
Zunächst soll es darum gehen, die historischen Hintergründe zu beleuchten.
Hier erfährst du, aus welchen Bestandteilen das Drumset besteht.
Das klassische Drumset besteht aus Trommeln, die meist aus Holz gefertigt werden und auf beiden Seiten mit Plastikfellen bezogen sind. Der Ton entsteht durch Schlagen des Plastikfells, wobei die Luft zwischen dem Schlagfell auf der Oberseite und dem Resonanzfell auf der Unterseite in Schwingung gerät. Die Stimmung der beiden Felle beeinflusst die Schwingung der Luft und somit Klang, Tonhöhe und Tondauer der jeweiligen Trommel. Dem akustischen Drumset nachempfunden sind die sogenannten E-Drums. Elektronische Drumsets sind aufgebaut wie ihre akustischen Vorbilder, variieren jedoch in der Klangerzeugung.
Beim Übungspad ist der Name Programm. Es handelt sich um ein handliches Pad, das verwendet wird, um Schlagtechnik zu trainieren oder erste einfache Übungen umzusetzen. Übungspads bestehen meist aus einer Holzplatte, die mit einer Gummischicht versehen ist. Aufgrund ihrer Handlichkeit sind sie ein idealer Begleiter auf Reisen. Da sie im Vergleich zum Drumset relativ kostengünstig sind, können sie zudem für angehende Drummer ein guter Ausgangspunkt für erste „Gehversuche“ sein.
Klänge lassen sich dem Drumset auf verschiedenste Weise entlocken. Die gängigste Art ist wohl der Einsatz klassischer Drumsticks aus Holz.
Beim Halten der Drumsticks ist die intuitive Herangehensweise meist die beste. Dennoch gibt es zwei „offizielle Griffarten“, die hier genannt werden sollen.
Hinter diesen beiden Begriffen stecken Konzepte der Verteilung beider Hände auf die einzelnen Bestandteile des Drumsets. Wie bereits erwähnt, bilden HiHat, Snaredrum und Bassdrum das „Herzstück“, da sie bei zahlreichen Beats gemeinsam eingesetzt werden. Nun geht es um die Frage, mit welcher Hand man Snaredrum und mit welcher man HiHat spielt...
Neben dem Drumset, das vor allem aus dem Band-Kontext bekannt ist, gibt es Schlaginstrumente in den unterschiedlichsten musikalischen Umgebungen...
Diese ersten Informationen sollten dir eine Vorstellung davon geben, worum es beim Schlagzeugspielen geht. Nun stellt sich ganz praktisch die Frage: Was ist zu tun, wenn das Interesse geweckt ist und du mit dem Schlagzeugspielen beginnen möchtest?
Das Metronom ist ein mechanisches oder elektronisches Gerät, das in bestimmten immer gleichen Abständen Klick-Geräusche produziert und so beim Üben hilft, ein bestimmtes Tempo einzuhalten. In Zeiten digitaler Medien, Tablets und Smartphones verwenden viele kein „echtes“ Metronom mehr, sondern nutzen eine Metronom-App.
Takte sind Einheiten, die Musik in Abschnitte einteilen. Es gibt unterschiedliche Taktarten (siehe unten), die verschiedene Schwerpunkte haben. Man unterscheidet zwischen binären und ternären Taktstrukturen.
Die Angabe der Taktart verrät, wie viele Schläge in den jeweiligen Takt hineinpassen. Die Taktart wird in mathematischer Bruchform (ohne Bruchstrich) notiert. Im Nenner, also unten, steht der Notenwert, der einer Zählzeit des Taktes entspricht. Im Zähler, also oben, steht die Anzahl der Zählzeiten pro Takt.
Um den Überblick innerhalb eines Taktes behalten, gezielt einzelne Stellen benennen und bei Bedarf laut mitzählen zu können, werden die einzelnen Schläge mit Zahlen und/oder Silben versehen...
Neben der Fähigkeit, Rhythmen perfekt im Tempo der Taktschwerpunkte zu spielen, muss auch das sogenannte Mikro-Timing trainiert werden. Hierbei geht es darum, jede kleinste Unterteilung einer rhythmischen Figur ganz präzise zu spielen.
Die korrekte Notation von Rhythmen und deren Verteilung auf das ganze Schlagzeug ist eine wichtige Grundlage, um gezielt wichtige Notizen und Änderungen einfügen sowie spontan eigene Ideen festhalten zu können. Darüber hinaus ist es wichtig, Noten leicht lesen und beim Spielen schnell umsetzen zu können. Wie die wichtigsten Symbole zur Notation von Drum-Grooves aussehen und wie diese im Notensystem platziert werden, ist Thema dieser Lektion.
Die Verteilung der rechten und linken Hand auf die verschiedenen Instrumente spielt eine wichtige Rolle beim Schlagzeugspielen, denn auf diese Weise wird einerseits eine gewisse Phrasierung begünstigt, andererseits werden komplexe und schnelle Wechsel von Instrument zu Instrument erleichtert.
Die sogenannten „Kicks“ sind kleine Noten über der jeweiligen Notenzeile, die wichtige Informationen über die Struktur des Stücks und über Einsätze der anderen Spieler:innen enthalten.
Die Idee hinter dem Begriff „Body Percussion“ besteht darin, mit dem Körper die Klänge des Drumsets zu imitieren. So wird mit Stampfen, Klatschen, Schnipsen und anderen Techniken ein Klangteppich produziert, der es ermöglicht, ganz ohne Instrumente allein und in der Gruppe zu musizieren.
Neben der Attraktivität für Einsteiger:innen auf diese Weise erste Schritte mit Grooves zu machen, bietet Body Percussion auch über den Anfängerstatus hinaus Möglichkeiten, unterwegs und ohne Instrument Koordinations- oder Timing-Übungen durchzuführen.
Wie der Name schon andeutet, sind Rudiments wichtige Grundlagen des Schlagzeugspielens, mit denen man sich früher oder später befassen sollte. Es handelt sich um eine Sammlung rhythmischer Figuren mit verschiedenen Sticking-Variationen, die eine Art Grundvokabular darstellen, das sich in vielen Solostücken wiederfindet. Insgesamt beinhaltet die offizielle Liste der „Percussive Arts Society“ (PAS) vierzig Drum-Rudiments.
Um als Schlagzeuger:in den Klang einer Band optimal zu ergänzen, braucht es nicht unbedingt komplexe und schnelle, artistische Kunststücke, die Blicke auf sich ziehen. Viel wichtiger sind:
- stabiles Timing
- guter Sound und
- geschmackvoller Einsatz der verschiedenen Trommeln und Becken.
Die folgenden Grooves stellen eine Auswahl verschiedener Stile dar, die dir einen schnellen Zugang zu den gängigen Genres verschaffen und dich fit machen für die erste Jam-Session.
Der Name sagt es bereits: In diesem Groove geht es um durchgehende Achtelnoten. Dieser Groove ist vermutlich der am meisten gespielte überhaupt.
Die Formulierung „Four on the Floor“ bezieht sich auf die Bassdrum im Groove, die hier auf allen vier Zählzeiten des Takts gespielt wird. HiHat und Snaredrum sind identisch mit dem Straight 8th-Groove. Die HiHat-Figur kann hier allerdings noch etwas abwechslungsreicher gestaltet werden, indem man die Hauptzählzeiten mit einem leichten Akzent versieht und die „Offbeats“ – also alle Schläge zwischen den Zählzeiten – etwas leichter spielt.
Der Shuffle ist ein ternärer Groove, den man aus zahlreichen Blues- und Jazzaufnahmen kennt. Besondere Bekanntheit erlangte er auch durch den berühmten Song „Rosanna“ der Band Toto.
Der Halftime Shuffle ist dem normalen Shuffle-Groove sehr ähnlich. Er wird lediglich etwas ausgedehnt, um das Gefühl eines halben Tempos zu erzeugen.
Mit dem 12/8-Groove kommen wir zu einer neuen Taktart, dem 12/8-Takt. Diese Taktart erinnert akustisch stark an den 4/4-Takt, in dem z. B. der Shuffle-Groove notiert ist. Einziger Unterschied ist hier, dass die Dreiergruppen pro Taktschwerpunkt nicht als Triolen, sondern als reine Achtelnoten notiert sind. Verwendung findet dieser Groove häufig im Blues und in eher langsam gespielten Balladen.
Dieser Beat ist einer der sogenannten Motown-Grooves, die in den 1960er Jahren in den gleichnamigen Studios in Detroit produziert wurden. Hier wurden große Hits von Stars wie den Supremes, Marvin Gaye oder Stevie Wonder produziert und aufgenommen.
Als Vertreter des Reggae-Genres fallen dir sicher sofort Bob Marley und einige seiner bekannten Songs ein. Der Schwerpunkt des Reggae-Grooves liegt in der Taktmitte auf Zählzeit 3...
Ob in der Bigband, in kleineren Ensembles oder im Trio: Jazz Grooves gehören zum absoluten Standard-Repertoire eines Drummers.
“Água de Beber”, “The Girl from Ipanema”, “Chega de Saudade” … Wer kennt nicht den ein oder anderen Bossa Nova-Klassiker. Der Bossa-Groove klingt – passend zur Musik – sehr entspannt und animiert zum Mitmachen. Um die verschiedenen rhythmischen Ebenen gleichzeitig spielen zu können, ist jedoch durchaus einige Unabhängigkeit erforderlich.
Fill-Ins sind rhythmische Variationen, die von einem Abschnitt zum nächsten überleiten und meist über verschiedene Trommeln und auch Becken gespielt werden. Sie können abhängig vom musikalischen Kontext sowohl minimalistisch und leise als auch besonders fulminant und laut ausfallen...
Die hier vorgestellten Übungen erweitern das musikalische Vokabular und setzen besondere klangliche Akzente.
Willkommen in der Welt des Drumsets. Dieser Crashkurs bildet ist ein Soforteinstieg in die Welt des Schlagzeugs: Von den Grundfragen wie Anschaffung und Unterricht über Notation und Spieltechnik bis hin zu praktischen Übungen und Grooves. Darüber hinaus wird Dir ein Ausblick in den Bereich der klassischen Percussion geboten. Ausführungen zur Kombination von Drums und Percussion runden das Konzept ab.
Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Ziel ist es, interessierten Neueinsteiger:innen spieltechnische Grundlagen für die ersten eigenen Schritte am Drumset zu vermitteln und wichtige Infos rund um die Familie der Schlaginstrumente zu geben.
Darum geht es im Einzelnen:
Basics
Geschichtliches Backgroundwissen - Aufbau und Bestandteile - Akustische und elektronische Drums - Das Übungspad - Sticks, Besen & Co. - Matched Grip und Traditional Grip - Cross-Handed Playing und Open-Handed Playing – Orchesterschlagwerk - Getting Started – Tipps für Anfänger
Rhythmus und Takt
Das Metronom - Taktschwerpunkte – binär und ternär - Taktarten - Richtig zählen - Timing und Klick-Verschiebung
Notation
Notation von Drum-Grooves - Sticking - Kicks - Body Percussion - Koordinationstraining - Erste leichte Groove-Übungen
Rudiments
Rudiments & History - Die wichtigsten Rudiments - Übertragung auf das Drumset
Grooves
Straight 8th - Four on the Floor - Shuffle - Halftime Shuffle - 12/8-Groove - Motown - Reggae - Jazz – Swing - Bossa Nova
Fill-Ins und Improvisation
Standard-Fill-Ins - Rhythmen auf verschiedenen Oberflächen - Rudimental Fill-Ins
Hybrid Drums
Shaker - Caxixi - Jingle Stick - Bongos - CRING Ching Ring - Backbeat Tambourine
Max Gaertner ist Percussionist, Autor und Dozent. Studien an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Engagements u.a. bei den Berliner Philharmonikern und dem Ensemble Modern. Arbeitsschwerpunkt: Erforschung experimenteller Konzertformate sowie Elektroakustische Musik. 2021 Promotion zum Dr. phil. Max Gaertner konzertiert international und ist Autor zahlreicher Lehrwerke. Er lehrt u.a. an der Universität Hamburg und der Berufsfachschule für Musik in Dinkelsbühl.