amerikanische Homöopath Dr. Trexler hat durch jahrelanges Experimentieren herausgefunden, dass Staphisagria (Stephanskraut) D 3 den wirksamsten Schutz bietet. Nur wirksam, wenn man sich in Gebieten und zu Jahreszeiten dort aufhält, wo viele Mücken vorkommen. Man nimmt ein- bis zweimal täglich 1 Gabe.
Diese Methode wirkt nicht, wenn man allopathische Medikamente, insbesondere Antibiotika oder Sulfonamide, zu sich nimmt. Diese blockieren den homöopathischen Mückenschutz. Die Einnahme derartiger Medikamente sollte mindestens drei Monate zurückliegen.
Da die Anfälligkeit für Mückenstiche konstitutionell bedingt ist, ist natürlich eine konstitutionelle homöopathische Behandlung der wirksamste Schutz, um nicht mehr auf dem Speisezettel der Mücken zu stehen.
Äußerer Mückenschutz: auf 30 ml Olivenöl 30-50 Tropfen Staphisagria D 3 oder 10 Kügelchen C 30, gut mischen und sich damit einreiben.
Behandlung von Mückenstichen:
Ledum C 30 oder 200, wenn das Jucken durch Kratzen schlimmer wird. Man kann es auch in Wasser auflösen und die Wunde damit bestreichen. Einfach ausprobieren, was guttut.
Staphisagria, wenn bei Kindern die Mückenstiche groß und störend werden.
Carbolicum acidum (Karbolsäure), wenn Mückenstiche sich einfach nicht zurückbilden wollen.
Bienen- und Wespenstiche
Als Erste Hilfe ist hier immer MET ratsam. Wir haben so viele Berichte von Leuten, die auch nach mehreren Wespenstichen sofortige Linderung feststellten. Ich selber habe es auch ausprobiert. Da wir ja auf dem Lande leben, ist die unverhoffte Begegnung mit Wespen keine Seltenheit. Ein Stich, es juckt fürchterlich und brennt. Wenn du sofort klopfst (Niere 27), tritt keinerlei Schwellung oder andere typische Symptomatik auf. Dann kannst du immer noch eines der nachfolgenden Mittel nehmen. Aber wenn du in der Natur bist, hast du nicht immer deine Mittel dabei. Deshalb hier zwei Berichte von Teilnehmern unserer Seminare:
Eine Teilnehmerin wollte den ersten Seminartag bei einem schönen Glas Rotwein ausklingen lassen. Sie bemerkte nicht, dass auf dem Rand ihres Glases eine Wespe saß. Diese stach sie in die obere Lippe. Nun muss man wissen, dass die Dame eine ärztlich bescheinigte tödliche Wespengiftallergie hatte. Früher reagierte sie mit monströsen Schwellungen. Auch jetzt merkte sie, wie die Lippe anschwoll und es höllisch wehtat. Sie klopfte ‚Mich hat eine Wespe gestochen‘. Der Schmerz ging weg, die Schwellung auch. Am nächsten Tag war nichts mehr zu sehen. Das ist beeindruckend, da sie nicht einmal ihre Angst vor der starken Schwellung oder die Angst zu sterben oder den Ärger auf die blöde Wespe etc. beklopft hatte.
Eine andere Seminarteilnehmerin berichtete uns, dass bei einer Bergwanderung eine Dame in ein Erdwespennest getreten sei. Daraufhin hätten die Wespen einen Generalangriff auf sie geflogen. Sie sei insgesamt 16-mal gestochen worden. Ein Anruf bei der Bergwacht ergab, dass diese in frühestens einer Stunde vor Ort sein könnte. Was tun? Die Seminarteilnehmerin fing an, die gestochene Dame zu beklopfen, mit dem Resultat, dass die Männer von der Bergwacht, als sie schließlich erschienen, ganz verwundert nach der Patientin fragten. Diese war aber mittlerweile putzmunter. Keine Schwellung, kein Schmerz, kein Brennen. Die Wanderung konnte weitergehen.
Homöopathische Mittel
Ledum ist das häufigste Mittel bei Bienenstichen
Apis mellifica (Honigbiene) ist ebenfalls angezeigt.
Vespa crabro (Hornisse) ebenfalls, vor allem bei Wespen- und Hornissenstichen
Urtica urens ist angezeigt, wenn es zu Nesselausschlag kommt.
Bremsen
Ledum C 200 ist das Mittel der Wahl innerlich nach Bedarf. Äußerlich kann man drei Kügelchen in Wasser lösen und die Stelle damit bestreichen.
Grasmilben
sind lästige kleine Viecher, die man nicht sieht, weil sie so klein sind. Aber die Stiche, die sie verursachen, sind umso größer und gemeiner. Die Einstichstelle schwillt gewaltig an, ganz anders als bei anderen Insekten. Hier kann man natürlich klopfen und Ledum geben.
Feuerquallen
Die unverhoffte Begegnung mit Feuerquallen ist sehr schmerzhaft und brennt fürchterlich. Tagelange, schwer heilende Entzündungen sind die Folge. Wir haben wiederholt Erfahrungsberichte gehört, wie sich Leute direkt im Wasser beklopft haben, und zwar nur die Schlüsselbeinpunkte (Punkte Nr. 6). Das Brennen verschwindet sehr schnell, es entsteht keine Entzündung. Nicht einmal eine Rötung ist zu sehen. Da das Klopfen immer hilft, ist homöopathische Unterstützung wahrscheinlich nicht angezeigt, aber man kann hier am besten Urtica urens (Brennnessel) verwenden.
Zecken
sind einfach nur lästig. Hinterhältig lassen sie sich einfach aus einem Baum fallen, bohren ihren Kopf in den Wirt und saugen sich mit seinem Blut voll. Zunächst einmal gilt es, die Zecken vorsichtig zu entfernen. Dafür gibt es verschiedene Methoden. Ich habe bei unseren Hunden unzählige Zecken immer links herumgedreht und dann herausgezogen. Kopf war immer dran. Andere empfehlen, die Zecke mit Schmieröl oder Klebstoff sozusagen luftdicht zu versiegeln. Probiere einfach aus, was funktioniert. Danach entweder in Benzin ertränken und verbrennen (natürlich in einem hohen Glas oder Metallbehälter) oder zerquetschen.
Um die negativen Folgen eines Zeckenbisses zu behandeln, musst du unbedingt Zeckenbissnosode haben. Hierzu ein eigener, sehr ernster Fall in meiner Familie. Bei einem Ausflug ans Meer klagte unser damals 10-jähriger Sohn gegen Ende des Tages über merkwürdige Symptome: Schwindel und dass das Licht so grell sei. Außerdem hatte er starke Schmerzen in der rechten Leiste. Wir fuhren natürlich sofort nach Hause. Die Schmerzen wurden so schlimm, dass er nur noch schrie. Wir riefen sofort die Ambulanz und fuhren mit unserem 10-jährigen ins Krankenhaus. Dort wurde Wasser in der Leiste festgestellt. Dieses wurde punktiert. Ansonsten machte man nichts. Ich blieb drei Tage mit ihm dort, dann entflohen wir dem Krankenhausbetrieb, da man eh nichts machte, außer uns mit schlechtem Essen zu versorgen und noch einmal zu punktieren. Drei Wochen litt er entsetzliche Schmerzen, die nur durch Druck auf die Leiste besser wurden. Er konnte kaum etwas essen und auch kaum laufen. Er war nur noch ein Strich in der Landschaft. Also alles andere als lustig. Ich probierte verschiedene homöopathische Mittel, nichts half wirklich. Dann kam der entscheidende Tipp von einer befreundeten Ärztin aus Hamburg. Sie sagte, alle Symptome würden auf die Folgen eines Zeckenbisses hinweisen. Ich solle Zeckenbissnosode probieren. Gesagt, getan. Drei Wochen Martyrium, endlose Sorgen und Ängste hatten schlagartig ein Ende. Kurz nach der Gabe verschwanden die Schmerzen, er konnte zunehmend besser laufen und hatte auch wieder Appetit. Wenn mich bis dahin die Homöopathie schon fasziniert hat, jetzt war es um mich geschehen. Unser Sohn genas zusehends. Vermutlich hatte er eine durch einen Zeckenbiss hervorgerufene Hirnhautentzündung. Wir hatten aber keinen Zeckenbiss feststellen können. Danke an die Ärztin, die dies aus der Ferne erkannte und den entscheidenden Tipp gab.
Unbedingt nach jedem Zeckenbiss drei Kügelchen Zeckenbissnosode C 30 oder C 200 nehmen, um einer Hirnhautentzündung oder der Lyme-Krankheit vorzubeugen. Und natürlich auch etwaige Ängste beklopfen.
Schlangenbisse und Bisse und Stiche im Allgemeinen
Echinacea ist hier ein wichtiges allgemeines Mittel. Boericke führt es auf als bei „Reizungen durch Insektenstiche und giftige Pflanzen“ sowie „Infektionen durch Tiergifte“.
Folgen von Sonnenhitze
Gerade nach einem langen Winter ist die Sehnsucht nach Sonne groß. Und dies zu Recht; denn die Sonne, in Maßen genossen, ist eine Wohltat für Körper, Geist und Seele. Sie ist unerlässlich für unser Wohlbefinden. Entgegen der langjährigen Medienpropaganda rufen ihre Strahlen keinen Hautkrebs hervor. Man hat in Studien herausgefunden, dass Hautkrebs in Ländern wie Schweden, die wenig Sonnenbestrahlung haben, am häufigsten vorkommt, jedoch in Ländern, die viel Sonne haben, weniger. Wenn man sich jedoch der Sonne aussetzt und sich zusätzlich noch mit Sonnen“schutz“mittel beschmiert, dann ist das eine heikle Geschichte. Diese Mischung steht im Verdacht, krankhafte Hautveränderungen hervorzurufen. Sonne ist gut, aber in Maßen. Am besten ist die Vormittagssonne. Mittagssonne ist absolut zu meiden. Und natürlich muss sich der Körper langsam an die zunehmende Sonnenbestrahlung gewöhnen. Wichtig ist auch immer, den Kopf zu bedecken und ausreichend Wasser zu trinken. Der große Homöopath Ravi Roy stammt aus Indien und rät dringend davon ab, bei Hitze vermehrt Salz zu sich zu nehmen. Der Körper braucht 0,2 g Salz pro Tag. Bei dieser Gabe bleibt die Osmolarität im Gleichgewicht, das Wasser bleibt im Körper. Mehr Salz bewirkt, dass der Zelle Wasser entzogen wird und zusammen mit dem überflüssigen Salz ausgeschieden wird. Und schon ist der Weg gebahnt für Hitzschlag, Sonnenstich und Hitzekrampf. Frau Sonne meint es gut mit uns, aber zu viel ist definitiv ungesund.
Sonnenstich
Bei zu viel Sonne zunächst einmal ab in den Schatten und Wasser trinken. Der Körper sollte auch unbedingt mit kaltem Wasser oder Eiswürfeln abgerieben werden. Die homöopathischen Mittel bei Sonnenstich sind
Belladonna: hochrotes Gesicht, starrer Blick, blutunterlaufene Augen, starke Kopfschmerzen, besser durch Kopf in den Nacken.
Glonoinum (Nitroglyzerin) ist mein Favorit bei Sonnenstich. Hat immer geholfen. Kann keine Hitze am Kopf ertragen. Kopf schwer, aber kann ihn nicht aufs Kissen legen.
Aconit kann angezeigt sein, nach Schlafen in der Sonne, wenn man sich beim Aufwachen krank fühlt. Übelkeit beim Aufstehen, Blässe im Gesicht.
Melilotus: Verwirrung durch Sonnenstich. Kopfschmerzen besser durch Nasenbluten.
Gelsemium: zittrige Schwäche. Kopfschmerz macht benommen und steigt vom Hinterkopf und Nacken zu Stirn und Augen.
Veratrum viride: Übelkeit mit Erbrechen, kaltes, bläuliches Gesicht, bedeckt mit kaltem Schweiß.
Sonnenbrand
Einen Sonnenbrand kannst du definitiv vermeiden, wenn du dich nicht stundenlang der prallen Sonne, vor allem in der Mittagszeit, aussetzt. Ratsam ist, die Sonnendosis jeden Tag ein bisschen zu steigern. Wie oben schon gesagt, ist die Vormittagssonne die beste. Wenn es aber nun trotzdem zu einem Sonnenbrand kommt, dann ist das beste Mittel – Essig. Ganz einfach Hausessig, keine Essigessenz. Einfach ein Tuch damit befeuchten, auftragen, fertig. Kommt der Schmerz wieder, Tuch wieder auflegen. Das so lange wiederholen, bis du beschwerdefrei bist. Du kannst auch Aloe vera auftragen.
Lebensmittelvergiftungen
In der homöopathischen Literatur rangiert Arsenicum album immer an erster Stelle. Hatte ich auch gegeben, als meine Familie durch verdorbenes Hackfleisch in einer Bolognese-Sauce schwerste Vergiftungserscheinungen erlitt. Besonders mein Mann Rainer stöhnte unentwegt und sagte, dass er nur noch sterben wolle. Ars. alb. brachte keinerlei Besserung, sodass ich mehr auf die extreme Übelkeit fokussierte und ihm Ipecacuanha gab. Kaum, dass die Kügelchen, diese unscheinbaren kleinen Milchzuckerdinger, in seinem Mund waren, sagte er, dass es besser sei. Innerhalb einer Stunde war die Übelkeit komplett vergangen und die Genesung setzte ein.
Ein anderes Mal waren wir in Stuttgart zu einem Seminar. Abends hatten wir in einem netten Restaurant Kartoffelsalat mit Lachs gegessen. Um 2 h in der Nacht überfiel zuerst mich eine entsetzliche Übelkeit mit Erbrechen, Rainer folgte kurz darauf. Leider hatte ich meine homöopathische Hausapotheke nicht dabei. Wir mussten am nächsten Tag nach Hause fliegen. Mir ging es besser, aber Rainer war vollkommen entkräftet. Auf dem Flughafen kaufte ich dann in der Apotheke Okubaka. Etwas anderes hatten sie nicht. Das half zumindest so weit, dass er den Flieger besteigen konnte. Aber die Schwäche war enorm. Ich bin mir nicht sicher, ob es eine Fischvergiftung war oder ob der Kartoffelsalat verdorben war. Zu Hause wurde der Fall dann mit Nux vomica geheilt.
Also wieder zwei ernste Symptomatiken, die dank der Homöopathie schnell, sanft und nachhaltig kuriert werden konnten.
Zunächst einmal ist es wichtig, medizinische Kohle, falls vorhanden, mit warmem Wasser (2 Esslöffel auf 1 Glas Wasser) zu trinken, um das Gift zu neutralisieren und zu erbrechen. Wobei hier allein Belladonna ausreicht, um das Erbrechen auszulösen.
Belladonna – verdorbene Wurst, kolikartige Magenschmerzen, Blut schießt zum Kopf, Gesicht läuft rot an. Trockene Schleimhäute. Kein Erbrechen. Um Erbrechen auszulösen, alle 10 Minuten bis zum Erfolg einnehmen.
Asenicum album – Wird als Hauptmittel bei allen Lebensmittelvergiftungen aufgeführt. Erbrechen und Durchfall mit großer Angst, zunehmende Schwäche und Entkräftung, brennender Durst, meistens auf kaltes Wasser, was aber gleich wieder erbrochen wird. Warmes Wasser wird besser vertragen.
Ipecacuanha – bei dauernder extremer Übelkeit, Erbrechen bringt keine Erleichterung, viel Speichel, evtl. Durchfall von grasgrünem Stuhl. So große Übelkeit, dass er am liebsten sterben möchte.
Nux vomica – besonders bei verdorbenen Kartoffeln. Im Stadium, wo noch keinerlei Entleerungen stattgefunden haben. Möchte erbrechen, aber kann nicht.
Okubaka – wirkt entgiftend und findet seinen Einsatz bei jeglichen Magen-Darm-Katarrhen.
Koliken und Magenverstimmungen
Wenn du schlecht verdauliche Speisen zu dir genommen hast und es zu einer Kolik kommt, dann hilft manchmal eine Tasse Kaffee, allerdings nur, wenn du nicht regelmäßig Kaffee trinkst. Du kannst auch bei dem Betroffenen eine sanfte Druckmassage auf dem Rücken ausüben: platziere beide Fäuste rechts und links neben der Wirbelsäule an der Schulterpartie beginnend, übe so viel Druck aus, dass es angenehm ist, und streiche jetzt nach unten bis in die Lendengegend. Das kann schon dazu führen, dass die Schmerzen verschwinden (Ravi Roy, aaO).
Homöopathische Mittel:
Aconit – besonders bei Nierenkolik. Entzündung des Organs durch kalten (Ost)wind oder Unterkühlung nach Schwitzen. Ängstlich und unruhig. Schneidende Schmerzen treiben fast in den Wahnsinn. Bauch sehr empfindlich gegen Druck. Schmerzen schießen zur Blase hin, starke Krampfschmerzen in der Blasengegend. Ständiger, schmerzhafter, aber erfolgloser Harndrang. Auch bei Gallenkolik, ausgelöst durch kalten Wind.
Belladonna – Kolikschmerzen kommen und gehen plötzlich. Das ist typisch für Belladonna. Gedärme fühlen sich wie von einer Faust gepackt an. Muss sich zusammenkrümmen (Colocynthis), was Besserung bringt, genauso wie Druck. Oder aber er macht sich steif oder beugt sich nach hinten, um den Schmerz zu lindern. Geringster Druck verschlimmert die Schmerzen. Typisch Belladonna sind das rote Gesicht und die Plötzlichkeit der Schmerzen.
Chamomilla – besonders bei Gallenkoliken, oftmals nach einem Wutanfall. Gesicht wird abwechselnd weiß und rot. Oder nur eine Wange färbt sich rot. Großer Durst. Dem Kranken ist heiß. Aufgeblähter Oberbauch, Gefühl der Leere in der Magengrube. Gluckern im Bauch.
Chelidonium – Gallenkoliken, heftige Schmerzen ziehen von der Lebergegend zum Rücken oder zum rechten Schulterblattwinkel. Heftiges Erbrechen möglich. Nur heiße Getränke werden behalten und lindern, ebenso wie eine sehr heiße Wärmflasche.
Colocynthis – So heftige Schmerzen, dass der Betroffene aufschreit und sich zusammenkrümmt. Schneidende, wie mit einem Messer hineinstechende Schmerzen. Nach der langanhaltenden Attacke großes Wundheitsgefühl im Gedärm. Zusammenkrümmen, Druck und Wärme bessern. Besonders nach vorangegangener Kränkung. Wenn Koliken durch die Gabe von Kaffee (siehe oben) gebessert werden, ist eigentlich Colocynthis das richtige Mittel. Wenn der Kaffee nicht mehr wirkt, Colocynthis geben.
Ipecacuanha – Koliken mit äußerster Übelkeit, kein Durst, saubere Zunge, Übelkeit schlimmer durch Erbrechen.
Lycopodium – du hast dich schlicht und ergreifend überfressen. Zu viel und zu üppig, dann noch ein Digestiv oder einen Kaffee – und die Kolik ist perfekt. Du kannst nur gerade sitzen, Druck von Kleidung unerträglich. Aufstoßen bringt nur kurzfristige Hilfe. Es rumort im Bauch. Eingeklemmte Blähungen.
Nux vomica – Gefühl von Prellung und Wundheit in den Bauchwänden. Flatulente Auftreibung mit spastischer Kolik. Stiche und Schmerzhaftigkeit in der Leber. Kolik mit Druck nach oben, sodass es zu Kurzatmigkeit kommt. Nierenkolik, ausstrahlend in die Genitalgegend mit Urintröpfeln. Typisch Nux vomica, bist du äußerst reizbar.
Opium – Kolik durch eingeklemmten Darm. Bauch ist sehr aufgebläht. Beim Anfall wird das Gesicht rot und heiß und ist mit Schweiß bedeckt. Nach der Attacke wird der Kranke sehr blass, schlaff und oft stuporös.
Tabacum – heftige Nierenkoliken mit tödlicher Übelkeit während des Anfalls. Schmerzen strahlen bis in den Harnleiter aus. Kalte Schweißausbrüche, blass, schwindlig, kann nur mit geschlossenen Augen daliegen. Sieht aus, als wenn er unter Schock stünde.
Vergiftungen durch Schlaf- oder Beruhigungsmittel
Hier möchte ich wieder einen eigenen Fall berichten. Wir waren von einer Flugreise zurückgekehrt, auf der uns unsere Hündin Lisa begleitet hatte. Ich hatte ihr, noch sehr unerfahren in der Homöopathie, ein Hundevalium verabreicht. Auf dem Hinflug war alles gut gegangen. Nur nach dem Rückflug wollte sie zu Hause einfach nicht aufwachen. Sie lag da wie tot. Eine Gabe Nux moschata und sie fing sofort an, sich wieder zu regen und war binnen Minuten wieder da. Ein befreundeter Homöopath empfahl für künftige Flüge Hypericum. Habe ich gemacht, hat funktioniert.
Nasenbluten
So ein einfaches Symptom denkt man so. Wenn du jedoch im Kent’schen Repertorium nachschaust, so findest du ca. 185 Mittel in der allgemeinen Rubrik. Dann geht es auf dreieinhalb Seiten weiter mit der Spezifizierung. Erst die Seiten links, rechts, dann die Tageszeit und dann die Modalitäten bzw. konkreteren Umstände: u. a. „bei alten Leuten“ 5 Mittel, „anhaltend“ 6 Mittel, „durch Anstrengung“ 4 Mittel usw. bis hin zu „durch Wein“ 1 Mittel, „beim Weinen“ 1 Mittel und zuletzt „Zorn“ 1 Mittel. Ich werde nur die drei wichtigsten Umstände nehmen.
Arnika – durch Anstrengung, Schlag, durch Naseschneuzen (aber hier gibt es noch viele andere Mittel)
Hamamelis (virginische Zaubernuß) – bei Kindern
Millefolium (Schafgarbe) – ein wichtiges Mittel für jegliche Blutungen, vor allem Nasenbluten.
Reisekrankheit (Auto, Schiff, Flugzeug)
Auch hier kannst du zunächst einmal vorbeugend all deine Ängste beklopfen. Gerade was die Flugangst betrifft, könnten wir Bücher mit positiven Erfahrungsberichten füllen. Es funktioniert! Wenn du trotzdem noch auf Nummer sicher gehen willst, dann kannst du die genannten Mittel vorab als Vorbeugung nehmen oder, wenn es schon zu Symptomen gekommen ist, zur Linderung:
Belladonna – „entspricht den Symptomen von Luftkrankheit bei Fluggästen (als Vorbeugungsmittel geben)“- Boericke, S. 97
Cocculus – starke Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, schlimmer durch Anblick oder Geruch von Speisen, trockener Hals, Frieren.
Conium – schreckliche Übelkeit, scharfes Sodbrennen, saures Aufstoßen. Schlechter durch Hinlegen. Besser durch Essen,
Hypericum – vor dem Flug für Tiere. Gefühl, hoch in die Luft gehoben zu werden oder Angst, von der Höhe zu fallen. Hat sich statt Hundevalium bei unserer Hündin Lisa bestens bewährt.
Nux vomica ist ein häufiges Mittel bei Reisekrankheit allgemein. Ständige Übelkeit, Kopfschmerzen, Ohrensausen.
Petroleum – Schwindel und Übelkeit. Schwäche, Blässe, kalter Schweiß. Ungewöhnliche Speichelproduktion, leeres Gefühl im Magen, besser durch Essen.
Tabacum – Blässe, Körper in kaltem Schweiß gebadet. Heftiges Erbrechen. Bei jeder Bewegung erneutes Würgen. Besserung durch frische Luft, im Dunkeln und durch geschlossene Augen, Verschlimmerung durch Wärme.
Hier noch ein Erfahrungsbericht eines Seminarteilnehmers (damals schon 75 Jahre jung) zum erfolgreichen Beklopfen seiner Seekrankheit:
„… habe mittlerweile mit dem Segeln auf hoher See begonnen und in stürmischer See bei Tag und bei Nacht das 13-Tonnen-Schiff mit sicherer Hand führen und mit Klopfen auch die aufkommende Seekrankheit rasch und sicher überwinden können. Ich kann allen nur eines sagen: keinen Tag ohne MET.“
Obstipation auf Reisen
Hier ist natürlich zunächst einmal wichtig, dass man genügend Ballaststoffe zu sich nimmt. Das kann in Form von Leinsamen oder Flohsamen geschehen. Sie putzen ganz sanft, aber nachhaltig die Darmwände und sorgen für eine gute Darmpassage. Klopfen könntest du deine Angst, loszulassen oder deine Scham, deinen Darm zu entleeren. Forsche nach, welche Gefühle oder Glaubenssätze dich an einer gesunden leichten Darmentleerung hindern. Homöopathisch kannst du der Darmentleerung auch auf die Beine helfen:
Nux vomica – erfolgloser Drang, Gefühl als wenn etwas zurückbliebe.
Opium – hartnäckige Verstopfung ohne Drang. Das ist wichtig in Abgrenzung zu Nux, wo immer Drang ist.
Lycopodium – im Kent’schen Repertorium steht noch Lycopodium in der Rubrik „Obstipation – auf Reisen – wenn fort von zu Hause“. Lyc. hat erfolglosen Drang, mangelhafte Darmaktivität.
Aber wie gesagt, eine ballaststoffreiche Ernährung hilft sehr, den Darm in Schwung zu halten.
Zahnschmerzen
Die mag keiner. Auch hier hat die Homöopathie wieder einige Mittel parat, die helfen können. Wenn alles nicht hilft, dann lieber zum Zahnarzt oder zum Homöopathen gehen.
Arsenicum album – Brennender Schmerz, Verschlimmerung nach Mitternacht. Besserung durch Wärme, Zähne fühlen sich zu lang und sehr schmerzhaft an.
Belladonna – reißende, ziehende Zahnschmerzen, die nachts beginnen und sich bis ins Gesicht und zum Ohr erstrecken. Gesicht ist heiß und geschwollen. Harter Druck auf die schmerzende Stelle bessert. Mund ist ausgetrocknet, großer Durst. Schlechter durch warme Getränke, Kauen, frische Luft und Berührung (außer Druck).
Chamomilla – unerträgliche Schmerzen verschlimmert nachts durch Bettwärme. Schmerzen lassen den Betroffenen nicht zur Ruhe kommen. Er möchte am liebsten die Wände hochgehen. Schreien, heulen, wirft sich im Bett hin und her. Gesicht kann heiß und rot sein. Manchmal ist nur eine Seite rot, die andere weiß. Schlimmer durch Essen und Trinken. Auslöser der Schmerzen kann Ärger sein.
Coffea – Zahnschmerz besser durch Eiswasser oder Eiswürfel. Schmerzunverträglichkeit, die zur Verzweiflung treibt. Wie von Stromschlägen. Ausstrahlend auf das Gesicht, die Schläfen und die Ohren. Schmerz raubt die Sinne, Stöhnen, Gereiztheit und Erregbarkeit. Grund können langanhaltende geistige Anstrengungen sein.
Hekla Lava – Gesichtsneuralgie durch kariöse Zähne, Zahnschmerz mit Schwellung an den Kiefern, Zahnfleischabszess, Zahnwurzelabszess, Vergrößerung des Kieferknochens, nach Zahnextraktionen sehr hilfreich.
Nux vomica – nagend-ziehender Schmerz, besonders in der Früh. Verschlimmerung durch geistige Tätigkeit, Kauen, kalte Getränke und kalte Luft. Auslöser können zu viel und zu viel durcheinander gegessen sein oder zu viel Kaffee oder Alkohol. Ruhe und Wärme bessern.
Pulsatilla – Nagende Schmerzen, die ins Gesicht, Auge, Ohr oder Kopf ausstrahlen. Gesicht blass. Eher sanfte Stimmung. Mag Trost. Zahnschmerz erleichtert durch kaltes Wasser (wie Coffea).
Rhus tox. – prickelnder, klopfender oder reißender Schmerz, Gefühl von Wundheit. Bewegung bessert. Verschlimmerung durch Ruhe, besonders nachts. Wärme tut gut. Jegliche Form von Kälte verschlimmert. Evtl. metallischer Geschmack im Mund. Gefühl der Lockerheit und Länge der Zähne.
Staphisagria – Zahnschmerz während Menses. Zähne schwarz und zerkrümelnd. Speichelfluss, schwammiges Zahnfleisch. Auslöser können Ärger und Beleidigungen sein. Schmerz verschlimmert durch kalte Luft und kalte Getränke.
Blasenkatarrh
Entzündungen der Blase können hervorgerufen werden durch Sitzen auf kalter Unterlage, also Folgen einer Verkühlung. Oder besonders bei Frauen durch Geschlechtsverkehr. Dahinter können dann z. B. Schuld- und Schamgefühle wegen der eigenen Sexualität stecken, Unlust am Verkehr oder einer Abwehr dagegen, erfahrener sexueller Machtmissbrauch usw. Das sind dann Themen, die therapeutisch aufgearbeitet werden wollen. Das gilt vor allem, wenn trotz homöopathischer Mittel die Blasenentzündung wiederkehrt und zu einer dauerhaften Beschwerde geworden ist.
Allgemeine Symptome sind brennender Schmerz beim Wasserlassen, häufiger und heftiger Harndrang mit wenig Entleerung. Dunkler, evtl. blutiger Urin. Schmerzen oder Empfindlichkeit im unteren Bauchbereich und Rücken, manchmal Fieber.
Für den akuten Fall seien hier einige hilfreiche Mittel empfohlen:
Aconit – Wie immer ist Aconit im Frühstadium angezeigt. Auslöser evtl. kalte (Ost)winde, unruhig, ängstlich. Beschwerden entstehen plötzlich.
Apis – Brennende, stechende Schmerzen, schlimmer nachts und in der Wärme. Besser durch Kälte. Trotz Harndrang muss sich der Betroffene anstrengen, trotzdem nur tropfenweise Entleerung. Bauch empfindlich auf die leiseste Berührung.
Cantharis – ist am häufigsten angezeigt. Starker Harndrang, trotzdem kommen nur wenige Tropfen, beim Wasserlassen brennendes Gefühl. Starke brennende, schneidende oder stechende Schmerzen in der Harnröhre und Blase. Ruhelos und überreizt. Sexualtrieb eventuell gesteigert.
Nux vomica – Brennen oder Druckschmerz in der Blase während des Wasserlassens. Stechende („wie von 1000 Stecknadeln“) Schmerzen in der Harnröhre vor oder während des Wasserlassens bis in die Blase hinein, manchmal mit Druckgefühl im Darm, Auslöser können übermäßiges Essen, zu viel Alkohol, Kaffee oder Drogen sein. Eher gereizt.
Pulsatilla – besonders bei Frauen angezeigt. Wieder finden wir das eher sanfte, leidende Temperament, was nach Trost verlangt. Harndrang vermehrt durch Liegen auf dem Rücken, sodass du aufwachst. Entleerung tropfenweise. Husten, Lachen, Niesen oder Schreck können tropfenweise Entleerung auslösen.
Böse Folgen von Impfungen
Solltest du dein Kind geimpft haben und es kommt zu unangenehmen bösen Folgen, dann hat auch hier die Homöopathie Großes zu bieten.
Das Kentsche Repertorium führt folgende dreiwertige Mittel auf:
Malandrinum (Nosode aus der Pferdemauke) ist zudem ein wirksamer Pockenschutz. Kennt führt zudem noch Silicea, Sulfur und Thuja auf. Boger führt noch Syphilinum an. Boericke nennt noch Mezereum (Seidelbast), wenn es zu Ausschlag kommt.
Ravi Roy berichtet von sehr guter Wirkung von Lathyrus sativus (Platterbse) bei Poliofällen bzw. Folgen der Polioimpfung. Lath. Sat. Ist zudem ein wirksamer Polioschutz.
Bei Unsicherheiten holst du dir Unterstützung bei deinem Homöopathen.
Auch nicht sehr willkommen, aber nun einmal da. Egal ob sommers, winters oder im Frühjahr oder Herbst. Wer kennt sie nicht, die Erkältungskrankheiten! Und in diesem Kontext geistert auch ein herrliches Märchen durch die (materialistisch-schulmedizinisch geprägte) Welt: Ansteckung. Dieser Glaubenssatz ist von einem völlig falschen Verständnis der Symptome hergeleitet. Nehmen wir einmal den Schnupfen. Dieser hat simpel und ergreifend die Funktion einer Entgiftung, die über andere Entgiftungsorgane (Haut, Niere, Leber, Darm) nicht geleistet werden kann. Schnupfen ist eine Selbstreinigung. Und die dauert, solange sie dauert. Die Homöopathie unterstützt lediglich diese natürlichen Selbstregulierungs- bzw. Selbstreinigungskräfte. Im Gegensatz zu Ausleitungsverfahren, bei denen gezielt ein starker Reiz auf ein bestimmtes Organ ausgeübt wird. Dieses wird dadurch gezwungen, mehr zu leisten als es eigentlich will/muss. Dadurch entsteht eine Überlastung. Also, ganz wichtig: Homöopathie unterstützt lediglich die natürlichen Selbstreinigungskräfte, ohne irgendein Organ zu überlasten. Die Stimulation ist sanft und regt den gesamten Organismus an.
Was diese natürlichen Selbstheilungskräfte erheblich stört, sind Nasensprays oder andere unterdrückende allopathische Medikamente. Sie sind Gift für den sich selbst heilenden Organismus und die Garantie einer immer chronischer werdenden Erkältungsneigung. Man hat beobachtet, dass Krebskranke jahrelang keinerlei Erkältung hatten. Das lässt den Rückschluss zu, dass die Selbstreinigung nicht stattfand und nun zu diesen ernsten Symptomen geführt hat. Es ist also immens wichtig, deinem Körper die Zeit zu geben, die er braucht, um sich zu reinigen und ihn sanft mit der Homöopathie zu unterstützen. Es gibt da einen wunderbaren Spruch, der da heißt: Eine Erkältung dauert ohne Behandlung 1 Woche, mit Behandlung 7 Tage. Aber mit der Homöopathie stimmt das nicht so ganz.
Ich werde hier nicht dem (schulmedizinischen) Konzept der Etikettierung folgen, sondern alles, was durch die genannten Ursachen ausgelöst wurde und zu Schnupfen, Husten, Heiserkeit und evtl. Fieber führt, zusammenfassen.
Bei den ersten Anzeichen einer Verkühlung ist mein erstes Mittel der Wahl MET. Wenn ich mitbekomme, dass ich mal wieder gefroren habe, obwohl ich weiß, dass das für mich nicht günstig ist, dann klopfe ich: meine Angst, mich zu erkälten, meinen Ärger auf mich, dass ich wieder so unvorsichtig war, ggf. auch schon beginnende Symptome. Oder ich schaue, wovon ich die Nase voll habe. Oder ich beklopfe einfach die Symptome. Je nachdem. Und ob du es glaubst oder nicht, schon im Anfangsstadium stellt sich flugs dein gesundheitliches Gleichgewicht wieder ein. Am Anfang unserer MET-Karriere erhielten wir einmal einen Bericht von einer Seminarteilnehmerin, die sagte, dass sie ihren Mann beklopft habe, da sich Erkältungssymptome zeigten. Nach 15-minütigem Dauerklopfen schlief er tief und fest und wachte am nächsten Morgen vollkommen gesund auf. Rainer und ich können Ähnliches berichten. Also, die Herstellung des Meridiangleichgewichts scheint hier eine wichtige Rolle zu spielen.
Trotzdem kann auch bei Erkältungssymptomen die Homöopathie wunderbar unterstützend wirken.
Das muss weg!
Jedoch würde ich nun nicht bei der kleinsten Symptomatik wild herumexperimentieren, sondern erstmal abwarten. Wir sind ja durch die materialistisch geprägte Schuldmedizin derart konditioniert, dass jede Symptomatik sofort wegmuss, damit du schnell wieder funktionierst. Sich einfach mal Zeit für sich zu nehmen und zu schauen, was denn bei dir gerade in Unordnung ist, wovon dein System sich reinigen will – das ist vollkommen in Vergessenheit geraten. Es geht jetzt nicht um wehleidigen Terror seiner Umwelt oder um ein Kultivieren seiner Symptome oder Überbewerten des psychologischen Aspekts. Nein, schlicht und ergreifend wieder eine Einheit zu werden – eine Körper-Geist-Seele-Einheit. Und dieser ab und zu auch mal eine Verschnaufpause zu gönnen. Ich genieße es manchmal, wenn ich Schnupfen oder Husten habe. Dann frage ich mich, wovon ich die Nase voll habe oder wem ich was husten möchte, beklopfe das, und wenn nötig, unterstütze ich meinen Wachstumsprozess homöopathisch. Noch ein wichtiger Tipp: Vitamin C hochdosiert. Aber bitte nur 100 % bioverwertbare, hochqualitative Produkte.
Auslöser
Auslöser können sein: Die persönlichen Lebensumstände verbunden mit Stress, Witterungsbedingungen (Wind, Kälte, Hitze), kalte Füße, nasskalte Füße, Frieren nach Schwitzen, Sommer, Winter, Herbst, Frühling.
Dann müssen wir noch unterscheiden nach dem Temperament des Erkrankten: eher milde, eher wild, geduldig, ungeduldig, lethargisch, gereizt, verzweifelt, ängstlich usw.
Generell halte ich es für vernünftiger, eine leichte Erkältung mit leichten Symptomen einfach mal durchzustehen. Davon geht die Welt nicht unter, im Gegenteil, das System wird gekräftigt. Trotzdem möchte ich einige Mittelbilder beschreiben, die in anderen Kapiteln schon skizziert wurden.
Aconit –Symptome setzen plötzlich und heftig ein. Meistens nach Aufenthalt in kalter Luft, besonders Ostwind. Hohes Fieber, Unruhe, Angst. Empfindlich gegen Licht, durstig. Fließschnupfen. Frische Luft kann bessern, aber sobald wieder im Warmen, fängt der Schnupfen wieder an. Husten setzt wie alle Symptome plötzlich ein. Kind greift an den Hals, als hätte es Erstickungssymptome. Patient ist hellwach, fürchtet sich vor Tod und Dunkelheit. Großer Durst.
Belladonna –Symptome setzen plötzlich ein. Hohes Fieber, schneller Puls, (hell) gerötetes Gesicht. Sehr heiß. Hämmernde klopfende Kopfschmerzen. Stimmung gereizt, aufgeregt, eher destruktiv, geistig eher abwesend. Überempfindlich gegen Licht, Geräusche, Gerüche. Nase trocken und heiß. Innerer Hals fühlt sich wie rohes Fleisch an, sehr rot, schlimme Halsschmerzen. Einschnürungsgefühl, schmerzhafter, bellender Husten. Nachts schlimmer, kein Durst.
Bryonia – eher bei milden Temperaturen, Frühjahr, Herbst angezeigt. Am Morgen nach dem Schlaf steife Glieder, Unwohlsein. Bedürfnis, sich hinzulegen und zu ruhen. Bewegung verschlimmert die Gliederschmerzen. Gereizt, möchte nicht antworten. Wenig oder kein Appetit. Großer Durst auf große Mengen Kaltes. Wenn er friert, braucht er jedoch Warmes. Verstopfung. Bryonia sieht krank, müde und schwerfällig aus und hat eine graue Gesichtsfarbe.
Drosera – trockener, krampfhafter, spastischer, bellender Husten, der oft mit Würgen oder Erbrechen endet (wie bei Keuchhusten). Schlimmer abends und nachts, im Liegen, trinken, singen, lachen. Kitzeln im Hals wie Krümel. Husten tief und heiser. Stimme heiser, tief, Basstimme. Sprechen ist anstrengend. Besser durch frische Luft und tagsüber.
Dulcamara – ist ein typisches Mittel für die Übergangszeit, wenn zum Ende des Sommers auf heiße Tage kühle Abende folgen. Auslöser kühle Feuchtigkeit. Sie lösen Erkältungen aus. Trockener Schnupfen, völlige Verstopfung der Nase. Dicker, gelber Schleim, reichlich. Husten mit reichlicher Schleimabsonderung. Körperliche Anstrengung löst Husten aus.
Pulsatilla – hier sind im Vordergrund das milde, weinerliche Temperament, mag gern getröstet werden. Beschwerden werden besser durch frische, kühle Luft. Hat regelrechtes Verlangen danach. Schnupfen mit Geruchsverlust.
Rhus tox. – Auslöser für die Symptome sind kalt-nasses Wetter und bei Heiserkeit besonders Überanstrengung (Singen, Sprechen) des Halses. Schmerz beim ersten Schlucken am heftigsten, je häufiger geschluckt wird, umso weniger schmerzhaft wird es. Das ist typisch für Rhus: Am Anfang der Bewegung schlimmer, aber besser durch fortgesetzte Bewegung. Besserung durch warme Getränke und Wärme.
Rumex – Husten wird durch Kitzeln in der Rachenhöhle ausgelöst sowie durch Einatmen kalter Luft. Deswegen zieht sich der Patient gern die Bettdecke über den Kopf, um warme Luft einzuatmen. Reichliche schleimige Absonderung aus Nase und Luftröhre. Rauher Schmerz unter dem Schlüsselbein.
Spigelia – besonders angezeigt bei Nasennebenhöhlenproblemen. Schmerzen treten auf durch Kälte sowie kalt-nasses Wetter. Schlimmer durch Bücken. Kopfschmerzen werden durch kalte Umschläge oder kaltes Wasser besser. Wärme, Bewegung, Erschütterung, Lärm und Licht machen alles schlimmer. Besserung durch Liegen mit erhöhtem Kopf. Hervorragendes Mittel bei Trigeminusneuralgie.
Staphisagria – Folgen von unterdrücktem Ärger, Empörung. Haben wir auch schon mal erlebt. Wenn du auf der Suche nach der Ursache bist, weil die Symptomatik so unspezifisch ist, kommst du auch manchmal auf unterdrückten Ärger. Eine Gabe Staph. reicht, um den Fall zu kurieren.
Allium Cepa – ist ein eher unwichtiges Mittel bei Erkältungen, aber mit deutlichen Symptomen: Klarer brennender Ausfluß aus der Nase, dadurch Reizung von Nase und Oberlippe. Nicht ätzender Tränenfluß, schlimmer im Warmen, besser an frischer Luft.
Euphrasia – genau andersherum als bei Allium cepa: Nicht reizender Ausfluss aus der Nase, brennender Tränenfluss.
Spongia – wichtiges Mittel bei kruppartigem Husten, der klingt, als wenn eine Kettensäge durch einen trockenen Baumstamm gezogen wird. Anfälle lange vor Mitternacht reißen den Patienten aus dem Schlaf. Erstickungsgefühle. Aufregung, Reden, Liegen und eiskalte Getränke verschlimmern. Lauwarme Getränke und Essen können lindern.
Nux vomica – ist vor allem bei geistiger Überarbeitung und Folgen von Stress angezeigt. So der typische Workaholic. Kälte und kaltes, trockenes Wetter können zudem Auslöser sein. Fließschnupfen entwickelt sich langsam, häufiges Niesen. Husten morgens schlimmer, besonders beim Aufwachen. Nux ist sehr fröstelig und ist kaum warmzukriegen. Warme Getränke bessern die Beschwerden. Nux ist reizbar und überempfindlich.
Die Mittel kennst du jetzt schon in- und auswendig, oder? Ich möchte sie hier nur nochmal der Vollständigkeit halber in Bezug auf ein, besonders bei Kindern, lästiges und sehr schmerzhaftes Symptom anführen. Unsere Tochter hatte sehr viel mit Ohrenschmerzen zu tun. Sie war extrem empfindlich gegen Kälte, besonders in der Übergangszeit. Bei ihr war meistens Dulcamara angezeigt, einmal Belladonna. Das war sehr eindrücklich. Sie hatte nach einem Osterfeuer, was wir jedes Jahr veranstalteten, plötzlich hohes Fieber und Ohrenschmerzen. Am herausragendsten war die Tatsache, dass sie trotz des hohen Fiebers fröhlich war und fantasierte. Belladonna hat den Fall sehr schnell gelöst.
Aconit – hochgradige Ohrenschmerzen nach Abkühlung durch kalten (Ost)wind. Schmerzen machen verrückt, Kinder brüllen vor Schmerzen.
Belladonna – kurz nach dem Einschlafen wacht das Kind mit Ohrenschmerzen auf, weint und hat ein hochrotes Gesicht, Ohren oder nur ein Ohr hochrot. Schmerzen setzen plötzlich ein und hören auch plötzlich auf. Empfindlich gegen Licht, Geräusche, Berührung. Belladonna hat keinen Durst.
Chamomilla – eine Wange weiß, eine rot. Das kennen wir ja schon von Chamomilla. Kind sehr reizbar, reagiert auf alles sehr empfindlich. Will auf den Arm.
Dulcamara – feuchte Kälte oder kalt-feuchter Wind sind der Auslöser. Wie schon erwähnt in der Übergangszeit angezeigt: heiße Tage, kühle Abende. Ohrenschmerzen, evtl. von Übelkeit begleitet, besser durch Wärme.
Pulsatilla – auch hier ist die Kälteeinwirkung die Ursache für die Ohrenschmerzen. Aber nicht Wärme bessert, sondern kühle, frische Luft. Stimmung weinerlich, sanft, will getröstet werden.
Grippe
Eine echte Grippe ist gekennzeichnet durch Mattigkeit, hohes Fieber (der Panikmacher überhaupt!), Gliederschmerzen und absolutes Ruhebedürfnis. Das ist auch das Erste, was du machen musst. Ruhe, Bettruhe. Und wenig oder gar nichts essen. Und natürlich klopfen. Das stellt die Lebensenergie ganz schnell wieder her. Wir haben dann später zweimal eine sich anbahnende Grippe erfolgreich beklopft. Es war immer während eines Seminarwochenendes, wo du dir echt nicht leisten kannst, krank zu sein. Die Teilnehmer warten und erwarten die bezahlte Leistung. Das hat uns beide dann schon erstaunt, dass man durch das Ausbalancieren des Meridiansystems eine so schwerwiegende Symptomatik eliminieren kann. Und es ist keine Unterdrückung der Symptome! Das ist wichtig, zu verstehen. Klopfen ist die ideale Ergänzung zur Homöopathie, da diese ebenfalls einfach die Lebensenergie, eben jene Energie, die in den Meridianen fließt, wieder in Harmonie bringt. Deshalb ergänzen sich MET und Homöopathie so ideal.
Ravi Roy schreibt zum Thema Fieber: „Mir ist aufgefallen, dass in den europäischen Ländern die Furcht vor dem Fieber sehr verbreitet ist. Das überraschte mich, denn so etwas kannte ich aus Indien nicht…Die erste Reaktion der Inder bei Fieber ist: Bettruhe und Fasten. In Deutschland begegnete ich anderen Maßnahmen: fiebersenkenden Medikamenten und dem Ruf nach dem Notarzt… Fieber ist eine heilsame Reaktion des Körpers auf innere und äußere Reize.“
Klar, bei alten Menschen und kleinen Kindern/Säuglingen können Wadenwickel angezeigt sein, um das Fieber zu senken und den Organismus zu entlasten. Aber noch effizienter ist Belladonna C 200, alle halbe Stunde eine Gabe).
Die Hauptmittel bei Grippe sind:
Aconit – bei rasant entstehender heftiger Symptomatik, hervorgerufen durch kalten (Ost)wind oder Abkühlung. Hohes Fieber mit großem Durst auf Kaltes.
Arnika – der Kranke liegt benommen da. Starke Benommenheit. So kann man Arnika am besten beschreiben. Natürlich all die anderen Grippesymptome, müde, schlapp, Schmerzen. Diese zwingen ihn, die Stellung häufig zu ändern, denn auch die weiche Unterlage fühlt sich irgendwann hart an. Dies war damals mein Mittel der Wahl wegen der starken Benommenheit. Hat sofort funktioniert. Es ist immer wieder faszinierend, wie schnell die Lebensenergie zurückkommt.
Belladonna – wie Aconit plötzliches Einsetzen heftiger Beschwerden. Brennende Hitze, Haut ist glühend heiß. Durst fehlt trotz Fieber vollkommen. Unruhige Fahrigkeit. Geräusche und helles Licht lassen den Erkrankten hochfahren. Neigung zu Delirien.
Bryonia – langsame Entwicklung der Symptomatik, im Gegensatz zu Aconit und Belladonna. Entsprechend bewegt sich der Kranke nur langsam. Er will auch noch gar nicht wahrhaben, dass er krank ist und kämpft gegen sein großes Bedürfnis nach Ruhe an. Wenn er dann die letzten Reserven aufgebraucht hat, will er einfach nur noch bewegungslos daliegen. Großer Durst, Verstopfung.
Dulcamara – wie oben schon erwähnt, angezeigt, wenn gegen Ende des Sommers auf warme Tage kühle Abende folgen. Nur am Anfang der Grippe angezeigt. Tränende Augen, Halsschmerzen. Muskelweh beim Husten. Steifigkeit, besonders Nacken und Schulter. Brennender Durst auf Kaltes. Wärme erleichtert die Schmerzen und Steifigkeit. Mäßige Bewegung ist ebenfalls wohltuend.
Echinacea – matt, erschöpft, schon nach einem Tag fragt der Kranke, wann er endlich wieder gesund wird. Denn er hat das Gefühl, schon lange krank zu sein. Gereiztheit, aber dumpf im Kopf. Schmerzen, alles tut ihm weh. Frösteln mit Übelkeit. Fieber, häufig in Kombination mit Frösteln und Schüttelfrost. Gesicht färbt sich rot vom Fieber.
Eupatorium perfoliatum – auch „Knochenrenker“ genannt, da es Glieder- und Muskelschmerzen der Grippe (und Malaria!) prompt erleichtert. Charakteristisch ist dieses Wehtun in den Knochen, als ob sie geschlagen oder kaputt sind. Auch Bewegung bringt keine Erleichterung der unerträglichen Schmerzen. Im späteren Verlauf kommt es dann zu großem Durst auf kaltes Wasser. Schüttelfrost gefolgt von Übelkeit und Erbrechen, große Mengen Galle. Klopfschmerzen mit äußerstem Wehtun der Augen, welches immer da ist. Wehtun in der Brust beim Einatmen kalter Luft.
Gelsemium – angezeigt in heißen Ländern oder bei warmem Wetter. Gelsemium fühlt sich schwer und müde und hat starke Kopfschmerzen, die durch die geringste Bewegung schlimmer werden. Augenbewegung schmerzt. Durstlosigkeit. Gelsemium möchte in Ruhe gelassen werden, weil alles zu beschwerlich ist. Große Schwäche.
Pulsatilla – Frieren trotz Wärme, Frieren besser durch kalte, frische Luft, aber gut zugedeckt. Zudem das milde, sanfte Temperament – das ist Pulsatilla.
Rhus tox. – die Gliederschmerzen werden besser durch Bewegung. Unbewegliches Liegen verschlechtert hingegen. Deshalb die Unruhe. Er muss sich bewegen. Äußerst reizbar. Zungenspitzendreieck rot. Warme Getränke würden den kurzen, quälenden und trockenen Husten bessern, aber Rhus hat Verlangen nach kleinen Mengen kalter Getränke.
Kopfschmerzen
Kopfschmerzen sind das häufigste Symptom, weswegen Menschen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Eingangs hatte ich ja schon den Umfang der Kopfschmerz-Abteilung im Kentschen Repertorium erwähnt. Beeindruckend, aber nicht verwunderlich. Denn so manches in unserem Leben bereitet uns nun einmal Kopfzerbrechen. Kopfschmerzen kann unterschiedlichste Ursachen bzw. Auslöser haben. An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass eine ausgewogene Lebensweise unerlässlich ist, um auf allen Ebenen gesund zu sein und zu bleiben. Heißt: vitalstoffreiche Ernährung, angemessene Bewegung, geistige Nahrung und natürlich emotionale Ausgewogenheit und eine gesunde Balance von Aktion und Ruhe. Wenn es irgendwo hapert, kommt das System ins Ungleichgewicht, verliert seine Balance und produziert Symptome. Es gibt viele, viele Warnhinweise auf emotional-geistiger Ebene, die wir nur allzu gerne übersehen und uns lieber noch ein bisschen mehr herausfordern, bis dann der Körper reagiert. Es ist selbstredend, dass organische Ursachen medizinisch abgeklärt werden müssen. Aber wir gehen hier von einem „normalen“ Kopfschmerz aufgrund irgendwelcher Überforderungen aus.
Lass uns mal schauen, was die Homöopathie da so auf Lager hat. Du wirst hier manch alten Bekannten aus der Homöopathie-Riege wiederfinden. Denke immer daran, wir suchen nach dem Arzneimittelbild und reduzieren uns nicht auf die banale Diagnose. Wenn die Symptome zutreffen, kannst du die Mittel auch bei Migräne anwenden.
Belladonna – Auslöser ist Kaltwerden des Kopfes, vor allem auch durch Nässe, z. B. Kälte/kalter Wind nach dem Haarewaschen, nach Haareschneiden, der Schmerz kommt und geht plötzlich und ist sehr heftig. Jede Erschütterung, Licht, Geräusch verschlimmert. Muss die Augen schließen. Augenbewegung verschlimmert. Einhüllen des Kopfes ist angenehm, auch Dunkelheit und Sitzen bessern. Liegen im dunklen Zimmer bessert (häufig bei Migräne).
Bryonia – deutlichstes Symptom ist Verschlimmerung durch die geringste Bewegung. Bücken und Öffnen der Augen verschlimmern ebenfalls. Zentrum des Schmerzes über dem linken Auge, Übelkeit, Erbrechen und vor allem Verstopfung können Begleitsymptome sein. Bryonia ist reizbar und erregbar und will in Ruhe gelassen werden.
Dulcamara – durch feucht-kalte Luft, durch Nasswerden, durch Wohnen in feuchten Häusern, Hinterkopfschmerz vom Nacken hochsteigend, erleichtert durch Unterhaltung, lehnt Dinge ab, um die er vorher gebeten hat. Hinterteil des Kopfes kühl, schwer, schmerzend.
Nux vomica – ist ebenfalls reizbar. Auslöser können sein Arzneimittel- oder Alkoholmissbrauch, nach geistiger Anstrengung, Schlafmangel. Hilft bei Katerkopfschmerz. Bewegung verschlimmert. Wärme und den Kopf einwickeln können bessern.
Pulsatilla – möchte den Kopf hochlagern. Nervöser Kopfschmerz, nach Genuss von Eis, nach fettem und reichlichem Essen. Mildes, sanftes, leidendes Temperament.
Gelsemium – meistens vom Hinterkopf sich zur Stirn erstreckend, Gefühl als ob ein Reifen um den Kopf gespannt ist, verschwommene Sicht, Sehstörungen (typische Migränesymptome), Licht, Lärm, Bewegung, Erschütterung verschlimmern, Schlaf und Wasserlassen bessern, ebenfalls Druck und Liegen mit erhöhtem Kopf. Nach Gefühlserregungen (Schrecken, Furcht, aufregenden Neuigkeiten).
Iris versicolor – wie Gelsemium Sehstörungen, Kopfschmerzen fangen mit Schleier vor den Augen an, verschwommenes Sehen, Übelkeit, Erbrechen erleichtert nicht. Einschnürungsgefühl, rechte Schläfe besonders befallen, bei Entspannung nach geistiger Anstrengung. Regelmäßig wiederkehrender KS (z. B. am Wochenende).
Sanguinaria – Beginn im Hinterkopf, wandern zum rechten Auge oder zur rechten Kopfseite und setzen sich dort fest. Scharfer Schmerz, wie mit einem Messer. Blitzartiger Hinterkopfschmerz. Übelkeit mit Erbrechen, welches die KS erleichtert. Bewegung verschlimmert, Schlaf und fester Druck bessern. Wie Iris regelmäßig wiederkehrende Kopfschmerzen.
Spigelia – Schmerz unterhalb des Stirnhöckers und der Schläfen, strahlt zu den Augen aus; einseitig, linkes Auge mitbetroffen; heftiger pulsierender Schmerz; Liegen mit abgestütztem Kopf bessert, Bücken, Bewegung, Lärm und kaltes, stürmisches Wetter verschlimmern. Kaltes Wasser kann bessern, aber hinterher ist es wieder schlimmer. Steifer Hals, steife Schultern.
Staphisagria – böse Folgen von Ärger und Beleidigungen, betäubender Kopfschmerz, endet mit Gähnen, Gefühl von Quetschung im Gehirn.
Hier nochmal eine Auflistung nach wichtigen Auslösern:
Ärger, nach – Chamomilla, Coffea, Nux-vom., Staphisagria
Erkältung, bei – Belladonna, Chamomilla, Nux vomica, Pulsatilla.
Fahren im Boot, Straßenbahn, Wagen – Cocculus, Tabacum,
Freude, durch zu große – Coffea
Kummer, durch – Ign., Puls., Staph.
Schreck – Aconit, Ignatia, Pulsatilla, Nux vomica
Sommer/Sonne – Bell., Glon., Puls.
Verletzungen – Arn, Bell, Hyp., Rhus-tox.
Einleitung
Frausein ist gekennzeichnet durch die unglaubliche Fähigkeit, Leben zu schenken und das junge Leben zu nähren. Dieses Wunders sind sich aber leider nur die wenigsten Frauen bewusst. Systematisch wird versucht, die Frau von ihrem Weibsein zu entfernen, sie zu einem besseren Mann zu machen. So werden Merkmale des Frauseins, wie z. B. die Menstruation, nicht mehr als heilige Tage gesehen, sondern als lästiges Geschehnis, welches am liebsten versteckt wird. In den Medien wird das vorsorgliche Entfernen von Uterus und Brüsten propagiert, um Brustkrebs vorzubeugen. Und viele junge Frauen glauben diesen gedanklichen Ausgeburten schlimmster Frauenfeindlichkeit. Du bist als Frau heilig, dein größtes Heiligtum ist deine Gebärmutter. Die Liebe zu einem Mann, ihn in seinem Mannsein zu unterstützen, das Muttersein und die Familie zu versorgen sind seit Anbeginn deine Aufgaben. Wichtige Aufgaben! Ohne die Frau mit ihrer mütterlichen Fürsorge gibt es keine Nachkommen. Und ohne männlichen Schutz kann die Frau diese heilige Arbeit nicht verrichten. Das ist die natürliche Ordnung.
Menstruation
Ein wichtiger und sehr markanter Schritt zum Frausein ist für das junge Mädchen das Einsetzen der Menstruation. Ich erinnere mich noch, wie wir im Alter ab ca. 13 Jahren miteinander „konkurrierten“, wer denn schon seine Menses hatte. Also, aufregend, aufregend, ist dies doch der Auftakt zu dem größten Geschenk für eine Frau, nämlich Leben in sich wachsen lassen zu können. Mach dir mehr und mehr bewusst, welche Bedeutung diese Zeit hat. Werde dir deines Frauseins bewusst, gönne dir Ruhe, verwöhne dich. Aufgeklärte junge Frauen benutzen gar keine Binde und schon gar keine Tampons, sondern lassen das Blut fließen. Es fließt ja nicht ununterbrochen, sondern kommt in Etappen, die du genau spüren kannst. Und dann gehst du einfach auf die Toilette, wie wenn du Wasser lassen musst. Das ist die natürliche Art, mit dieser Zeit der Selbstreinigung umzugehen.
Wenn es bei der Rückkehr zur Natürlichkeit bei der Menstruation Probleme gibt (nicht nur bei jungen Mädchen), können folgende Mittel Abhilfe schaffen:
Belladonna – Menses hellrot, zu früh und zu reichlich. Plötzliche Schmerzen, die ebenso plötzlich wieder verschwinden. Gefühl, als ob die Organe herausfallen wollten. Schmerz in den Eierstöcken vor und während der Periode. Schmerzen schlimmer durch Gehen, Bewegung und Erschütterung. Gebeugtes Sitzen verschlimmert die Schmerzen, Strecken bessert sie. Druck auf den Bauch bessert ebenfalls.
Cocculus – schmerzhafte Menses, reichlich und dunkel, zu früh, klumpig, mit spastischer Kolik. Schmerzhaftes Pressen in der Uterusgegend. Sehr schwächend, kann kaum stehen oder sprechen. Launisch, traurig, kann keinen Widerspruch vertragen.
Colocynthis (Koloquinte – Kürbisgewächs Nordafrika) – Heftige Schmerzen, dass du dich krümmen musst, besser durch Druck, Vorwärtsbeugen oder Wärme. Stechende Schmerzen in den Eierstöcken, vor allem kurz vor der Periode. Du bist leicht reizbar und verärgert. Unterdrückter Ärger kann die Krämpfe auslösen.
Cimicifuga (Wanzenkraut) –die Krämpfe sind so stark, dass du dich vor Schmerzen krümmst. Schießende Schmerzen von einer Bauchseite zur anderen. Schmerzen im unteren Rückenbereich. Bewegung verschlimmert.
Chamomilla – unerträgliche Schmerzen, sodass du vielleicht aufschreist. Schmerz zieht nach unten. Du bist empfindlich, reizbar und nörgelig, schnappst bei der kleinsten Kleinigkeit ein. Ärger kann die Schmerzen verschlimmern, Wärme kann Linderung bringen.
Pulsatilla – eher sanft, aber durchaus wechselhafte Stimmung. Pulsatilla zählt zu den milden Naturen. Menses zu spät, spärlich, dick, dunkel, klumpig. Frösteln, Übelkeit, Druck nach unten, schmerzhaft, Rückenschmerzen, Ermüdungsgefühl und Durchfall bei oder nach der Regel. Hitze verschlimmert, frische Luft und liebevoller Zuspruch bessern. Schmerzen können durch nasse Füße ausgelöst werden.
Lilium tigrinum (Tigerlilie) – Menses nur wenn in Bewegung. Sobald die Bewegung stoppt, stoppt auch der Fluss. Gefühl des Nach-unten-Ziehens, mit Stuhldrang, als ob alle Organe herausträten.
Caulophyllum (Frauenwurzel) – ein ausgesprochenes Frauenmittel. Die Frauenwurzel wird auch Blauer Hahnenfuß genannt. Sie wurde schon bei den nordamerikanischen Ureinwohnern verwendet, um die Geburt zu beschleunigen und lange, schmerzhafte Wehen zu verhindern. In der Algonkin-Sprache heißt sie daher auch “Cohosh” (zu deutsch: behütet die Frauen). Krampfartige Schmerzen vor dem Einsetzen der Periode. Einsetzen der Blutung bringt nur wenig Linderung. Schmerzen im Kreuz und Benommenheit können der Blutung vorausgehen. Kann gerade auch in der Pubertät angezeigt sein, wenn die Monatsblutungen beginnen. Eher hysterische Frauen, die zu Krämpfen neigen.
Du kannst dir auch einen Tee aus den Blüten der wilden Margerite brühen. Der hilft ebenfalls bei Menstruationsschmerzen.
Das Natürlichste für eine Frau ist es, Mutter zu werden und zu sein. Ein Kind zu empfangen, in sich wachsen zu fühlen, es zur Welt zu bringen, es zu nähren und zu schützen ist das Größte und Überwältigendste, was es gibt. Es ist durch nichts, was von Menschenhand oder durch Menschengeist geschaffen wird, zu übertreffen. Insofern darfst du dich als Frau feiern, denn du kannst, dank der Fruchtbarkeit deines Mannes, Leben in dir wachsen lassen. Welch ein Wunder! Sei dir bewusst, dass deine Gebärmutter dein größtes Heiligtum ist.
Manchmal werden Frauen jedoch trotz eines ausgeprägten Kinderwunsches einfach nicht schwanger. Ich habe etliche Fälle, die ich MET-therapeutisch begleiten durfte, um zu schauen, was auf emotionaler bzw. lebensgeschichtlicher Ebene der ersehnten Schwangerschaft im Wege steht. Es gibt noch einen zweiten Bereich, der gerade bei dem Thema Schwangerschaft immens wichtig ist. Das ist die Ernährung. Im Vorwege und während einer Schwangerschaft sind eine optimale Nährstoffzufuhr durch hochqualitative Produkte (Nahrungsergänzung höchster Qualität) und eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung extrem wichtig, damit Mutter und Kind diese Zeit gesund „überstehen“.
Aber sei getröstet, ich habe drei Schwangerschaften ohne MET, mit „normaler“ Ernährung und ohne Homöopathie gut überstanden und drei wundervolle Geburten erleben dürfen. Aber dazu später mehr. Ich sage das nur, weil viele Frauen meinen, sie müssten sich erstmal durchtherapieren und sich jahrelang gesund ernähren, bevor sie schwanger werden, und sie sich versehen, sind sie zu alt. Deshalb: Wenn der Wunsch da ist, beseitige etwaige Hindernisse (siehe oben) und folge deinem natürlichen Impuls.
d) Neigung zu Fehlgeburten
Wenn du eine Neigung zu Fehlgeburten hast, ist zu den o. g. Maßnahmen evtl. professionelle homöopathische Hilfe empfehlenswert. Selbstverständlich solltest du Anstrengungen vermeiden, dich so viel wie möglich hinlegen, vielleicht sogar das Bett hüten, nicht Auto fahren, kein Nikotin zu dir nehmen, keinen Verkehr haben. Weitere Maßnahmen besprichst du am besten mit deinem Arzt. Begleitend bzw., vorbeugend kannst du natürlich auch mit der Homöopathie gute Erfolge erzielen.
Caulophyllum – ist unruhig, quengelig, eher verdrießlich und ärgerlich, besorgt. Neigung zu Fehlgeburten wegen Schwäche des Uterus, drohende Fehlgeburt. Krampfartiges Nach-unten-Drängen, nadelartige Schmerzen im Muttermund. Evtl. Steifigkeit in den Gelenken, schneidende Schmerzen beim Händeschließen.
Cimicifuga – Abortneigung 2.-3. Monat, Schmerzen fliegen über den Bauch, zwingen zum Krümmen, Stechen in den Brüsten, Schmerz in den Lenden.
Helonias bolata (Einkornwurzel) – drohende Fehlgeburt nach Anstrengung. Gefühle von Schwäche, Ziehen und Gewicht im Kreuz und Rücken, mit großer Mattikgiet und Hinfälligkeit (Boericke), Kreuzschmerzen. Fühlt den Uterus.
Millefolium – hellrote Blutung, schmerzlos, ebenfalls nach Anstrengung,
Pulsatilla – Blutung aussetzend, Schmerzen spastisch, hat das Gefühl zu ersticken, deshalb Verlangen nach frischer Luft, Ohnmacht. Abort im 8. Monat
Sabina juniperus (Sadebaum) – wirkt auf den Uterus, Schmerz vom Kreuzbein zum Schambein, Blutungen mit flüssigem, klumpendem Blut, 2.+ 3. Monat, Verlangen nach frischer Luft, evtl. verstärkte Libido.
Secale cornutum (Mutterkorn) – besonders bei schwachen, abgemagerten Frauen, anämischer Zustand, Kälte und Taubheit. Starkes Hitzegefühl geht durch den ganzen Körper, drohender Abort um den 3., aber auch 5.-7. Monat. Dunkle, wässrige Sickerblutung. Mutterkorn wurde in früheren Zeiten für Schwangerschaftsabbrüche verwendet, kann also homöopathisch verdünnt und potenziert Aborte verhindern.
Mittel sortiert nach auslösenden Ursachen:
Angst oder Furcht: Aconit.
Ärger oder Zorn: Chamomilla
Grippe: Gelsemium
Feuchte Kälte: Dulcamara
Unterdrückter Kummer: Ignatia
Schreck, Schock: Aconit, Opium, Gelsemium, Ignatia
Gegen alles ist ein Kraut gewachsen, also auch „gegen“ Aborte. Oder besser gesagt, um deine natürliche Fähigkeit wiederherzustellen, ein Kind zu empfangen, zu behalten und gesund zur Welt zu bringen.
Sollte es zu einer Fehlgeburt gekommen sein, was die Homöopathie verhindern möge, dann ist natürlich Arnika als allererstes Mittel angezeigt. Während drei Tagen täglich drei Kügelchen C 30 oder C 200. Das dürfte eine schnelle Heilung der Gebärmutterwunde bewirken und auch deren Rückbildung beschleunigen. Ergänzend kannst du evtl. noch Secale nehmen, wenn du starke Uterusschmerzen haben solltest. Aber das ist alles nur für den Fall der Fälle, der hoffentlich nie eintreten werde.
Schwangerschaft
Für die meisten Frauen eine Zeit des Glücks, der Vollkommenheit. Vorweg sei gesagt, dass die von mir ausgesprochenen Empfehlungen eine professionelle homöopathische Begleitung nicht ersetzen. Dich selber zu therapieren hat wie immer seine Grenzen. Wenn es zu gravierenden Problemen (Eiweiß im Urin, Nierenbeckenentzündung, plötzlich auftretenden Krämpfen (Eklampsie), Schwangerschaftsvergiftung) kommt, ist Schluss mit der Eigentherapie. Dann begibst du dich bitte umgehend in professionelle Hände. Einverstanden? Eine Begleitung der Schwangerschaft durch eine natürlich orientierte Hebamme ist selbstverständlich. Im Anhang findest du einige Webseiten.
Röteln in der Schwangerschaft
Wenn du als Mädchen die Röteln durchgemacht hast, wird es während der Schwangerschaft zu keiner erneuten Infektion kommen. Du bist ein Leben lang immun. Um eine Rötelninfektion bei einer Frau während der Schwangerschaft zu verhindern, hat man die Rötelnimpfung eingeführt. Diese birgt jedoch ebenfalls alle mit einer Impfung verbundenen Risiken und stellt zudem nur einen 50%igen Schutz gegen eine Rötelninfektion dar. Wenn es also in der Schwangerschaft zu Röteln kommen sollte, dann nimmst du einfach Rubeolinum (Rötelnnosode) C 200 ein- bis zweimal täglich im akuten Stadium, jeweils drei Kügelchen, bis die Symptomatik abklingt (also max. drei Tage). Es ist immer wichtig, die Mittel nicht zu häufig zu nehmen, da du sonst eine Arzneimittelprüfung durchmachen könntest. Sie sollen ja nur einen Impuls setzen, damit der Körper sich selber heilt.
Geruchsüberempfindlichkeit, Übelkeit, Erbrechen
Gerade in den ersten drei Monaten kommt es manchmal zu den genannten Beschwerden. Nachfolgende Mittel können da hervorragende Dienste leisten. Jedoch halte ich eine Begleitung durch einen guten klassisch arbeitenden Homöopathen für unersetzlich, gerade, auch wenn es zu bleibender Übelkeit kommt oder andere Beschwerden auftreten.
Cocculus – vorwiegend hellhaarige Frauen, viel Übelkeit und Rückenschmerzen, schon der Gedanke an Speisen verursacht Schwindel und Kopfschmerzen, ängstlich, depressiv, regt sich über jede Kleinigkeit auf.
Colchicum (Herbstzeitlose) – der Geruch von Nahrung erregt Übelkeit bis zur Ohnmacht, besonders Fischgeruch, reichlicher Speichelfluss, Erbrechen von Schleim, Galle, Nahrung. Äußere Eindrücke (Nasehochziehen bei Tisch, Kau- und Schmatzgeräusche) können spontanen Brechreiz verursachen. Großer Durst auf Kaffee.
Nux moschata – empfindlich gegen Schmerz und Blut, wird leicht ohnmächtig, Übelkeit beim Denken an Speisen, Erbrechen, plötzliche Stimmungsschwankungen, benommen und schläfrig, Blähungskoliken.
Ignatia – wechselhafte Stimmung, Seufzen und Schluchzen, saures Aufstoßen, Hinfälligkeit in der Magengegend, starke Verblähtheit, Schluckauf, Krämpfe im Magen, die durch leichteste Berührung verschlimmert werden, Verlangen nach sauren Sachen, überempfindlich gegen Tabakrauch. Gefühl, als würde der Magen absinken.
Ipecacuanha – reizbar, verachtet alles. Beständige Übelkeit bei sauberer Zunge, Erbrechen mit blassem, zuckendem Gesicht, keine Besserung durch Erbrechen.
Lilium tigrinum – Flatulenz, Übelkeit mit Klumpengefühl im Magen, hungrig, Verlangen nach Fleisch. Durstig, trinkt oft und viel. Besser beim Gehen im Freien. Gefühl des Nach-unten-Ziehens.
Nux vomica – Übelkeit und Erbrechen mit viel Würgen, saurer Geschmack, Übelkeit morgens nach dem Essen; Gewicht und Schmerz im Magen. Mag gern Fette und verträgt sie gut. Saures, bitteres Aufstoßen. Großes Verlangen nach Bier, wodurch der Appetit wiederkommt.
Pulsatilla – Abneigung gegen Fleisch, Fett. Verlangen nach Süßem, verträgt es aber nicht. Übelkeit, Erbrechen Tag und Nacht.
Tabacum – fühlt sich sterbenselend, Übelkeit mit kaltem Schweiß, Erbrechen bei der geringsten Bewegung.
Geburt
Wenn die eventuellen Beschwerden der ersten Monate dank des richtigen homöopathischen Mittels gut überstanden sind, bleibt nur noch der Genuss der Schwangerschaft, das Glück, Leben in dir wachsen zu fühlen und die Vorfreude auf den neuen Erdenbürger. Wenn in dieser Zeit Ängste auftreten, hast du natürlich MET, um diese aufzulösen. Unsere heutige Medizin ist ja leider angetreten, auch die Schwangerschaft zu pathologisieren und den Frauen Ängste einzutrichtern. Als ich mit meiner Tochter schwanger war, war ich bereits stolze 36 Jahre alt. Die Medizin macht daraus ein Drama, da die „Gefahr“, ein behindertes Kind zur Welt zu bringen, angeblich größer ist als in jüngeren Jahren. Ich habe niemals diese Untersuchungen gemacht, um etwas Derartiges festzustellen. Meine Meinung (und auch die meines Mannes): Wenn das Kind missgebildet ist, dann soll das halt so sein und wir werden diese Herausforderung annehmen.
Mal zum Nachdenken: Angst zieht ja das in mein Leben, wovor ich Angst habe. Könnte es also sein, dass Probleme in der Schwangerschaft oder mit dem Ungeborenen nur deshalb auftreten, weil die Frau Angst hat? Kann man ja mal drüber nachdenken.
„In großen Teilen der Erde bringen Frauen ihre Kinder alleine oder lediglich mithilfe kundiger Frauen auf ganz natürliche Art und Weise zur Welt. In unserer westlichen Welt werden die Frauen jedoch immer mehr verunsichert und entwickeln dadurch immer mehr Ängste. Die natürlichste Sache der Welt wird zu einem unkalkulierbaren Risiko hochstilisiert. Dabei sprechen die Bevölkerungszahlen der Erde eine ganz andere Sprache. Mit derzeit ca. 7,5 Mrd. Menschen sind wir auf einem Rekordhoch. Dies spricht dafür, dass Schwangerschaft und Geburt nicht so dramatisch und gefährlich sind, wie unsere westliche Medizin uns gerne glauben machen möchte. Diese hat Schwangerschaft und Geburt inzwischen so weit pathologisiert, dass viele Frauen Angst vor der Schwangerschaft haben. Oder sie haben Angst, ein behindertes Kind zu bekommen und Angst vor Komplikationen während der Geburt. Früher sprach man, wenn Frauen ein Kind erwarteten, von „guter Hoffnung“, heute sind viele in ängstlicher Erwartung und lassen sich teilweise unnötige Untersuchungen aufdrängen.“ (MET-Klopftherapie in der Praxis, Haug-Verlag, 215)
Ich selber habe drei Kindern das Leben geschenkt. Erste Geburt klassisch im Gebärstuhl, aber Kind schon mal auf dem Bauch und nachher bei der Mutter. Zweite Geburt in der Paracelsus-Klinik mit großem Gebärbett, sanfter Musik und Beleuchtung. Ich als Mama war die Königin. Nach zwei Tagen waren Baby und ich wieder zu Hause. Drittes Kind Hausgeburt. Und das kann ich, wenn alles normal verläuft (und das dürfte mit MET und der Homöopathie sowie gesunder Ernährung garantiert sein), wärmstens empfehlen. Halte dir vor Augen, wie Naturvölker ihre Babys zur Welt bringen und dann mach es ihnen nach. Freue dich auf die Geburt, freue dich auf deine unbändige Kraft, freue dich auf das Resultat eurer Liebe – das Neugeborene.
Damit die Geburt auch wirklich sanft und schnell vonstattengeht, hast du ja schon all deine Ängste aufgelöst und bist voller Zuversicht. Jetzt schauen wir uns ein paar Mittel an, die den Geburtsvorgang erleichtern können.
Zwei bis drei Wochen vor der Geburt können zwei Mittel sehr hilfreich sein:
Caulophyllum – in den letzten Wochen der Schwangerschaft immer wieder wehenartige Schmerzen, schmerzhaftes Herunterdrängen im Unterleib, evtl. rheumatische Schmerzen der kleinen Gelenke (Hände, Füße). C 30 2 x täglich, wenn die genannten Symptome auftreten, ggf. bis zur Geburt.
Pulsatilla – durch die Schwangerschaft kommt das milde Wesen zum Vorschein, du bist weicher und nachgiebiger. C 30 2 x täglich etwa 1-2 Wochen vor dem Termin
Puls. Ist auch angezeigt, wenn das Baby sich nicht dreht (Steiß- oder Querlage). C 200 1 Gabe, evtl. an 3 aufeinanderfolgenden Tagen, immer auch in Absprache mit deiner Hebamme und/oder dem homöopathischen Arzt.
Spezifische Angstmittel
Aconit – bei Todesangst
Cimicifuga – nimmt Ängste, dass etwas nicht gutgeht
Gelsemium – Erwartungsangst
Wenn die Bereitschaft und der Wille da sind, kannst du natürlich auch deine Ängste klopfen.
Es ist überhaupt ratsam, während des gesamten Geburtsvorgangs zu klopfen. Das erleichtert die Arbeit (Geburt ist Arbeit!) ungemein. Dadurch lassen sich auch viele angstbedingte Komplikationen, wie z. B. ein rigider Muttermund, verhindern.
Die Geburt – rigider Muttermund
Belladonna – besonders für Erstgebärende, sportlicher Typ und nicht mehr ganz jung. Muttermund krampfhaft zusammengezogen, heiß und berührungsempfindlich. Plötzliche, schmerzhafte und heftige Wehen, die ebenso plötzlich wieder aufhören. Gesicht heiß und rot, Augen evtl. blutunterlaufen. Krämpfe in den Beinen lassen dich aufschreien.
Caulophyllum (Frauenwurzel) – wie oben schon erwähnt ein ausgesprochenes Frauenmittel, welches als Kraut schon von den nordamerikanischen Ureinwohnern verwendet wurde, um die Geburt zu beschleunigen und lange schmerzhafte Wehen zu verhindern. Muttermund rigide, heftige Wehen bleiben deshalb erfolglos.
Chamomilla – Frau ist außer sich vor Schmerzen. Nichts ist ihr recht. Äußerst gereizt, tobt. Kann Schmerzen überhaupt nicht ertragen und würde am liebsten davonlaufen. Hier ist das Leitsymptom die emotionale Verfassung: gereizt, ärgerlich, hat an allem was zu kritisieren.
Cimicifuga – bei schwachen Wehen, Schmerzen wie elektrische Schockwellen, reißend, halten lange an. Schießen von einer Seite zur anderen, Gebärende krümmt sich zusammen, schreit auf. Muttermund öffnet sich, schließt sich aber auch wieder. Kann den Schmerz nicht mehr aushalten, redet wirr. Bei den Wehen evtl. Krämpfe in den Hüften, die aufschreien lassen.
Gelsemium – ist m. E. eines der wichtigsten Mittel. Starrer Muttermund, falsche Wehen. Wehen schießen nach oben, laufen den Rücken hinauf. Muttermund rund, hart, dick und unelastisch. Äußerst nervös und sehr aufgeregt. Gebärende hat evtl. nicht genügend Kraft. Muskeln schwer, wie gelähmt.
Nux vomica – heftige, krampfartige Wehen, verursachen Ohnmacht, Stuhl- und Harndrang.
Geburt – Austreibungsphase
Wenn die Eröffnungsphase gut begleitet wurde, dürfte die Austreibungsphase leicht verlaufen.
Caulophyllum – ist angezeigt, wenn der Gebärenden alles zu anstrengend ist und die Kraft fehlt.
Um die Vulva und Damm elastisch zu halten, kann das Betupfen mit starkem Kaffee Entspannung bringen. Auch kann eine Gabe Coffea C 200 (oder 30) hier helfen.
Ganz wichtig ist jetzt, das Neugeborene sofort der Mutter auf den Bauch zu legen bzw. in den Arm, damit sie es anlegen kann. Das Wundersame ist, dass das Kleine schon das Mündchen öffnet, um sich an der Brust anzudocken. Dies ist extrem wichtig, damit die für die Rückbildung der Gebärmutter zuständigen Hormone gebildet werden, die Nachgeburt leichter ausgetrieben wird und der Milchfluss einsetzt. Also, wieder einmal ein Hoch auf die weise Natur.
Nachgeburtliche Phase
Um die nachgeburtliche Phase zu begleiten, können folgende Mittel hilfreich sein:
Arnika und Bellis perennis (Arnika der Gebärmutter) vorsorglich bzw. begleitend geben.
Bei meiner letzten Geburt habe ich sofort Arnika genommen. Die Hebamme war erstaunt über die rasche Rückbildung der Gebärmutter.
Wenn nach der Geburt Blutungen auftreten sollten, wissen Arzt und Hebamme Rat. Homöopathisch helfen neben Arnika und Bellis folgende Mittel:
Belladonna – Blutung reichlich, hellrot und heiß. Heißes, rotes Gesicht der Mama mit blutunterlaufenen Augen. Gefühl, als würde die Gebärmutter nach außen gedrängt. Kreuz schmerzhaft.
Hamamelis – Frau ist erschöpft, wenig Empfindungen im Unterleib, langsame, aber stetige Blutung. Blut dunkel.
Millefolium (Schafgarbe) – ebenfalls ein Frauenmittel. Nach einer anstrengenden Geburt setzt eine reichliche hellrote Blutung ein. Keine Schmerzen und keine Sorge um die Blutung. Sehr müde, muss gähnen. Kann auch als Tee gegeben werden.
Aber, wie gesagt, Arnika und Bellis dürften die Sache abrunden, sodass die Familie den Zauber dieser Stunde genießen kann.
Wochenbett
Jede Geburt stellt eine große Anstrengung für Mutter und Kind dar. Mit der oben genannten homöopathischen Begleitung ist aber alles viel, viel einfacher und vor allem natürlich. Trotzdem brauchen Mutter und Kind jetzt Ruhe. Direkt nach der Geburt kann sich die Mama kurz abduschen, wenn sie sich danach fühlt. Ansonsten sollte sie mit warmen, nassen Tüchern abgewaschen werden. Den Genitalbereich kann man die ersten Tage mit Calendula-Essenz (10 bis 15 Tropfen auf einen halben Liter Wasser) sanft abtupfen. Das sogenannte Wochenbett dauert 6-8 Wochen. Das ist die Zeit, die Mutter und Kind brauchen, um sich von den Strapazen der Geburt zu erholen und sich aufeinander einzustimmen. Natürlich gehören da auch der Papa und die evtl. schon vorhandenen Kinder dazu. Sie alle müssen sich auf die neue Familiensituation einstimmen. Das braucht seine Zeit.
Die Ernährung sollte ausgewogen sein und viel Eiweiß (Milch, Quark, Joghurt) enthalten. Du kannst auch täglich eine Teemischung aus Brennnessel, Anis, Fenchel und Kümmel trinken. Das fördert die Milchbildung und wirkt positiv gegen Blähungen beim Baby.
Mit einer guten Geburtsvorbereitung, einer MET und homöopathisch begleiteten Geburt, einem sofortigen Anlegen des Babys sollte die Milchbildung sofort einsetzen. Ich erinnere mich noch an mein erstes Kind und die Ausmaße, die meine „Milchfabrik“ angenommen hatte. Beeindruckend! Jetzt bleibt nur noch, den Segen dieser ersten Wochen zu genießen.
Stillen ist natürlich
Für mich gab es nichts Schöneres, als meine drei Kinder zu stillen. Alle über ein Jahr. Das ist natürlich und praktisch. Du hast die perfekte Nahrung immer bei dir, die Rückbildung der Gebärmutter wird angeregt und dein Körper kommt in sein natürliches Gleichgewicht. Gar nicht hoch genug bewerten kann man die psychische Bedeutung des Stillens für dich und dein Baby. Nimm dir Zeit für diese innigen Momente mit deinem Baby, genieße diese tiefe Meditation. Nichts, aber auch gar nichts auf dieser Welt kann diese Momente der innigen Traulichkeit ersetzen. Sie sind für die Bildung des Urvertrauens, für die Bindungsfähigkeit und allgemein für die Seelengesundheit des Kindes unersetzlich. Insofern: zurück zur Natur. Die weiß, wie es geht und wie es richtig ist!
Pflege deine Brustwarzen mit einer speziellen lanolinhaltigen Salbe zur Brustwarzenpflege. Das ist am Anfang ganz sinnvoll, denn es kann schon etwas schmerzhaft sein, wenn dein Kleines das erste Mal andockt und saugt. Pflege deine Brüste nur mit warmem Wasser. Sie fetten sich selber, und wenn du Seife verwendest, wird dieser Selbstfettungseffekt mit hoher Wahrscheinlichkeit gestoppt. Sehr pflegend ist die Muttermilch. Sie sorgt ebenfalls dafür, dass die Brustwarzen geschmeidig bleiben. Aber es wird immer einfacher. Lass dich da von deiner Hebamme beraten. Und tue alles dafür, dein Baby stillen zu können.
Wenn du eine (wie auch immer geartete) Abneigung dagegen hast, dein Kind zu stillen, kannst du das beklopfen. Schau genau, was dich daran hindert. Ist es Ekel? Ich hatte meine Mutter mal gefragt, ob sie mich gestillt hatte. Sie antwortete: „Nein! Igitt, das ist ja eklig!“ Also, das gibt es. Vielleicht hast du ja auch Angst, dass du nicht genügend Milch hast. Oder andere Ängste. Alles, alles, was emotionaler Natur ist, kannst du beklopfen. Führ dir immer vor Augen, wie die Naturvölker es machen. Dann weißt du, wie es richtig ist.
n) Bei Brustentzündungen können folgende Mittel hilfreich sein:
Bryonia (Zaunrübe) – ist das Hauptmittel. Brüste fühlen sich schwer und gespannt an. Bewegung der Brüste verschlimmert, sie müssen ganz ruhig gehalten werden. Jegliche Erschütterung verschlimmert die Schmerzen. C 200 alle 2 Stunden
Belladonna – sehr schnell einsetzende hochgradige Entzündung. Dunkelrote Färbung in Strichen und Streifen. Geringste Erschütterung sehr schmerzhaft. Gabe C 200 alle 2 Stunden, bis eine Besserung einsetzt. Dann sofort weitere Gaben stoppen.
Pulsatilla – Leitsymptome sind die Modalitäten: Verlangen nach frischer Luft. Fast durstlos, möchte nur kleine Mengen trinken. Weinerliche Stimmung, Trost und Zuspruch bessern.
So, dass aber nur für den Fall der Fälle. Natürlich ist es, dass du als Frau dein Kind stillst. Und lass dich da bitte nicht verunsichern. Du bist die Gebärerin, du bist die Ernährerin, du bist die Kaiserin! Und dein Baby hat das Recht zu trinken, wann immer es will. Dieses wehrlose kleine Bündel ist vollkommen auf dich angewiesen – auf deinen Schutz, deine Fürsorge, deine Liebe. Und die drückst du am besten aus, indem du dem Baby das Verlangen nach deiner Nähe an der Brust jederzeit erfüllst. Dann bist du zufrieden, und dann ist dein Baby zufrieden. So wachsen körperlich, geistig und psychisch gesunde Menschen heran. Ja, ja, die Natur ist weise.
o) Kindbettfieber
Dieses kommt nur zustande, wenn der Wochenfluss unterdrückt ist bzw. das, was aus der Gebärmutter herauswill, nicht richtig abfließt. Das ist mit der richtigen homöopathischen Behandlung kein Thema. Dafür sorgen Arnika und/oder Bellis. Sollte es dennoch zu einem Kindbettfieber kommen, ist Echinacea ein sehr wichtiges Mittel. Auch Pulsatilla, Pyrogenium und Rhus tox. sind dreiwertig im Repertorium aufgeführt. Aber auch hier wirst du dir dann bitte Rat bei deiner Hebamme und deinem Homöopathen suchen.
o) Wochenbettdepression
Wenn sich die Freude über das neue Glück nicht so richtig einstellen will, dann können diese beiden Mittel angezeigt sein: Hauptmittel ist Pulsatilla nimmst du, wenn du aufgrund deiner Erschöpfung erstmal Trost und Zuwendung brauchst, bevor du dich deinem Kind widmest. Grundlose Weinanfälle und kein Durst sind ein weiterer Hinweis auf Pulsatilla. China ist angezeigt, wenn du große Mengen Blut verloren hast und einfach sehr erschöpft bist und auf alles, sogar dein Baby, gereizt reagierst. Du fühlst dich apathisch, gleichgültig und niedergeschlagen. Plötzliche Tränen.
Die ersten sieben Lebensjahre sind wohl die anspruchsvollsten, die der Mensch durchlebt. Vom vollkommen abhängigen, schutzbedürftigen Wesen, welches alleine nicht überlebensfähig ist, hin zum Schulkind, welches dann Lesen, Rechnen und Schreiben lernen kann. Hier könnte ich ganze Romane schreiben, jedoch überlasse ich das gerne dem Begründer der Anthroposophie, Dr. Rudolf Steiner. Hier sei nur so viel angemerkt, dass Kinder in den ersten sieben Lebensjahren besonderer Aufmerksamkeit bzw. Rücksicht bedürfen. In den ersten zweieinhalb Lebensjahren ist das Kind voll beschäftigt mit seiner Körperlichkeit: Zahnung, sich aufrichten, stehen, gehen. Hier wird auch alles und jedes mit dem Mund erkundet. Deshalb spricht man von der oralen Phase. Diese ist für die Entwicklung des Kindes von großer Bedeutung. Insofern bitte dem Kind diese lustvolle Erfahrung gestatten. In den zweiten zweieinhalb Jahren geht es um das Sprechenlernen, eng verbunden mit dem Fühlen. Erst im dritten Drittel dieser ersten sieben Lebensjahre lernt das Kind das Denken im Sinne von Begrifflichkeit. Du siehst, diese sieben Jahre sind einzig und alleine dazu da, die Welt zu erforschen, und zwar über die Sinne und über das Fühlen. Wichtig ist in dieser Zeit der innige Kontakt zur Mutter, zur Familie. Das Kind muss sich seinem Entwicklungsplan gemäß entfalten können. Wie eine Blume, die ja auch ihrem Entwicklungsplan folgt und umso schöner wird, je günstiger die Bedingungen. Da kannst du dir einschlägige Literatur besorgen oder auf YouTube die Videos von Axel Burkhardt anschauen. Infos findest du in der Literaturliste.
b) Die ersten Monate
Damit der neue Erdenbürger schnell über den Geburtsschock hinwegkommt, kannst du ihm eine Gabe Aconit C 200 geben. Eine Gabe Arnika C 200 heilt ebenfalls den Geburtsschock und etwaige Mikroverletzungen. Beide Mittel können in der Reihenfolge (zuerst direkt nach der Geburt Aconit, später dann Arnika) über die Mutter dem Kleinen verabreicht werden. Es trinkt ja die Muttermilch.
Jeder Mensch hat Bedürfnisse. Die Erfüllung dieser Bedürfnisse ist der Motor des Lebens. Die elementarsten Bedürfnisse sind das Verlangen nach ausreichend Nahrung, Wärme, Schlaf. Gerade beim Säugling ist die Erfüllung dieser Grundbedürfnisse überlebenswichtig. Nimm dein Baby hoch, wenn es schreit; denn nur so es kann ausdrücken, dass ihm etwas fehlt. Meistens möchte es deine Nähe, möchte deine Milch, deine Wärme, deinen Geruch. Säuglinge haben eine natürliche Appetitsteuerung. Bei ihnen funktioniert einfach alles. Sie wissen, wann der Körper Nahrung braucht. Und Muttermilch ist durch nichts zu toppen. Sie ist in ihrer Zusammensetzung genau auf den kleinen Körper ausgerichtet. Stillen erfüllt alle Bedürfnisse des kleinen Erdenbürgers in Perfektion: gesunde Nahrung, Nähe, Geborgenheit, Wärme und dann, wenn er satt ist, Schlaf. Ganz zu schweigen von der emotionalen Bedeutung für die spätere Beziehungsfähigkeit. Sie wird hier durch die Bindung von Mutter und Kind begründet. Also, nicht verunsichern lassen. Es gibt keine Alternative!
Verwöhne dein Baby auch mit einer Babymassage. Das tut ihm gut und vertieft die Bindung mit der Mama. Anleitungen findest du in einschlägigen Büchern oder im Internet. Du möchtest weitestgehend auf Plastik im Kinderzimmer verzichten und magst alles Natürliche? Na, dann sind Mullwindeln und Windelhöschen aus Naturwolle genau richtig für dich. Oder wiederverwertbare Windeln. Ich habe meine Kleinen immer mit Mullwindel gewickelt. Das ist zwar ein bisschen Arbeit, aber lohnt sich. Empfehlenswert ist auch, das Kleine so viel wie möglich ohne Windeln zu lassen, besonders, wenn es schon krabbeln kann. So erfährt es am eigenen Leib, wie angenehm ein trockener Po ist. Es gibt auch Ansätze, das Baby ab einem gewissen Alter abzuhalten. Die Methode nennt sich windelfrei. Damit habe ich keinerlei eigene Erfahrung, habe darüber jedoch Positives gehört. Es hat nichts mit einer neurotischen Sauberkeitserziehung zu tun, sondern damit, in innigem Kontakt dein Baby bei seinen natürlichen Bedürfnissen zu unterstützen. Ich finde, es klingt gut, aber das muss halt jeder für sich studieren und ausprobieren.
Blähungen in den ersten Monaten
Oh, da ist schon manche Mama verzweifelt. Natürlich musst du deine Ernährung frei von blähenden Nahrungsmitteln gestalten. Aber das weißt du sicherlich selbst. Auch Kaffee und Tee sowie Alkohol sind absolut tabu. Wenn es zu Blähungen kommt, trinkst du als stillende Mama den Anti-Blähungstee wie erwähnt. Das dürfte schon viel bewirken. Eine kleine sanfte Bauchmassage bei deinem Baby kann auch Wunder bewirken. Und natürlich Tragen. Das mögen sie alle. Klar, erinnert ja auch an die Geborgenheit im Mutterleib. Homöopathisch möchte ich nur drei Mittel empfehlen:
Belladonna – plötzliche krampfartige Schmerzen, bevorzugt am späten Nachmittag oder Abend, lautes Geschrei, Gesicht hochrot.
Chamomilla – schrilles Geschrei des Säuglings geht schon auf die Nerven. Große Unruhe, nur besser durch Tragen. Manchmal eine Wange rot, eine weiß.
Colocynthis – Kind schreit plötzlich auf und krümmt sich zusammen. Die kolikartigen Schmerzen bessern sich durch Bauchmassage.
Ich halte nicht allzu viel davon, in den ersten Monaten zu viel Mittel zu verabreichen. Eben nur, wenn es wirklich „brennt“.
Zahnung
Das ist jetzt etwas, da wirst du durch die Homöopathie wirkliche Wunder erleben. Ich kenne das von meinen Kindern. Sie waren quengelig, unleidlich, nichts konnte man ihnen recht machen. Tragen half nicht, gekühlter Beißring auch nicht. Unwirsch wurde alles mit den Händchen weggeschoben. Und dann kommt der Star unter den Zahnungsmitteln: CHAMOMILLA. Kaum berühren die Kügelchen die Lippen, ist das Kind still. Das soll mir mal einer logisch erklären. Aber ich habe es erlebt. Mehrmals.
Belladonna – plötzliches hohes Fieber bei der Zahnung. Gesicht glühend rot, heiß und trocken. Kind ist sehr aktiv, krabbelt evtl. herum.
Chamomilla – Kind ist quengelig, hat offensichtlich extreme Schmerzen. Eine Wange ist weiß, eine rot. Kind will getragen werden, weil das beruhigt. Eventuell Durchfall, wie gehackter Spinat. Für mich das Hauptmittel bei Zahnung.
Ignatia – Kind hat sehr starke Schmerzen, aber ist nicht so reizbar. Es seufzt, schluchzt und weint. Zittern, auch einzelner Körperteile. Wacht schreiend aus dem Schlaf.
Kreosotum – Kind leidet unter entsetzlichen Schmerzen und will beim Tragen liebkost werden. Ätzender stinkender Durchfall, der wund und rot macht. Zähne können schon kariös sein, wenn sie durchbrechen. Zahnfleisch stark entzündet, gerötet und leicht schwammig.
Kinderkrankheiten
Bei der Auseinandersetzung mit Kinderkrankheiten fiel mir eine Wiederholung auf. Es wird immer wieder gesagt, dass die und die Krankheit durch den und den Erreger hervorgerufen wird. Wie schon hinreichend ausgeführt, kann das nicht stimmen. Besonders Kinder entwickeln dann Symptome (Krankheiten), wenn Angst im Familiensystem vorherrschend ist, wenn starke emotionale Belastungen vorhanden sind, wenn es an Fürsorge und Aufmerksamkeit mangelt, die Ernährung vielleicht auch nicht die beste ist, Kinder geimpft und zu allem Überfluss auch noch mit unnützen allopathischen Medikamenten vollgestopft werden. Hierzu schreibt der griechische homöopathische Arzt, Dr. Vithoulkas:
„Vor allem die allopathische Medizin hat eine therapeutische Methodologie entwickelt, die auf der Auffassung beruht, man müsse einzelnen Symptomen und Syndromen entgegenwirken. Dabei können allopathische Medikamente selbst bereits ein derartiger Schock für den Organismus sein, dass das Abwehrsystem in Aktion treten muss. Die dadurch entstehenden Symptome werden in der Allopathie „Nebenwirkungen“ genannt. Tatsächlich aber sind sie der Ausdruck der Empfindlichkeit des Organismus; sie stellen die bestmögliche Reaktion dar, mit der der Abwehrmechanismus dem krankmachenden Reiz der Medikamente entgegenwirkt. In diesem Sinne können medikamentöse Einflüsse selbst Krankheiten verursachen…“ (Georgos Vithoulkas, Die wissenschaftliche Homöopathie, S. 119).
Masern
Symptome sind wie bei einer schweren Erkältung: Fieber von 38-40°, trockener Husten. Dann ganz typisch: weißliche Flecken auf der Wangenschleimhaut, Gesicht rötlich, mit Schwellung der Lider, Bindehautentzündung mit Lichtscheu und tränenden Augen, Kopfschmerzen. Nach 2-3 Tagen beginnt der Ausschlag meistens im Gesicht und hinter den Ohren und wandert dann über den ganzen Körper. Hellrote, stecknadelkopfgroße Punkte, die innerhalb 24 Stunden zu gelb-braunroten, erhabenen Flecken zusammenfließen. Nach Auftritt des Ausschlags geht das Fieber zurück. Komplikationen können sein: Mandelentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung, Mittelohrentzündung und Encephalitis (Hirnhautentzündung). Mit dem richtigen homöopathischen Mittel und dem Zulassen des natürlichen Verlaufs heilen Masern ganz unspektakulär aus. Wenn ein Kind das durchmachen darf, wird zum einen seine Immunabwehr gestärkt und zum anderen reift es emotional und geistig.
Aconit – nach Dr. Hahnemann ist Aconit „fast wie ein Wunder“ bei Masern. Dr. Farrington sagt, Aconit sei bei Masern das Beste. Besonders im Frühstadium sehr hilfreich. Plötzlicher Ausbruch mit Fieber, Ruhelosigkeit, laufender Nase, roten Augen, Lichtempfindlichkeit, trockenem Husten, Stechen in der Brust, unruhigem Schlaf, manchmal Durchfall.
Belladonna – wie Aconit sinnvoll im Frühstadium, macht aber auch Sinn, wenn der Ausschlag schon aufgetreten ist. Auffallend sind rotes Gesicht, pochende Kopfschmerzen und feuchte Haut bei hohem Fieber. Empfindlich gegen Licht und Lärm. Ausbruch plötzlich.
Gelsemium – Beginn der Symptome langsam. Kind fühlt sich müde, schwerfällig und friert. Liegt apathisch da und mag nicht gestört werden. Wenig Durst, laufende Nase, dadurch Brennen auf der Oberlippe. Kopfschmerzen oberhalb des Nackens, harter, bellender Husten.
Euphrasia – ist besonders dann angezeigt, wenn die laufende Nase und die Augenbeschwerden im Vordergrund sind. Nasenfluss ist mild, also nicht brennend wie bei Gelsemium. Tränende Augen, die Tränenflüssigkeit reizt die Haut. Besonders ausgeprägte Lichtempfindlichkeit. Augen- und Nasenbeschwerden besser durch frische Luft. Trockener Husten, evtl. Heiserkeit. Die pochenden Kopfschmerzen verschwinden, sobald der Ausschlag einsetzt.
Bryonia – hier tritt der Ausschlag erst spät auf. Trockener, schmerzhafter Husten, Stiche in der Brust. Körper und Gliedmaßen schmerzen. Manchmal zuckende Gesichtsmuskeln. Kind liegt still, weil Bewegung schmerzt. Gelsemium bewegt sich nicht, weil es zu erschöpft ist. Blasses Gesicht, Augen gerötet. Trockener Mund mit Durst auf kalte Getränke sind typisch für Bryonia. Verschlimmerung der Beschwerden durch Wärme und Bewegung, Besserung durch Kälte und Ruhe.
Pulsatilla – dicker gelblicher Ausfluss aus der Nase. Husten nachts trocken, tagsüber locker. Verlangen nach frischer, kühler Luft. Evtl. Übelkeit mit Durchfall. Häufig auch Ohrenschmerzen. Wichtig auch immer das milde Temperament von Puls. Bleiben nach den Masern Augenbeschwerden zurück, ist Puls angezeigt.
Rhus tox. – bei stark juckendem Ausschlag und Unruhe, besonders in der Nacht.
Apis – hohes Fieber, stark geschwollene Haut, entzündete Augen, aufgesprungene Lippen. Durstlos, Kind weint viel und ist reizbar.
Röteln
Auch drei-Tage-Masern genannt. Verläuft deutlich milder als Masern. Manchmal mit Ausschlag, der von oben nach unten verläuft. Manchmal auch ohne Ausschlag, manchmal kaum von einer Erkältung zu unterscheiden. Röteln sind vollkommen harmlos, außer für schwangere Frauen, die die Röteln noch nicht durchgemacht haben. Hier kann eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft zu Behinderungen des Ungeborenen führen. Deshalb ist es ganz wichtig, dass Mädchen Röteln durchleben dürfen. Am wirkungsvollsten sind hier Aconit, Belladonna und Pulsatilla.
Mumps
Typisch für Mumps (Ziegenpeter) sind die geschwollenen Ohrspeicheldrüsen direkt unter und vor den Ohrläppchen. Hohes Fieber, Appetitlosigkeit und Kopfschmerzen. Manchmal sind auch die Speicheldrüsen des Unterkiefers betroffen.
Belladonna – ist hier das Mittel der Wahl. Symptomatik tritt plötzlich auf und verbreitet sich schnell und heftig. Ohrspeicheldrüsen heiß und rot. Empfindlich gegen Berührung. Gesicht evtl. glühend rot. Brennender Schmerz im Rachen und stechender Schmerz in den Drüsen kommen plötzlich und sind ebenso plötzlich wieder verschwunden. Krämpfe im Hals beim Schlucken und Trinken können ebenfalls auftreten. Kind ist geistesabwesend oder fantasiert ein bisschen.
Aconit – ist ebenfalls angezeigt bei plötzlichem Auftreten. Kind ist sehr ruhelos und hat großen Durst. Symptome in warmen Räumen schlechter, besser an frischer Luft.
Pilocarpium – Auffallend sind hier die extreme Speichelbildung und der reichliche Schweiß, Gesicht, Ohren und Hals tief gerötet, Schweißtropfen am ganzen Körper. Die britischen Ärzte Tyler und Burnett, beides sehr angesehene Homöopathen, halten es für das beste Mittel bei Mumps. Sie sehen es als „fast spezifisch“ für Mumps. Auch Boericke schreibt: „Ein erstrangiges Mittel zur Abkürzung der Dauer von Mumps.“
Pulsatilla – Kind ist sehr weinerlich, besonders Mädchen. Zunge weiß belegt, Durst fehlt gänzlich. Trotz hohen Fiebers nur Verlangen nach wenigen Schlucken kalten Wassers. Besserung durch kalte, frische Luft."
Windpocken
Sie beginnen wie eine Erkältung mit leichtem Fieber (38°), jedoch mit einem charakteristischen Ausschlag. Kleine Flecken, die an Mückenstiche erinnern, die sich in Bläschen verwandeln und dann nach 1-2 Tagen austrocknen. Der Ausschlag erscheint ca. 5 Tage lang in Schüben, sodass man Windpocken in allen Entwicklungsstadien vorfindet. Ein buntes Erscheinungsbild. Windpocken sind harmlos. Sie haben für die Entwicklung des Kindes jedoch eine wichtige Funktion: „…dass sie eine entscheidende Rolle bei der Lebensbejahung spielen. Kleine Kinder, die Windpocken durchgemacht haben, verlieren die Angst, ihrer Indivudualität verlustig u gehen, wenn sie mal „ja“ sagen. Für Kinder, die notorische Neinsager sind, bedeutet diese Krankheit eine große Hilfe in ihrer Entwicklung, denn danach wissen sie besser, wann sie nein sagen müssen und wann ja.“ (Ravi und Carola Roy, Selbstheilung durch Homöopathie, S. 316). Um den Juckreiz zu stillen, habe ich sehr gute Erfahrungen mit Olivenöl gemacht. Homöopathisch kannst du den Heilungsverlauf mit folgenden Mittel beschleunigen:
Rhus tox. – starkes Jucken, schlimmer durch Kratzen, nachts und in Ruhestellung. Kind ist sehr ruhelos. Die britische Homöopathin Margaret Tyler bezeichnet es als das einzig notwendige Mittel.
Pulsatilla – weinerlich, Verschlimmerung nachts und durch Wärme, Besserung durch kühle frische Luft. Trotz Fieber wenig Durst.
Ledum – da Ledum einen Ausschlag wie bei Gifteiche (Rhus tox.) hervorruft und dieses das Hauptmittel bei Windpocken ist, kann Ledum ebenfalls angezeigt sein. Kind ist kalt, jedoch ist Bettwärme unerträglich. Ausschlag schlimmer durch Wärme, Kratzen und nachts. Besonders angezeigt, wenn nach Ausheilen der Windpocken Verfärbungen zurückbleiben (gilt auch für Insektenstiche).
Keuchhusten
Leider schützt hier das Stillen nicht. Insofern bleibt hier nur die Homöopathie. Boericke führt in seinem therapeutischen Index Castan, DROS., Cupr., Mag-ph. und Pertussinum auf. Da ich in diesem Kurs nur pflanzliche Mittel empfehle, bleiben nur Castan und Drosera aus dieser Liste. Im Repertorium werden selbstverständlich viel mehr Mittel erwähnt. Ich werde hier die wichtigsten auflisten. Du kennst sie schon und siehst, dass wir nicht nach Schlagwörtern, sondern immer nach dem Mittelbild vorgehen.
Drosera – Hahnemann bezeichnet den Sonnentau als das Hauptmittel bei Keuchhusten. Spastischer, trockener quälender Husten, Anfälle folgen rasch aufeinander, kann kaum atmen. Erstickungsanfälle, evtl. Blutung aus Nase und Mund. Würgen. Schlimmer beim Hinlegen und nach Mitternacht. Ravi Roy empfiehlt es als Prophylaxe, wenn in der Umgebung Keuchhustenfälle auftreten.
Aconit – Beschwerden setzen plötzlich und heftig ein, mit Fieber. Große Furcht, Angst und Unruhe. Kind greift sich an den Hals beim Husten, schlimmer nachts und nach Mitternacht.
Ambrosia – Tränen der Augen und unerträgliches Jucken der Augen. Evtl. Nasenbluten. Verstopftes Gefühl von Nase und Kopf. Röchelnder Husten.
Belladonna – plötzliches Auftreten, Gesicht heiß und rot, Überempfindlichkeit aller Sinne, Trockenheit von Mund und Nase, mit Abneigung gegen Wasser. Magenschmerzen vor dem Anfall, Husten mit blutigem Auswurf, Stiche in der Brust beim Husten, Kehlkopf sehr schmerzhaft.
Castanea – trockener, klingender, heftiger, spastischer Husten. Verlangen nach warmen Getränken. Sehr durstig, aber Appetitlosigkeit.
Chelidonium – spastischer, kurzer, erschöpfender Husten, Gefühl von Staub, nicht erleichtert durch Husten, Husten lose rasselnd, Auswurf schwierig, beim Husten fliegen kleine Schleimklumpen aus dem Mund.
Dulcamara – hier ist die übermäßige Schleimabsonderung auffällig. Schlimmer durch feuchtes Wetter. Husten nach körperlicher Anstrengung. Bewegung und Wärme bessern.
Ipecacuahna – Kind wird steif und blau beim Husten. Nasenbluten und Bluten aus dem Mund. Übelkeit begleitet die Anfälle.
Pulsatilla – Aufrichten im Bett erleichtert das Abhusten. Urin geht ab beim Husten. Beschwerden besser durch frische, kalte Luft. Mildes Temperament, weinerlich.
Pertussinum – gewonnen aus dem fädigen Keuchhustenschleim. Ravi Roy empfiehlt es als einziges Mittel.
Bei Ausbruch der Krankheit eine Gabe C 30 oder 200 2 x täglich, sobald Besserung auf einmal pro Tag. Wirken lassen und ggf. wiederholen oder Mittel wechseln.
Scharlach
Scharlach beginnt plötzlich mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, geröteten Wangen, Schüttelfrost, Erbrechen, Kopf- und Gliederschmerzen. Auch heftige Bauchschmerzen können auftreten. Abgeschlagenheit und oft hohes Fieber. Allein diese Symptomatik weist auf ein Mittel hin: Belladonna. Mit einer Gabe C 30 oder 200 sollte die Heilung einsetzen. Es kommt dann nicht zu den weiteren Symptomen, die ich trotzdem kurz skizzieren möchte:
Erst etwas später verfärbt sich der Rachen feuerrot, Mundschleimhaut und Mandeln sind fleckig gefärbt. Leuchtend rot gefärbte Zunge (Himbeerzunge). Ab Tag 2 bis 4 erscheint der feinfleckige, samtartige Scharlach-Ausschlag, beginnend in der Leistengegend sowie an den Innenseiten der Oberschenkel. Er breitet sich dann über den gesamten Körper aus, nur das Mund-Kinn-Dreieck bleibt ausgespart.
Belladonna – ist das Hauptmittel bei Scharlach oder Scharlachverdacht. Wenn also in deiner Umgebung Scharlachfälle auftreten, einfach eine Gabe Belladonna C 30 oder 200. Gabe gegebenenfalls wiederholen, wenn weitere Fälle auftreten.
Aconit – Akutes, plötzliches und heftiges Einsetzen der Beschwerden mit Fieber, besonders durch kalte, trockene Winde. Große Furcht und Unruhe sind typisch für Aconit. Eine Wange rot, eine Wange weiß. Beim Aufstehen wird das ganze Gesicht tödlich blass. Aconit ist immer am Anfang einer akuten Erkrankung angezeigt.
Apis – Heiserkeit, Atemnot, Atmung beschleunigt und schwer, Kehlkopfödem, Gefühl, keinen weiteren Atemzug tun zu können. Erstickungsgefühl, trockener, kurzer Husten. Besserung durch frische Luft, Abdecken. Gesicht geschwollen, rot. Stechende Schmerzen sind charakteristisch. Zunge feurig rot, geschwollen. Apathie und Gleichgültigkeit, weinerlich.
Rhus tox. – bei kaltem, feuchtem, regnerischem Wetter. Schwerer Kopf, Gefühl der Lockerheit des Gehirns, Augenlider ebenfalls rot, geschwollen und ödematös. Teilnahmslos, traurig, extreme Unruhe, mit dauernder Lageänderung.
Poliomyelitis – Entzündung des Rückenmarks
Auch die gefürchtete Kinderlähmung fängt meistens mit harmlosen Erkältungssymptomen an, mit Durchfall, Fieber, Kopfschmerz, Brechreiz, Halsschmerzen. Gefürchtet sind etwaige Lähmungsfolgen, die auch ohne das Vorstadium auftreten können. Aber bei natürlich aufgewachsenen und homöopathisch behandelten Kindern verläuft auch diese Krankheit komplikationslos, so sie denn auftritt. Dr. Buchwald hat festgestellt, dass die Krankheit nach Impfungen immer wieder neu aufflackerte. Dr. Moskowitz führt in seinem Buch „The Case against Immunizations“ aus, dass Lähmungen vermehrt durch Impfungen auftreten. Dorothy Shephard führt in ihrem Buch „More Magic of the Minimum Dose“ aus, „dass ein Zusammenhang zwischen Diphterie-Impfung und schweren Poliomyelitis-Fällen einerseits und Tonsillektomie (operative Entfernung der Tonsillen) oder der Existenz von ungesunden Tonsillen und mit gefährlichen Formen infantiler Lähmung andererseits besteht (zitiert nach Ravi und Carola Roy, Selbstheilung durch Homöopathie, S. 344 f.). Tonsillen sind die Mandeln, die in der Schulmedizin allzu gern entfernt werden. Folgen der Polioimpfung sind: Hauserkrankungen, Neurodermitis, Hals- und Mandelentzündungen, Bauchmerzen und Fließschnupfen, Epilepsie, Katarrh der oberen Luftwege, späte Zahnung, Entwicklungsverzögerung, Idiotie (Ravi und Carola Roy, ebenda, S. 345).
Als pflanzliche Mittel werden im Kentschen Repertorium die dir nun schon bekannten Mittel aufgeführt: Aconit, Apis, Arnika, Belladonna, Gelsemium. Da Polio mit erkältungsähnlichen Symptomen beginnt, ist das nur logisch. Wenn du das Vorstadium gleich je nach Symptomatik mit einem dieser Mittel behandelst, kommt es gar nicht zum weiteren schweren Verlauf.
Dann wird noch Opium dreiwertig gelistet sowie Apis bei Erstickungsfühl im warmen Zimmer. Beide Mittel sind aber erst im fortgeschrittenen Stadium angezeigt.
Boericke führt noch Lathyrus sativus (Platterbse) auf. Ravi und Carola Roy berichten sogar von Heilungen der Kinderlähmung durch Lathyrus sativus. Boericke schreibt zu den Symptomen: „Beeinflusst die seitlichen und Vorderstränge des Rückenmarks, ruft keine Schmerzen hervor. Die Reflexe sind immer gesteigert. Paralytische Beschwerden der unteren Extremitäten; spastische Paralyse; … Kinderlähmung. Extremitäten: Zitternder torkelnder Gang. Extreme Steifheit der Beine; spastischer Gang…Myelitis mit deutlichen spastischen Symptomen…“
So also die Vergiftungssymptome der Platterbse, die erstaunlich mit den Symptomen der Kinderlähmung übereinstimmen. Nun, wir haben ja gelernt, dass das homöopathische Mittel immer dem Symptombild des Erkrankten entsprechen muss, Schloss und Schlüssel, dann passt es.
Insofern: Wenn du im Vorstadium eines der genannten Mittel gibst und Erfolg hast, ist alles gut. Wenn nicht, suchst du bitte deinen homöopathischen Kinderarzt auf.
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Modul 6: Erkältungen, Ohrenschmerzen, Grippe mit der Homöopathie kurieren.
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Modul 10: Wie du Tieren mit der Homöopathie helfen kannst.
Modul 11: Was ist Orthomolekularmedizin?
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