
Wenn es um Nachhaltigkeit geht, ist es nicht nur wichtig, die Umwelt zu schützen. Es geht um so viel mehr! Die Triple-Bottom-Line der Nachhaltigkeit umfasst ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte. Das bedeutet, dass wir nicht nur Bäume umarmen müssen, sondern auch soziale Gerechtigkeit und finanziellen Erfolg berücksichtigen sollten. Wir möchten langfristige Lösungen finden, die wirtschaftlich sind, die Umwelt schonen und soziale Verantwortung übernehmen.
Reflexionsfragen zur UN-Nachhaltigkeitsagenda
1. Inwiefern erkennt man an der Brundtland-Definition das anthropozentrische Prinzip der nachhaltigen Entwicklung?
2. Wo kann man den sozialen oder gesellschaftlichen Sektor in Bezug auf Umwelt und Wirtschaft einordnen?
3. Was ist unter intergenerationaler Gerechtigkeit zu verstehen?
Reflexionsfragen zu "Was bedeutet 'sozial'?"
1. Was bedeutet für Euch menschenwürdiges Leben in Deutschland?
2. In unseren Konsumentscheidungen zeigt sich zum Teil ein Spannungsverhältnis zwischen dem Anspruch sozialer Nachhaltigkeit und etwa Zwangs- und Kinderarbeit und Ausbeutung im Allgemeinen. Wo könntet Ihr in Zukunft andere Entscheidungen treffen?
3. Die gesellschaftlichen Verhältnisse sind dann nicht nachhaltig, wenn sie durch soziale Gerechtigkeit geprägt sind. Soziale Gerechtigkeit bedeutet: Gleiches Recht zur Teilhabe an der Gesellschaft,an Bildung und Veranstaltungen. Wo in Eurem Umfeld könnt Ihr soziale Ungerechtigkeit wahrnehmen und selbst aktiv verändern?
4. Wenn Ihr Euch für eines der gesellschaftlichen UN-Nachhaltigkeitsziele entscheiden müsstet, welches politische Priorität in Deutschland ist, welches sollte das Eurer Meinung nach sein? Welches wäre die beste Stellschraube?
Literatur und Weiterführendes zu "Was bedeutet 'sozial'?"
Becker, Andreas (2017). Vernetzt denken in Politik, Wirtschaft und Alltag. Herbert Utz Verlag.
Herlyn, E und Lévy-Tödter, M (2020). Die Agenda 2030 als Magisches Vieleck der Nachhaltigkeit: systemische Perspektiven. Wiesbaden: Springer, S. 43 – 58.
Holzbaur, Ulrich (2020). Nachhaltige Entwicklung: Der Weg in eine lebenswerte Zukunft. Springer, S. 171-192.
UN - United Nations (2021). The Seventeen Goals. https://sdgs.un.org/goals
Schneidewind, Uwe (2019). Die Große Transformation. Eine Einführung in die Kunst gesellschaftlichen Wandels. Fischer.
BMZ - Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (2021a). Good Governance. https://www.bmz.de/de/themen/good-governance
Menschenrechte und Geschlechtergerechtigkeit
Die Gleichberechtigung der Geschlechter zählt zu den Menschenrechten. Obwohl das SDG 5 Geschlechtergerechtigkeit als eines der 17 Ziele gelistet wird, hat dieses Querschnittsthema eine Wirkung auf die meisten, wenn nicht alle Themen der nachhaltigen Entwicklung.
Das SDG 5 beinhaltet die Beendigung von Gewalt gegen und Diskriminierung von Frauen, die gesellschaftliche, politische und ökonomische Teilhabe von Frauen sowie die Gewährleistung von reproduktiven Rechten und den Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit. In den meisten Gebieten der nachhaltigen Entwicklung – ob es um Grundabsicherung geht, um menschenwürdige Arbeit, um Teilhabe an politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsstrukturen, Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen, Bildungschancen – ist die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen zuungunsten von Frauen tief verankert. Auch die Auswirkungen des Klimawandels sind nicht geschlechterneutral, sondern verstärken die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern.
Literatur und weiterführende Links und Medien
BMZ - Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (2021). SDG 5: Geschlechtergleichheit. https://www.bmz.de/de/agenda-2030/sdg-5#anc=erreichen.
Council of Europe (2021), What is gender mainstreaming? https://www.coe.int/en/web/genderequality/what-is-gender-mainstreaming
DGVN Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (2016) Klimagerechtigkeit und Geschlecht: Warum Frauen besonders anfällig für Klimawandel & Naturkatastrophen sind https://dgvn.de/meldung/klimagerechtigkeit-und-geschlecht-warum-frauen-besonders-anfaellig-fuer-klimawandel-naturkatastroph/
Hofmeister S., Katz C., Mölders T. (2013). Geschlechterverhältnisse in der nachhaltigen Entwicklung. In: Hofmeister S, Katz C, Mölders T (Hrsg.) Geschlechterverhältnisse und Nachhaltigkeit. Die Kategorie Geschlecht in den Nachhaltigkeitswissenschaften. Berlin: Budrich.
UN Women (2021). Gleichstellung der Geschlechter in der Agenda 2020. https://www.unwomen.de/informieren/gleichstellung-der-geschlechter-in-der-agenda-2030/die-17-ziele-fuer-nachhaltige-entwicklung/sdg-5-gleichstellung-der-geschlechter.html
Podcast-Tipp: Feminismus für alle. Der Lila Podcast: https://lila-podcast.de/ueber/
Was ist Intersektionalität?
Intersektionalität bedeutet laut Duden die "Überschneidung und Wechselwirkung mehrerer Formen von Diskriminierung bei einer Person". Wörtlich bedeutet es so etwas wie das 'Zwischen-den-Gruppen-sein'. Meistens wird darunter so etwas wie "Mehrfach-Benachteiligung" verstanden.
Das heißt, Menschen machen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu verschiedenen sozialen Gruppen unterschiedliche Sozialisierungs- und Diskriminierungserfahrungen. Die Ungleichheiten, Diskriminierungen und Zuschreibungen, die besipielsweise mit den Gruppen Geschlecht (Gender), Alter, Behinderung, Hautfarbe, Sexualität, Race, Klasse, Herkunft etc. erlebt werden, stehen häufig in Wechselwirkung miteinander und verstärken sich gegenseitig.
Literatur und weiterführende Links
Aulenbacher, B., Riegraf, B. (2012): Intersektionalität und soziale Ungleichheit. http://portal-intersektionalitaet.de/theoriebildung/ueberblickstexte/aulenbacherriegraf/
Degele, N., Winker, G. (2007): Intersektionalität als Mehrebenenanalyse. URL: http://portal-intersektionalitaet.de/theoriebildung/ueberblickstexte/degelewinker/
Detjen, M. (2020). Intersektionalität ist für alle da. https://www.zeit.de/kultur/2020-09/diskriminierung-intersektionalitaet-privileg-ungleichheit-identitaet-gesellschaft/komplettansicht
Hericks, Nicola (2021). Inklusion, Diversität und Heterogenität. Begriffsverwendung und Praxisbeispiele aus multidisziplinärer Perspektive. Wiesbaden: Springer.
Mefebue, A., Bührmann, A., Grenz, S. (2022). Handbuch Intersektionalitätsforschung. Wiesbaden: Springer.
Portal Intersektionalität. Forschungsplattform und Praxisforum für Intersektionalität und Interdependenzen mit vielen Erklärungen, Links und Literaturempfehlungen. http://portal-intersektionalitaet.de
Das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens
2016 gab es eine Volksabstimmung in der Schweiz über die Einführung eines Grundeinkommens. Der Vorschlag scheiterte; jedoch bekam der Vorschlag immerhin 23 Prozent Ja-Stimmen.
Für das Grundeinkommen sprechen unterschiedliche Gründe. Die ökonomische Begründung geht vom von Bürokratie befreiten Sozialstaat aus. Die humanistische Begründung ist die Vision, dass Menschen, deren Grundbedürfnisse gesichert sind und deren Würde geachtet wird, sich eher für die Verbesserung dieser Welt einsetzen würden.
Eine Parallele zwischen der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung ist das Menschenbild. Eine Studie der freien Universität Berlin, in welcher 2015 die voraussichtlichen Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens von [zu diesem Zeitpunkt] 800 € monatlich auf den Arbeitsmarkt untersucht wurden, kam auf einen Rückgang der Gesamtzahl aller Arbeitsstunden um 5 Prozent.
Entscheidend für Idee des Grundeinkommens ist, dass es für ein grundsätzlich anderes Menschenbild steht durch die bevormundungsfreie und entbürokratisierte Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern und ein Mehr an Chancengerechtigkeit, Selbstbestimmung und Solidarität.
Literatur und Weiterführendes
Douma, E. (2018). Sicheres Grundeinkommen für alle. Wunschtraum oder realistische Perspektive? Berlin: Cividale Verlag.
edition brand eins (2018). Grundeinkommen. Was würdest Du arbeiten, wenn Du nicht musst?
Heinze, R.G., Schupp, J. (2022). Grundeinkommen – Von der Vision zur schleichenden sozialstaatlichen Transformation. Wiesbaden: Springer
Schloen, B. (2019). Grundeinkommen und Menschenwürde. Ein Weckruf für mehr Selbstbestimmung, Solidarität und Plutokratieabwehr. Wiesbaden: Springer.
Wissenschaftlicher Beirat beim Bundesministerium der Finanzen (2021). Bedingungsloses Grundeinkommen. Gutachten 02/2021 vom 21. Juli 2021.
https://www.mein-grundeinkommen.de
https://gwp.uni-freiburg.de/
Wenn es um Nachhaltigkeit geht, wird oft nur der Umweltschutz in den Fokus gerückt. Doch Nachhaltigkeit ist viel mehr als das! Die Triple-Bottom-Line der Nachhaltigkeit umfasst ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte. Es geht darum, nicht nur Bäume zu umarmen, sondern auch soziale Gerechtigkeit und finanziellen Erfolg in unsere Entscheidungen und Handlungen einzubeziehen. Wir streben nach langfristigen Lösungen, die sowohl unseren Geldbeutel füllen als auch die Umwelt schonen und soziale Verantwortung übernehmen.
In diesem Kurs tauchen wir gemeinsam in die faszinierende Welt der sozialen Nachhaltigkeit ein! Unser Ziel ist es, eine gerechte und inklusive Gesellschaft zu schaffen, in der jeder Mensch gleiche Chancen auf die Erfüllung seiner grundlegenden Bedürfnisse hat. Niemand soll zurückgelassen werden. Dabei helfen uns die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die wir jedoch auf eine neue Art und Weise betrachten werden. Ich verspreche dir, es wird spannend!
Wir werden uns mit verschiedenen Themen beschäftigen, wie beispielsweise menschenwürdigem Leben in Deutschland, Geschlechtergerechtigkeit, Intersektionalität und sogar der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens. Das klingt doch alles sehr interessant, oder? Also schnapp dir eine Tasse Kaffee, lehne dich zurück und lass uns gemeinsam auf diese aufregende Reise in die Welt der sozialen Nachhaltigkeit starten! Es gibt viel zu entdecken und zu diskutieren. Ich freue mich darauf, dich dabei zu begleiten und neue Perspektiven zu eröffnen.